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Diagnose Rheumatoide Arthritis – und was jetzt?

Fotolia / Artem Furman © Fotolia / Artem Furman

Gerade für junge Erwachsene ist die Diagnose Rheumatoide Arthritis ein Schock: Rheuma? Arthritis? Ist das nicht etwas für klapprige Omas und Opas?

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Leider nicht. Zwar tritt die Krankheit am häufigsten zwischen 50 und 60 auf, aber jede Altersgruppe kann betroffen sein, sogar Kinder. In Deutschland leiden etwa 800.000 Menschen an Rheumatoider Arthritis, darunter zahlreiche junge Menschen zwischen 25 und 35, die am Beginn ihrer beruflichen und familiären Zukunft stehen. 

Auch wenn Sie das Gefühl haben, dass die Diagnose Ihnen den Boden unter den Füßen wegzieht – Sie schaffen das. Wir möchten Ihnen einige Tipps an die Hand geben, wie Sie mit der Krankheit umgehen und dennoch Ihr Leben voll genießen können.

Verstehen was mit dem Körper passiert

Vielleicht möchten Sie gar nicht so genau wissen, was es eigentlich bedeutet, Rheumatoide Arthritis zu haben, was noch auf Sie zukommt und wie die Krankheit überhaupt funktioniert. Doch auch in Bezug auf Krankheiten gilt: Wissen ist Macht. Wer viel über seine Krankheit weiß und sie besser versteht, hat die Nase vorn:

  • So können Sie informierte Entscheidungen treffen, was beispielsweise Behandlung und Zukunftsplanung angeht.
  • Ärzte sind auch nur Menschen. Während einige immer auf dem Laufenden sind und alle Details zu einer Krankheit abgespeichert haben, sind andere nicht auf dem neuesten Stand oder verfügen über lückenhaftes Wissen. Wenn Sie als Patient sich auskennen, können Sie die Kompetenz Ihrer Ärzte besser beurteilen. Dann können Sie im Zweifelsfall nochmal nachhaken oder eine zweite Meinung einholen.
  • Wer Krankheit und Körper versteht, fühlt sich weniger hilflos. Information ist ein wichtiger Schritt, damit Sie selbst wieder über Ihr Leben bestimmen und nicht die Krankheit

Aber was passiert denn nun eigentlich genau in Ihrem Körper?

Typischerweise sind die Gelenke von Händen und Füßen, aber auch von Knien, Schultern und Hüfte betroffen. Eine Entzündung im Gelenk verursacht die Schmerzen, Steifheit, Schwellung sowie Überwärmung.

Man geht davon aus, dass diese Entzündung von fehlgeleiteten Immunzellen verursacht wird. Diese wandern in die Gelenke ein und produzieren dort unter anderem den entzündungsfördernden Stoff Zytokin. Das bewirkt, dass die Gelenkinnenhaut anfängt zu wuchern. Eigentlich ist diese Haut für die Produktion der Gelenkflüssigkeit zuständig, die das Gelenk schmiert und stoßdämpfend wirkt. Die wuchernden Zellen greifen nun Knochen und Knorpel an und bewirken langfristig eine Zerstörung der Gelenke.

Ausführlich erklärt wird der Prozess zum Beispiel in diesem Artikel der Universität Mainz.

Mit dem Schmerz umgehen

Gemeinsam mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin werden Sie eine Behandlung finden, die die Schmerzen lindert und das Fortschreiten der Arthritis verlangsamt. Dabei kommt im Normalfall eine Kombination verschiedener Mittel zum Einsatz:

  • Kortisonähnliche Substanzen (sogenannte Glukokortikoide) hemmen die Entzündungsprozesse. Mehr Informationen dazu finden Sie auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie.
  • Immunmodifizierende Medikamente wie Methotrexat mäßigen die Überreaktion des Immunsystems. Hierzu empfehlen wir den Artikel der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie.
  • Schmerzmittel ergänzen die medikamentöse Behandlung. Bewährtes Mittel ist hier Diclofenac (ausführliche Infos auf NetDoktor), weil es zugleich auch entzündungshemmende Wirkung hat.

Dazu kommen Physiotherapie, Ergotherapie, eine Ernährungsanpassung und gegebenenfalls psychologische Beratung.

Dennoch bleiben die wenigsten Patienten dauerhaft schmerzfrei. Deswegen müssen Sie sich Strategien erarbeiten, wie Sie mit dem Schmerz umgehen können. Dafür ist es wichtig, zu wissen: Ihr Schmerz hat eine physiologische Ursache. Das bedeutet aber nicht, dass emotionale und psychische Faktoren keinen Einfluss auf die Schmerzen hätten. Angst oder Stress können Schmerzen verstärken. Außerdem kann das Gehirn auf Schmerzen konditioniert werden. Wer immer in einer bestimmten Situation Schmerzen empfindet, kann auch nach Verschwinden des eigentlichen Schmerzreizes in solchen Situationen weiterhin Schmerzen empfinden.

Ein Beispiel: Die Arthritis von Hannes betrifft vor allem seine Knie. Am Schlimmsten machen sich die Schmerzen auf Reisen bemerkbar, weil er im Auto, Flugzeug oder Zug die Knie schlecht durchstrecken und bewegen kann. Deswegen ist er auf Reisen immer sehr nervös und gestresst, was die Schmerzen nur noch schlimmer macht. Das geht so weit, dass seine Knie sogar wehtun, wenn gar keine akute Entzündung vorhanden ist – sein Gehirn hat gelernt, das Reisen Schmerzen bedeuten.

Mit diesem Wissen im Hinterkopf sollten Sie folgendermaßen vorgehen, um Ihre Strategien zu entwerfen:

  1. Identifizieren Sie Situationen, die für Sie belastend sind, in denen Sie ängstlich oder gestresst sind. Schreiben Sie sie auf.
  2. Listen Sie Situationen auf, in denen Schmerzen besonders häufig und/oder stark auftreten. Viele davon sind vermutlich die gleichen Situationen wie im ersten Punkt, aber nicht unbedingt alle.
  3. Überlegen Sie jetzt, bei welchen der Punkte auf Ihren Listen Sie die Situation einfach vermeiden können. Wenn beispielsweise 'Frieren' ein Schmerzauslöser für Sie ist, können Sie das ohne große Nachteile vermeiden, indem Sie sich wärmer anziehen bzw. immer zusätzliche Kleidungsschichten mitnehmen. Überlegen Sie sich für diese Punkte genau, wie Sie sie in Zukunft vermeiden können.
  4. Andere Situationen möchte oder kann man dagegen nicht meiden. 'Reisen' zum Beispiel möchte man eher nicht von der Liste der eigenen Beschäftigungen streichen, weil Urlaub an sich ein wichtiges Stück Lebensqualität ist. Bei diesen Punkten geht es mehr darum herauszufinden, wie Stress und Schmerz möglichst reduziert werden können. Ist es zum Beispiel besser, wenn Sie mit dem Zug statt mit dem Auto reisen und jede halbe Stunde einmal aufstehen und ein wenig hin- und herlaufen?
  5. Packen Sie ein Täschchen mit Ihrem Notfall-Schmerzmittel und anderen Notfallmaßnahmen. Das könnte zum Beispiel ein Wärmekissen sein, wenn Ihnen Wärme hilft, ein Massageball, ein spannendes Hörbuch zum Ablenken oder ähnliches. Tragen Sie dieses Täschchen immer mit sich. Allein das Wissen, dass Sie für den Notfall gewappnet sind, wird Ihre Schmerzen reduzieren und Ihnen Angst nehmen.

Mit diesen Maßnahmen sind Sie für den Alltag und für außergewöhnliche Situationen gut vorbereitet

Autor: Wissen Gesundheit - Redaktion

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