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Psychische Leiden: Geistig Behinderte oft betroffen

photocase.de (nortys) © photocase.de (nortys)

Geistig behinderte Menschen haben ein höheres Risiko, an psychischen Krankheiten zu leiden. Häufig werden diese jedoch von der Behinderung überdeckt und nicht weiter berücksichtigt. Zu dieser aktuellen Erkenntnis ist die Schweizerische Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie gekommen. Durch eine unzureichende Diagnostik bleiben die Betroffenen häufig untherapiert. Psychische Störungen können unter anderem Hyperaktivität, Aggressionen oder Schlaf- und Essstörungen sein. Experten raten, auf Menschen mit geistigem Handicap einzugehen und sie ernstzunehmen.

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Sprachvermögen eingeschränkt

"Es ist zunächst äußerst schwierig, eine psychische Erkrankung bei geistig behinderten Menschen zu diagnostizieren, weil sie sich oftmals nicht ausdrücken können", erklärt Hans Kurt, Vorstandsmitglied der Schweizerischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie. Um mögliche Störungen erkennen zu können, brauchen Therapeuten eine lange Erfahrung mit geistig behinderten Patienten und gewisse Kenntnisse.

"Zusätzlich spielen auch die Familie und Betreuer eine wesentliche Rolle für die Diagnostik", führt Kurt aus. Diese stehen den Betroffenen näher und seien essenziell für eine ausführliche Schilderung der Symptome. "Die Angehörigen müssen demnach eine gute Beobachtungsgabe haben und ausführlich über die Auffälligkeiten erzählen", so der Experte. Erzieher und Betreuungspersonal in Heimen würden zudem heute noch zu wenig Wissen über psychische Erkrankungen erhalten.

Nicht immer medikamentös behandelbar

Die Art der Therapie kommt stets auf die Form der Krankheit an. "Depressive Patienten, die zum Beispiel unruhig sind oder nicht mehr schlafen können, können durchaus auch medikamentös behandelt werden", so der Psychiater. Eine konventionelle Psychotherapie sei jedoch aufgrund der mangelnden kognitiven Fähigkeiten bei Menschen mit geistiger Behinderung nicht möglich.

"Auch eine Verhaltens- und Umgebungsänderung kann sehr erfolgreich wirken. Wenn ein Patient demnach einen neuen Zimmernachbarn bekommt und mit diesem nicht gut auskommt, muss die Situation entsprechend angepasst werden", ergänzt Kurt. Entweder sollte in diesem Fall der Zimmernachbar oder das Zimmer gewechselt werden.

Autor: Quelle: pressetext.de; Stand: 08.12.2012

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