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Leberkrebs: Virus verdreifacht Überlebenszeit

phil.cdc.gov (James Gathany) © phil.cdc.gov (James Gathany)

Eine gentechnisch veränderte Version des Vaccinia-Virus hat die durchschnittliche Überlebenszeit von Patienten mit einer schweren Form von Leberkrebs verdreifacht. Die Nebenwirkungen sind leicht und ähnlich einer Grippe. Das Virus wurde von dem Biotherapeutik-Unternehmen Jennerex entwickelt und trägt die Bezeichnung "Pexa-Vec".

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Injektion ins Blut wirksam

30 Personen mit hepatozellulärem Karzinom wurden drei Dosen des Virus JX-594 innerhalb eines Monats direkt in ihren Lebertumor injiziert. Eine Hälfte der Freiwilligen erhielt eine geringe Dosis, die zweite eine hohe. Die Teilnehmer beider Gruppen überlebten in der Folge 6,7 bzw. 14,1 Monate. Frühere Tests mit Sorafenib, der derzeit besten Medikation für diese Art von Krebs, führten zu einer Lebensverlängerung von nur drei Monaten.

Zwei der Patienten, die die höchste Dosierung erhalten hatten, lebten zwei Jahre nach der Behandlung noch. Neben der Verkleinerung des Primärtumors konnte sich das Virus auch ausbreiten und Sekundärtumore außerhalb der Leber in der Größe reduzieren. Laut David Kirn, dem Leiter der Studie bei Jennerex, verschwanden manche Tumore völlig.

Bei den meisten war auf MRI-Scans eine teilweise Zerstörung nachweisbar. Entscheidend dabei ist, dass die Zerstörung bei den Primärtumoren und sekundären Tumoren gleich ausgeprägt war. Dass das Virus in der Lage zu sein scheint, sich auf Sekundärtumore auszubreiten, legt nahe, dass auch eine normale Injektion ins Blut wirksam sein könnte. Ein Experiment, das beide mögliche Formen der Verabreichung vergleichen soll, ist in Vorbereitung. Details der Studie wurden in Nature Medicine veröffentlicht.

Genaktivität wird reduziert

Bei dem Virus wurde ein Gen, das für das Enzym Thymidinekinase kodiert, entfernt. Dieses Enzym ermöglicht es dem Virus, sich teilende Zellen zu erkennen und zu infizieren. Durch die Entfernung des Gens, wurde die Wahrscheinlichkeit verringert, dass gesunde Zellen ebenfalls infiziert werden. Stattdessen greift das Virus ausschließlich Tumorgewebe an. Es zielt dabei auf zwei Gene ab, deren Aktivität in Tumorzellen höher ist.

Eines der Gene steht mit dem epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptor in Zusammenhang, der das Krebswachstum anregt. Das andere steht mit einem vaskulären endothelialen Wachstumsfaktor in Verbindung, der dem Krebs ermöglicht, eine eigene Blutversorgung zu schaffen. Das Virus reduziert die Aktivität beider Gene. Die infizierten Krebszellen werden geschädigt und sterben ab.

Nicht bei allen Patienten wirksam

Dazu kommt, dass das Virus zusätzliche Gene in sich trägt, die das Immunsystem des Körpers in der Abwehr von Krebs stärken. Eines produziert den Granulozyten-Kolonie-stimulierenden Faktor, ein Protein, das die Bildung von zusätzlichen weißen Blutkörperchen bei einer Infektion fördert. Das andere produziert mit Lac-Z ein Protein, das normalerweise bei Menschen nicht vorkommt. Es markiert infizierte Zellen für die Zerstörung.

Laut dem Jennerex-Chef Laurent Fischer haben bis heute mehr als 200 Personen das Virus erhalten. Es scheint auch ein Potenzial zur Behandlung von anderen Krebsformen wie Nieren- oder Hautkrebs zu haben. Fischer warnte in einem NewScientist-Bericht jedoch davor, dass nicht alle Patienten von der Behandlung profitieren. "Wir wissen nicht, warum manche Patienten auf das Virus ansprechen und andere nicht."

Autor: Quelle: pressetext.de; Stand: 11.02.2013

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