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Globaler Konsens zur Diagnose von Tod gefordert

aboutpixel.de (Norman Enke) © aboutpixel.de (Norman Enke)

Es muss eine internationale Einigung geben, wann und wie der Tod eines Menschen festgestellt wird. Das fordern Alex Manara und Ricard Valero, zwei führende Experten auf diesem Gebiet. Auf einer Tagung der European Society for Anaesthesiology in Palm Beach argumentieren sie, dass die technologischen Verbesserungen bedeuten, dass die Grenze zwischen Leben und Tod heute weniger klar gezogen werden kann. Die WHO arbeitet bereits an der Erstellung eines allgemeinen Konsens.

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30 Falschdiagnosen belegt

In den meisten Fällen werden Menschen in Krankenhäusern erst für tot erklärt, nachdem Ärzte Herz, Lungen und Reaktionsfähigkeit überprüft und festgestellt haben, dass es keinen Herzschlag, keine Atemgeräusche und keine offensichtlichen Reaktionen auf die Umwelt mehr gibt.

Laut Manara, der Anästhesist am Frenchay Hospital ist, gibt es mehr als 30 Berichte von Fällen in der Fachliteratur, bei denen diese Diagnose falsch gewesen sei. Dieser Umstand habe dazu geführt, dass sich Experten fragten, welche Verbesserungen bei der Feststellung des Todes möglich sind.

Zeit als wesentlicher Faktor

Zahlreiche Institutionen in den Vereinigten Staaten und Australien haben zwei Minuten als die Untergrenze für die Beobachtung festgelegt. In Großbritannien und Kanada werden fünf Minuten empfohlen. In Italien wird empfohlen, vor der endgültigen Feststellung des Todes 20 Minuten zu warten. Das gilt vor allem dann, wenn eine Organspende in Betracht kommt.

Valero, Professor für Anästhesie an der Universitat de Barcelona spricht auf der Tagung über die selteneren Fälle von Patienten auf Intensivstationen, deren Herz- und Lungenfunktion durch Maschinen aufrecht erhalten werden. In diesen Fällen ist für die Ärzte der Gehirntod entscheidend. Häufig werden auch neurologische Tests durchgeführt, um die Gehirntätigkeit des Patienten zu überwachen.

Mediziner bei Gehirntod uneins

Die Kriterien für die Feststellung eines Gehirntodes sind jedoch nicht einheitlich. In Kanada ist zum Beispiel nur ein Arzt erforderlich, um den Gehirntod festzustellen. In England werden zwei Ärzte empfohlen und in Spanien sind drei Mediziner erforderlich. Die Anzahl der nötigen neurologischen Tests ist ebenso unterschiedlich wie der Zeitraum, über den der Körper vor der Erklärung des Todes beobachtet werden muss.

Laut Valero sind diese Unterschiede in der Praxis nicht logisch nachvollziehbar und damit umsetzbar. Der Experte setzt sich vor diesem Hintergrund dafür ein, Forschungsprojekte fordern, um einen allgemeinen Konsens für die optimalen Kriterien zur Feststellung eines Gehirntodes zu unterstützen.

Autor: Quelle: pressetext.de; Stand: 3.6.2013

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