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Depression beschleunigt Zellalterung dramatisch

Depressionen können physisch älter machen, indem sie den Alterungsprozess unserer Zellen beschleunigen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie, die Forscher der VU University Medical Centre (VUmc) in Amsterdam gemeinsam mit US-Kollegen durchgeführt haben. Demnach konnte mittels Labortests nachgewiesen werden, dass die Zellen von jenen Menschen, die gegenwärtig schwer depressiv sind oder in der Vergangenheit an einer Depression litten, unter dem Mikroskop deutlich älter erscheinen. Die sichtbaren Unterschiede betreffen dabei vor allem die sogenannten Telomere - die Schutzkappen am Ende der Chromosomen - und lassen sich nicht durch andere Faktoren wie etwa starkes Rauchen oder übermäßigen Alkoholkonsum erklären, betonen die Studienautoren.

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Verschiedene Einflussfaktoren

"Der Alterungsprozess einer Zelle hängt von verschiedenen Faktoren ab", erklärt Roland Foisner, Professor für Biochemie an der Meduni Wien und Gruppenleiter an den Max F. Perutz Laboratories. Als Beispiel verweist der Zellbiologe unter anderem auf Umwelteinflüsse wie eine direkte Sonneneinstrahlung, die die Hautzellen schädigen können. "Aber auch innere Einflüsse spielen hierbei eine Rolle. So führt etwa das Einatmen von Sauerstoff, wenn er nicht komplett verarbeitet wird, zur Bildung von freien Radikalen, die sich negativ auf die Zellen auswirken können", erläutert der Wissenschaftler.

Die Bedeutung der Telomere für den Alterungsprozess sei bereits bekannt. "Dahinter versteckt sich eine Art Schutzmechanismus für den Organismus. Prinzipiell gilt: Je kürzer die Länge der Tolemere, desto älter ist der Körper und desto geringer ist die Lebenserwartung", fasst Foisner zusammen. Hier gelte es allerdings auch Unterschiede zwischen Mensch und Tier zu beachten. Bei Mäusen sind die Tolemere nämlich deutlich länger als beim Homo sapiens. "Die Tatsache, dass diese Unterschiede existieren, zeigt, dass es auch noch andere wichtige Faktoren geben muss, die den Altersprozess beeinflussen. Ob hier auch psychische Störungen wie Depressionen mitspielen, lässt sich auch durch die aktuelle US-Studie nicht endgültig klären", meint der Experte.

"Schlagkräftige Beweise"

Die Studienautoren selbst wollen mit ihrer Untersuchung freilich "schlagkräftige Beweise" für diesen Zusammenhang gefunden haben. "Unsere groß angelegte Studie zeigt, dass Depression mehrere Jahre des biologischen Alters mit sich bringt, insbesondere dann, wenn die Betroffenen sehr ernste chronische Symptome aufweisen", zitiert BBC News die VUmc-Forscherin Josine Verhoeven. Insgesamt 2.407 Menschen hat sie gemeinsam mit US-Kollegen unter die Lupe genommen. Mehr als ein Drittel davon war gerade depressiv, ein Drittel litt in der Vergangenheit unter einer schweren Depression und der Rest hatte nie ein derartiges Problem.

Für die Analyse mussten die freiwilligen Studienteilnehmer eine Blutprobe abgeben, die im Labor nach Anzeichen der Zellalterung überprüft wurde. Dabei stellte sich heraus, dass Menschen aus den ersten beiden Gruppen deutlich kürzere Telomere aufwiesen als die Mitglieder der nicht-depressiven Kontrollgruppe. "Verkürzte Telomere sind eine Reaktion des Körpers auf den Stress, den eine Depression hervorruft", bringt Verhoeven ihre Untersuchungsergebnisse auf den Punkt. Unklar sei, ob sich dieser Prozess auch umkehren lässt, so die Forscherin abschließend.

Autor: Quelle: pressetext.de; Stand: 14.11.2013

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