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Pest: Wirkmechanismus von Hemmstoffen geklärt

Maria Hirschbeck © Maria Hirschbeck

Wissenschaftler der Universitäten Würzburg und Stony Brook haben den Bindungs- und Wirkmechanismus von zwei neuen Hemmstoffen aufgeklärt, die den Erreger der Pest, das Bakterium Yersinia pestis, angreifen. Die Stoffe stammen von der Gruppe der Pyridone. Die neuen Hemmstoffe lagern sich an das Bakterienenzym FabV an und behindern es bei seiner Arbeit. Dieses Enzym vollzieht bei der Produktion der bakteriellen Fettsäuren den letzten Arbeitsschritt.

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Fettsäuren entscheidend
Wird das Enzym blockiert, stirbt der Pesterreger ab. Denn ohne Fettsäuren kann er seine schützende Umhüllung, die Zellmembran, nicht instand halten. "Noch aber hemmen die beiden Stoffe das Enzym nicht gut genug - davon, dass ein Medikament auf den Markt kommt, sind wir noch weit entfernt", sagt Professorin Caroline Kisker vom Rudolf-Virchow-Zentrum der Universität Würzburg.
Kisker und ihre Kollegen werden die neuen Hemmstoffe weiter analysieren. In ihren Labors hantieren die Wissenschaftler nicht mit Pesterregern, sondern mit dem isolierten Enzym. Im Verbund mit den Hemmstoffen bringen sie es in eine kristalline Form. In diesem Zustand können sie im Detail analysieren, wie die Hemmstoffe sich an das Enzym anlagern.

Afrika bleibt Schwerpunkt
In Europa gilt die Pest als besiegt. In Madagaskar, im Kongo und in Peru ist der Erreger wieder aufgetreten. Pariser Forscher haben 2010 sogar zwei Pesterreger-Stämme gefunden, die nicht mehr auf Antibiotika reagieren. Beide stammten aus Madagaskar. Die südöstlich von Afrika gelegene Insel ist ein Schwerpunkt der weltweiten Pestausbrüche: 2010 wurden dort 313 Krankheitsfälle bekannt, so die Statistik der WHO. Am zweithäufigsten trat die Infektion im Kongo auf (152), gefolgt von Peru mit 27 Fällen.
"Der Mensch ist nicht per se der Träger der Pest", sagt Jochen Kuper von der Uni Würzburg. Die Erreger der Pest leben normalerweise in Nagetieren, vor allem in Ratten. Durch die Stiche infizierter Rattenflöhe können sie auf den Menschen übertragen werden. Nach einem bis sieben Tagen stellen sich dann unter anderem hohes Fieber und Schüttelfrost ein. Dazu kommen schmerzhafte Schwellungen der Lymphknoten, die dadurch wie Beulen auf der Haut hervortreten. In seltenen Fällen platzen die Beulen nach außen auf.

Autor: pressetext.de; Oranus Mahmoodi (Stand: 13.01.2012)

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