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Müdigkeit nach Krebs ist keine Seltenheit

pixelio.de (rudolf ortner) © pixelio.de (rudolf ortner)

Die Klinik der Medizinische Hochschule Hannover (MHH) bietet eine Therapie für Brustkrebspatientinnen an, um das Müdigkeitssyndrom bei Frauen zu behandeln. Denn etwa die Hälfte der Betroffenen leidet unter einer Müdigkeit, die in der Fachsprache "Fatigue" heißt. Die MHH-Klinik für Rehabilitationsmedizin hat dazu ein Therapiekonzept entworfen, das aus mehreren Bausteinen besteht. Die Therapie ist gleichzeitig eine Studie, deren Ziel es ist, Standards für Diagnose und für Therapien zu erarbeiten.

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Schlafprobleme ein Dauerthema

Die Forscher wollen mit ihrem Konzept die Aufnahme der tumorbedingten Erschöpfung als eigenständige Diagnose in die Internationale Klassifikation der Erkrankungen (ICD) erreichen. Fadime Candir, Mitarbeiterin im MHH-Forschungslabor, beantwortet Fragen von Interessenten unter. "Gerade Brustkrebspatientinnen haben Schlafprobleme", sagt Candir. Frauen, die unter Fatigue leiden, sind kaum noch in der Lage, ihren Alltag zu bewältigen.

Die Ursachen für das Phänomen finden sich in der Erkrankung selbst, können aber auch als Folge von Chemotherapie und Bestrahlung auftreten. Für die Betroffenen und ihre Angehörigen bedeutet die Erkrankung eine erhebliche Beeinträchtigung der Lebensqualität. Die Betroffenen glauben oft, dass sie die Müdigkeit als Folge ihrer Krebserkrankung in Kauf nehmen müssen.

Im Workshop der MHH-Klinik sollen Beschwerden beseitigt und gelindert werden. Zur Therapie gehören Maltherapie, anthroposophische Eurythmietherapie, die Regulierung des Schlaf- Wachrhythmus und eine besondere Form der physiotherapeutischen Trainingstherapie. Die Behandlungen werden zehnmal - ein- bis zweimal in der Woche - durchgeführt und dauern vier Stunden. Die Teilnahme ist kostenlos.

Behandlungen lindern Symptome

Auch erfolgreich behandelte Krebspatientinnen fühlen sich häufig kraftlos und erschöpft - auch noch oft Jahre nach einer Behandlung. Die Folgen des Müdigkeitssyndroms sind für viele Betroffene verheerend: Das Familienleben leidet, Freundschaften gehen in die Brüche und der Beruf kann nicht mehr bewältigt werden. Insgesamt leiden rund 80 Prozent der Krebspatienten im Laufe ihrer Behandlung unter Fatigue.

Bei etwa 40 Prozent wird der Zustand chronisch. "Das Leiden ist so schwerwiegend, dass es von den meisten als das am stärksten belastende Symptom ihrer Erkrankung angesehen wird - noch vor Schmerzen und Übelkeit", sagt der Kölner Onkologe Jens Ulrich Rüffer, Vorsitzender der Deutschen Fatigue Gesellschaft. Die Forschung zu Fatigue stecke noch in den Kinderschuhen.

Ziel: Langfristig Kraft zurück gewinnen

Dabei berührt Fatigue das ganze Leben, sagt Diplom-Sozialpädagogin Susanne Hanewald von der Klinik Reinhardshöhe in Bad Wildungen. Die Patienten sehnen sich nach einer Rückkehr zum normalen Alltag. "Doch da macht Fatigue einen Strich durch die Rechnung", erklärt sie. Die MHH-Klinik bietet psychosoziale Therapieangebote, bei denen Patienten lernen, mit ihrer Erkrankung umzugehen. "Langfristiges Ziel ist es, Schritt für Schritt Kraft zurück zu gewinnen", so Hanewald. Auch eigne sich dafür ein "Krafttagebuch".

Die Forscher an der MHH-Klinik möchten mit ihrem Konzept offene Fragen klären: "Insbesondere über die chronischen Verläufe, die auch erst später auftreten können, wissen wir noch zu wenig", sagt Onkologe Rüffer. "Es handelt sich offensichtlich um ein ganz neues Krankheitsbild, das vom eigentlichen Tumorleiden abgekoppelt zu sein scheint."

Autor: pressetext.de, Michaela Monschein (Stand: 09.01.2012)

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