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Anthrax-Impfstoff soll an Kindern getestet werden

pixelio.de (Monika) © pixelio.de (Monika)

Das US National Biodefense Science Board hat der US-amerikanischen Regierung als Vorbereitung auf einen Angriff von Bioterroristen empfohlen, einen jahrzehntealten Impfstoff gegen Anthrax an Kindern zu testen. Ob dieser Impfstoff bei Kindern wirkt, ist derzeit jedoch nicht erforscht. Bei einem Angriff kann das oral verabreichte Antibiotikum Ciprofloxacin Leben retten, indem es die die Lunge angreifenden Bakterien abtötet. Das Medikament muss 60 Tage lang eingenommen werden. Das kann zu unangenehmen Nebenwirkungen führen.

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Seit zehn Jahren kein Angriff
Erfolgt eine Impfung direkt nach dem Kontakt mit Anthrax, werden auch die Sporen abgetötet und die Behandlung verkürzt. Amerika verfügt genau aus diesem Grund über große Mengen dieses Impfstoffes. Es wurde jedoch nie getestet, welche Dosierungen bei Kindern sicher und wirksam sind. Ein Viertel der US-amerikanischen Bevölkerung ist derzeit jünger als 18 Jahre. Das National Biodefense Science Board wurde vergangenen April um eine Expertise ersucht, ob der Impfstoff vor einem etwaigen Anthrax-Angriff an Kindern getestet werden oder ob das Medikament im Ernstfall einfach verabreicht werden sollte.
Die Experten entschieden sich für die erste Option. Die Regierung will nun eine Neubeurteilung dieser Situation unter ethischen Gesichtspunkten in Auftrag geben, bevor über die Durchführung von Tests entschieden wird, berichtet NewScientist. Viel könnte davon abhängen, ob Anthrax immer noch als wirkliche Gefahr gesehen wird. Seit zehn Jahren ist es zu keinem Angriff mehr gekommen. Niemand überlegt, ob Kinder routinemäßig gegen Anthrax geimpft werden sollten. Eine Impfung ist Martin Hugh-Jones von der University of Louisiana erst unmittelbar nach einem Angriff und für die Dauer von zehn Tagen sinnvoll.

Größe der Immunität unklar
Nach dieser Zeit kann die Impfung, falls notwendig, wiederholt werden. Das größte Problem ist ethischer Natur, da jede Impfung ein gewisses Risiko mit sich bringt. Dieses Risiko muss laut dem Anthrax-Experten Les Baillie von der Cardiff University gegen die geringe Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung abgewogen werden. Vorgeschlagen wurde, dass Kinder geimpft werden und dann ihre Immunreaktion festgestellt wird. Laut Baillie weiß jedoch niemand, wie groß die Immunität für einen Schutz gegen die Krankheit sein muss.
Baillie arbeitet derzeit mit Kollegen aus der Türkei und Georgien an einem Forschungsprojekt, das untersucht, welche Immunreaktionen einen wirklichen Schutz bieten. Sie führen ihre Tests im Kaukasus durch, wo die Krankheit endemisch auftritt. Das Team vergleicht, welche Immunreaktionen durch amerikanische, britische und russische Impfstoffe bei Erwachsenen erzielt werden können. Laut Baillie macht es mehr Sinn, derartige Tests nur dort dort durchzuführen, wo auch eine wirkliche Gefahr eines Kontaktes mit Anthrax besteht.

Autor: pressetext.de, Michaela Monschein (Stand: 04.11.2011)

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