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Schlafbedarf wird durch ein Gen bestimmt

photocase.de (cyberluzie) © photocase.de (cyberluzie)

Ein einzelnes Gen entscheidet wesentlich mit, ob ein Mensch viel oder wenig Schlaf braucht, um ausgeruht zu sein. Das berichten Forscher der LMU München in der Fachzeitschrift "Molecular Psychiatry". "Das Gen, das wir gefunden haben, erklärt fünf Prozent oder 22 Minuten der Schlafdauer des Menschen, bei Fliegen sogar 50 Prozent", erklärt Studienleiterin Karla Allebrandt.

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Wecker im Erbgut

Die Forscher befragten 4.000 Menschen aus sieben Ländern Europas zu ihren Schlafgewohnheiten und verglichen die Ergebnisse mit Gentests. Dabei fanden sie bei jenen, die in störungsfreier Umgebung weniger Schlaf brauchen als andere, ein gemeinsames Merkmal: Die meisten von ihnen verfügten über zwei Kopien einer bestimmten Variante des Gens ABCC9, während die Langschläfer eine andere Version davon besaßen. Allebrandt betont allerdings, dass auch eine Reihe weiterer Gene an der Schlaufdauer-Regulierung bestimmt sind.

Das besagte Gen steuert das Protein SUR2, eine Untereinheit des Kaliumkanals, der wiederum ein wichtiger Sensor für den Energiestoffwechsel zwischen den Zellen ist. Bei bestimmten Stoffwechselerkrankungen - etwa Herzleiden oder Diabetes - spielt dieser Kanal eine wichtige Rolle. Ein Zusammenhang zwischen Schlafdauer und derartigen Störungen des Körpers könnte somit durch gemeinsam benutzte molekulare Mechanismen erklärt werden.

Hauptschalter vieler Arten

Ein genaueres Verständnis der Schlafmodulation bringt das gleich mehrere Vorteile, betont die Chronobiologin. "Wir sehen nun etwa, dass das mit dem Schlaf assoziierte Gen eine wichtige Rolle für den Stoffwechsel spielt. Metabolische Fehlfunktionen - die sich häufig in Adipositas oder Diabetes ausdrücken - hängen mit der Schlafdauer durchaus zusammen. Verstehen wir die Genmechanismen, die hinter der Schlafdauer stecken, sowie deren Verbindung zum Stoffwechsel, kann das zu neuen Therapieansätzen für wichtige Krankheiten führen."

ABCC9 und seine Faktoren sind in der gesamten Tierwelt weit verbreitet. Bei Säugetieren ist es etwa im Herz, Skelettmuskel, Hirn und in der Bauchspeicheldrüse aktiv. Um die Folgen seiner Manipulation zu testen, blockierten die Münchner Chronobiologen das Gen bei Fruchtfliegen - und verkürzten damit den nächtlichen Schlaf der Tiere. "Das weist darauf hin, dass die genetische Schlafdauer-Kontrolle verschiedener Tierarten vielleicht auf den selben Mechanismen beruht", so Allebrandt.

Autor: pressetext.de, Johannes Pernsteiner (Stand: 02.12.2011)

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