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Micro-RNAs geben Hoffnung auf Krebsbremse

Lutz Langbein, Deutsches Krebsforschungszentrum © Lutz Langbein, Deutsches Krebsforschungszentrum

Ein winziges RNA-Molekül hat das Zeug, die Krebsentstehung in Zellen zu blockieren. Wie Wissenschaftler aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum berichten, wirkt die Micro-RNA (miR-520) Krebs sogar über zwei Wege entgegen: Sie verringert die Aktivität eines beim Tumor beteiligten Entzündungsschalters und hemmt darüber hinaus das Wachstum von Transportvehikeln maligner Zellen.

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Bremse für Signalmoleküle
Eines der Schlüsselmoleküle bei der Krebsentstehung ist der Transkriptionsfaktor NfkappaB. Er fungiert als zentraler Schalter für viele Gene mit entzündungsfördernder Wirkung. Der Medizinprofessor Stefan Wiemann und seine Mitarbeiter untersuchten, ob bei Brustkrebs Micro-RNAs dereguliert sind, die die NFkappaB-Produktion beeinflussen. Die Forscher entdeckten unter mehr als 800 untersuchten Micro-RNAs eine Gruppe von verwandten RNA-Molekülen mit der Bezeichnung miR-520, die die NFkappaB-Produktion besonders stark drosselt.
"Bilden die Zellen weniger NFkappaB, so geht die Produktion entzündungsfördernder Signalmoleküle zurück. Das bremst das Krebswachstum, denn diese Signalmoleküle fördern Invasionsfähigkeit, Gefäßneubildung und Metastasierung", erklärt Ioanna Keklikoglou, Doktorandin aus Wiemanns Abteilung, den Mechanismus. MiR-520 wirkt aber nicht nur über die Drosselung von NFkappaB als Krebsbremse.

Feindesansturm erhält Widerstand
Das Team entdeckte außerdem, dass die Micro-RNA zudem einen zweiten krebsfördernden Signalweg blockiert, den der Wachstumsfaktor TGF-beta auslöst. TGF-beta-Signale bewirken, dass bösartige Zellen in umgebende Organe vordringen können - eine charakteristische Eigenschaft von Krebszellen. "Die Hoffnung ist groß, mit Micro-RNAs Therapien durchführen zu können", sagt Wiemann.

Hoffnung auf Brustkrebs-Therapie
Die Forscher arbeiteten lediglich mit Zellgewebe von Krebskranken, während Versuche an lebenden Wesen noch ausstehen. Bei der Untersuchung von Tumorgewebeproben von 76 Brustkrebs-Patientinnen entdeckten sie immerhin, dass Tumoren, die bereits Lymphknotenmetastasen gestreut hatten, weniger miR-520 produzieren als solche, die nicht gestreut haben. Dieser Zusammenhang bestand jedoch nur bei Tumoren, die keine Rezeptoren für das weibliche Geschlechtshormon Östrogen bilden.
"Unsere Ergebnisse zeigen klar, dass miR-520 eine echte Krebsbremse ist, die das bösartige Verhalten der Tumorzellen gleich auf zwei verschiedenen Wegen unterdrückt", erklärt Wiemann. "Diese Krebsbremse fällt offenbar in vielen ER-negativen Brusttumoren aus - aber auch in Zellen anderer Krebsarten, wie Kollegen inzwischen gezeigt haben." Gerade ER-negativer Brustkrebs ist häufig schwierig zu behandeln. Hier könnte die Entwicklung einer Mirco-RNA-Therapie, die mehrere krebsfördernde Signalwege gleichzeitig blockiert, eine interessante Option darstellen.

Autor: pressetext.de, Oranus Mahmoodi (Stand: 20.12.2011)

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