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Parasiten-Alarm: Schnelle Schnecken töten Hunde

Schnecken sind schneller, als man vielleicht annehmen würde und legen leicht einen Meter pro Stunde zurück. Das haben Forscher der University of Exeter festgestellt, die 450 Gartenschnecken mittels LEDs und UV-Farben verfolgt haben. Demnach nutzen die Weichtiere auch gerne eine Art Schleimspur-Windschatten. Dass sich Schnecken doch recht zügig fortbewegen, hat seine Schattenseite: Mit ihnen reist der Lungenwurm Angiostrongylus vasorum, ein für Hunde lebensgefährlicher Parasit. In Großbritannien hat er sich dank schneckenreicher Jahre von seiner angestammten Heimat im Süden bereits bis nach Schottland ausgebreitet.

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Schnecken auf der Spur

Das Team um den Ökologen Dave Hodgeson hat mithilfe von LED-Lichtern, die auf dem Rücken der Tiere befestigt wurden, und Zeitrafferaufnahmen erstmals die nächtliche Aktivität von Schnecken genau erfasst. Zudem haben sie UV-Farben genutzt, um die Spuren der Kriechtiere sichtbar zu machen. "Die Ergebnisse zeigen, wie Schnecken in einem Zeitraum von 24 Stunden bis zu 25 Meter zurücklegen", so Hodgeson. Zudem hat das 72-stündige Experiment auch Aufschluss darüber gegeben, wie die Tiere die Umgebung erkunden, wo sie Zuflucht suchen und wie genau sie sich fortbewegen.

"Wir haben festgestellt, dass sich Schnecken im Konvoi fortbewegen, quasi Huckepack auf dem Schleim anderer Schnecken", sagt der Ökologe. Der Grund dafür ist einfach. Wenn ein Weichtier einer bestehenden Spur folgt, ist das also ein wenig wie Windschattenfahren, lässt sich Hodgeson von der BBC zitieren. Denn die Schnecke spart dadurch Energie und das potenziell beachtlich. Denn Schätzungen zufolge dürften 30 bis 40 Prozent des Energiebedarfs der Kriechtiere auf die Schleimproduktion entfallen.

Parasiten werden transportiert

Die Ergebnisse sind in die Reportage "Slime Watch" der britischen Kampagne Be Lungworm Aware eingeflossen. Diese will darauf aufmerksam machen, wie schnell sich mit Schnecken auch der Hunde-Parasit Angiostrongylus vasorum ausbreiten kann. Hunde können ihn leicht selbst mit kleinsten Schnecken schlucken, die beispielsweise an Spielzeugen oder in Pfützen zu finden sind. Die Parasiten befallen dann die Lunge und es kommt je nach Stärke des Befalls zu Symptomen, die von Hustenanfällen bis hin zu Kreislaufversagen reichen.

Der ursprünglich primär in Frankreich, Dänemark und eben England vorkommende Parasit hat sich in den vergangenen Jahren nicht nur in Großbritannien immer weiter ausgebreitet. Dieter Barutzki vom Tierärztlichen Labor Freiburg hat 2010 eine Studie veröffentlicht, nach der diese Art des Lungenwurms inzwischen speziell in Südwestdeutschland relativ weit verbreitet ist. Auch hierzulande sind Schnecken ein wichtiger Zwischenwirt und bedeuten somit ein Infektionsrisiko für den besten Freund des Menschen.

Autor: Quelle: pressetext.de; Stand: 26.8.2013

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