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Neuer Impfstoff gegen Tuberkulose

pixelio.de (Gerd Altmann) © pixelio.de (Gerd Altmann)

Das Injizieren von Bakterien, die mit den Tuberkulose verursachenden verwandt sind, könnte einen Schutz gegen diese Erkrankung der Lunge bieten. Eine Studie des Albert Einstein College of Medicine kommt zu diesem Ergebnis. Tests mit Mäusen ergaben, dass die Injektionen die Tuberkulose-Bakterien in manchen Fällen völlig zum Verschwinden bringen konnten, schreibt Nature Medicine. Der bisherige BCG-Impfstoff, der als einzige Behandlungsmöglichkeit zur Verfügung steht, gilt als nicht sehr wirksam. Das Forschungsprojekt steht noch am Anfang. Behandlung beim Menschen laut TB Alert derzeit noch nicht abzuschätzen.

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esx-3-Gene als Schlüssel

Tuberkulose wird durch Mycobacterium tuberculosis hervorgerufen. Laut der Weltgesundheitsorganisation gehört Tuberkulose weltweit zu den zehn häufigsten Todesursachen. An den Folgen einer Tuberkulose sterben jährlich rund 1,7 Mio. Menschen. Der BCG-Impfstoff erzielt nur unbeständige Ergebnisse. In verschiedenen Regionen der Welt lag seine Wirksamkeit zwischen null und 80 Prozent. Auch bei HIV-Patienten, die dem größten Erkrankungsrisiko ausgesetzt sind, kann es zu Problemen kommen.

Das Team um William Jacobs untersuchte eine Reihe von Genen mit der Bezeichnung esx-3. Varianten dieser Gene kommen in allen Arten von Mycobacterium vor. Sie helfen Organismen das Immunsystem zu umgehen. Mycobacterium tuberculosis kann ohne seine esx-3-Gene nicht überleben. Sein Verwandter Mycobacterium smegmatis kann dies aber. Die Wissenschaftler löschten die Gene bei M. smegmatis und injizierten Mäusen eine tödliche Dosis. Innerhalb von drei Tagen waren alle Bakterien aus den Lungen und Nieren verschwunden.

Überlebenschancen steigt

In einem nächsten Schritt versuchte das Team esx-3-Gene von M. tuberculosis in M. smegmatis zu übertragen. Das Ergebnis nannten sie Ikeplus. Die Tiere waren noch immer in der Lage, die Infektion mit Ikeplus rasch zu überwinden. Zusätzlich schien bleibende Immunität gegen M. tuberculosis zu entstehen. Mäuse, die mit den Tuberkulose-Bakterien infiziert wurden und keine Impfung erhielten, starben nach rund 54 Tagen. Jene, die mit BCG geimpft wurden, überlebten rund 65 Tage. Die Mäuse schließlich, die Ikeplus erhielten, überlebten 135 Tage.

Bei den Tieren, die mit mehr als 200 Tagen am längsten am Leben blieben, konnten die Wissenschaftler keine der tödlichen Bakterien mehr nachweisen. Jacobs geht davon aus, dass die Tiere durch Ikeplus deutlich besser geschützt sind als durch BCG. Der Wissenschaftler warnt jedoch, dass nur rund 20 Prozent der Mäuse langfristig überleben. Der Impfstoff müsse daher noch entscheidend weiterentwickelt werden. Ikeplus unterscheidet sich von allen anderen Tuberkulose-Impfstoffen und könnte daher einen neuen Behandlungsansatz ermöglichen.

Autor: pressetext.de, Michaela Monschein (Stand: 05.09.2011)

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