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Verhütung: Alternativen zu wenig bekannt

pixelio.de (Tomizak) © pixelio.de (Tomizak)

Die meisten denken nur an Kondom und Pille, wenn es um die Verhinderung einer Schwangerschaft geht. Besseres Wissen um die Alternativen hilft dabei, die beste Verhütungsform für die jeweilige Lebenssituation zu finden, betonen Experten der österreichischen Gesellschaft für Familienplanung am heutigen Donnerstag in einem Pressegespräch. "Auch wenn das Thema Sex überall präsent ist, besteht über die Verhütung noch immer weitgehend bloß Halbwissen - besonders bei Jugendlichen", betont Claudia Linemayr-Wagner, Präsidentin der Gesellschaft.

Automatisch Pille
"Jugendliche beginnen beim 'ersten Mal' meist mit dem Kondom und steigen bei dauerhaften Beziehungen automatisch auf die Pille um, die sie von der Mutter kennen", berichtet die Soziologin Sabine Ziegelwanger. Wie die Antibabypille wirkt, worauf man Acht geben muss oder was beim weiblichen Zyklus genau passiert, sei bei Mädchen jedoch trotz ausführlicher Sexualkunde in der Schule kaum präsent. Bessere Zielgruppen-spezifische Aufklärung sei für beide Geschlechter nötig. "Burschen haken das Thema meist ab, sofern die Freundin 'eh die Pille schluckt'. Sie haben jedoch keinen Deut, was die tägliche Einnahme für sie bedeutet."
Denn zum Problem kann die Pille einerseits deshalb werden, da das Vergessen der täglichen Einnahme sowie das Erbrechen die antikonzeptive Wirkung verringert. Andererseits muss sie jedoch auch öfters wegen Übelkeit und anderen Nebenwirkungen abgesetzt werden. Belegt sind etwa ein erhöhtes Risiko für Blutgerinnsel in Bein- und Beckenvenen sowie speziell bei jungen Anwenderinnen für Thrombosen, berichtet das Berliner Robert Koch-Institut. Studien bringen hormonelle Verhütungsmittel jedoch auch mit Migräne, Gewichtszunahme, Libido-Verlust bis hin zu erhöhtem Krebsrisiko in Zusammenhang.

Beratung verändert Entscheidung
Wie sich ausführlichere gynäkologische Beratung auf die Verhütungsentscheidung auswirkt, hat europaweit die CHOICE-Studie ermittelt. Berücksichtigt wurden in diesem Vergleich allerdings bloß hormonelle Alternativen zur Pille. "Verhütungspflaster oder -ring wählen Frauen mit Beratung deutlich öfter als ohne", berichtet der Gynäkologe Christian Egartner über die Ergebnisse aus Österreich. Hormonelle Verhütung beim Mann gibt es in naher Zukunft nicht, so der Experte: Tests zur "Antibaby-Spritze für den Mann" wurden im Sommer 2011 wegen enormer Nebenwirkungen wieder eingestellt.
Vom Gynefix-Verhütungskettchen rät Egartner wegen häufiger Blutungen und Infektionen beim Befestigen in der Uteruswand ab. Die natürliche Familienplanung mit Kalender-, Hormon- oder Sekretbeobachtung sei für Jugendliche zwar keine Option, wohl aber für gut aufeinander abgestimmte Paare: "Bei richtiger Anwendung sind natürliche Methoden durchaus sehr sicher", betont der Wiener Frauenarzt. Eine Verbesserung ist 2012 durch "OvulaSens" zu erwarten. Der in Deutschland entwickelte Plastikring zeigt durch ständige Messung der Scheidentemperatur die Fruchtbarkeit der Frau an.

Keine Frauensache
Aufklärungsarbeit ist weiter nötig, um weg vom "Pille-Kondom-Denken" zu kommen und die in der jeweiligen Lebensphase beste Methode zu finden, so die Botschaft der Experten. Ziegelwanger rät Mädchen, sich mit dem eigenen Körper und dessen Funktionen wie etwa dem Ablauf des Weißflusses oder der Regel intensiv auseinander zu setzen und so die bewusste innere Körperwahrnehmung zu stärken. Nötig sei auch, das weiter oft verbreitete Macho-Getue der Burschen zu überwinden. "Es ist modern und fortschrittlich, wenn sich auch ein Mann mit dem Thema Verhütung auseinandersetzt und die Frau nicht alleine lässt."

Autor: pressetext.de, Johannes Pernsteiner (Stand: 24.11.2011)

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