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Gene mitschuldig an Aggression bei Kleinkindern

Genetische Faktoren sind ausschlaggebend für die Entwicklung und den Verlauf der Aggressivität bei Kleinkindern, wie Forscher an der University of Montreal herausgefunden haben. Das Team um Eric Lacourse hat das an ein- und zweieiigen Zwillingspaaren erforscht.

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Gene und Umwelt wichtig

"Die Genetik-Umwelt-Analysen haben gezeigt, dass frühe genetische Faktoren beherrschend sind in der Erklärung von entwicklungsspezifischen Trends. Sie haben den Großteil von Stabilität und Wandel der physischen Aggression erklärt", so Lacourse. Jedoch ist zu bedenken, dass körperliche Aggressionen auch von der Umwelt abhängen, zum Beispiel von Familien- und Freundeskreis.

In den vergangenen 25 Jahren war die Forschung stark beeinflusst von Social-Learning-Theorien, die postulieren, dass die Aggressivität stark von Modellen im sozialen Umfeld oder in den Medien beeinflusst wird. Die neue Studie bringt jedoch zutage, dass etwa 50 Prozent der Schwankungen der Aggressivität in der Bevölkerung durch genetische Faktoren erklärt werden können.

667 Zwillingspaare wurden in der Analyse begleitet. Ihre Mütter bewerteten aggressives Verhalten wie Beißen oder Treten im Alter von 20, 32 und 50 Monaten. "Genetische Faktoren erklärten immer einen wesentlichen Teil von individuellen Unterschieden bei physischen Aggressionen", so Lacourse.

Zu viel aggressives Verhalten

Langzeitstudien zeigen jedoch, dass die genetischen Faktoren nach dem Kleinkindalter einen Teil ihres Einflusses auf physische Gewalt verlieren. Kinder lernen mit der Zeit, Alternativen zum aggressiven Verhalten anzuwenden. Jedoch sollte bei einer kindlichen Neigung zu physischer Aggressivität mit besonderer Vorsicht vorgegangen werden. Durch gewisse Umweltkontexte kann die Aggressivität aufrechterhalten und verstärkt werden.

"Diese Aggressionszyklen zwischen Kindern und Geschwistern oder Eltern, genauso wie zwischen Kindern und ihren Spielkameraden, können die Entwicklung von chronischer physischer Aggression unterstützen", sagt der Forscher abschließend. So wie bei antisozialem Verhalten kann jedoch rechtzeitig eingegriffen werden.

Autor: Quelle: pressetext.de; Stand: 22.01.2014

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