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Telemedizin in Deutschland: Entwicklung und Zukunftsprognose

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Telemedizin in Deutschland: Entwicklung und Zukunftsprognose

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Heutzutage können wir uns unser Leben ohne digitale Medien kaum vorstellen: wir kaufen Kleidung, Schönheitsprodukte oder Möbelstücke online, wir buchen die nächste Reise und finden unsere große Liebe übers Internet. Selbst nach Antworten auf diverse medizinische Fragen suchen wir im Internet.

Die ersten Bewegungen zur Digitalisierung der Medizin haben längst stattgefunden und finden in Form von unterstützenden Softwaresystemen, interaktiven Krankenakten, zertifizierter und verschlüsselter Ärztekommunikation in Form von E-Mails oder auch der Online Sprechstunde bei Ärzten viele Anhänger aber auch viele Feinde. Wie immer stößt Veränderung und Fortschritt auch auf Ablehnung. Besonders in dem sensiblen Kontext mit unserer Gesundheit finden sich viele Kritiker, die sich der Weiterentwicklung der Medizin unter Nutzung digitaler Medien entgegenstellen.

Dabei sind Themen wie die Ärztliche Online Beratung gerade im europäischen Ausland nichts Neues. Online Kliniken wie HealthExpress praktizieren in den Vereinigten Königreichen schon seit 2002 online und schlagen die Brücke zwischen Arzt und Patient ohne den oftmals zeitaufwändigen und in unserer arbeitstätigen Gesellschaft schwer zu realisierenden Gang zum Arzt. Derartige Online Dienste stoßen nicht selten auf scharfe Kritik insbesondere aus Reihen von klassisch praktizierenden Ärzten und Apothekern. Dabei bewegen sich alle Portale, welche rezeptpflichtige Medikamente mit vorhergehender Online Konsultation durch einen Arzt verschreiben, im Rahmen des europäischen Rechts.


Quelle: http://www.healthexpress.eu/de/

Norwegen, Schweden und Großbritannien als Beispiele für funktionierende Telemedizin

Die Akzeptanz der telemedizinischen Behandlungen und Anwendungen ist in vielen europäischen Ländern wie Norwegen, Schweden, Großbritannien, der Schweiz oder den Niederlanden weitverbreitet und erfreut sich einer weitaus höheren Akzeptanz als in anderen europäischen Staaten. Die telemedizinische Behandlung im Internet entwickelte sich in diesen Ländern zu einer anerkannten Form der medizinischen Versorgung.

Die Mehrheit der Ärzte steht der Entwicklung der Online- Patientenversorgung positiv gegenüber, da die Abwicklungen dadurch standardisiert und optimiert werden. Darüber hinaus leisten Online Dienste eine merkliche Entlastung für Ärzte, welche das Patientenvolumen alleine nicht stemmen können. Laut Statistiken entwickeln die Patienten im Rahmen der telemedizinischen Intervention darüber hinaus einen besseren Verstand für ihren gesundheitlichen Zustand sowie einen eigenständigeren Umgang mit der Erkrankung.

Ferndiagnoseverbot trotz des zunehmenden Arztmangels in Deutschland

In Deutschland stellt sich die Lage durchaus anders dar. Die telemedizinische Behandlung hat sich in Deutschland nicht so stark durchgesetzt wie in den EU Nachbarländern. In der Bundesrepublik gilt nach wie vor ein Fernbehandlungsverbot. Das Aufheben des Verbots wird von Ärzten und Krankenkassen kritisch gesehen, obwohl in den kommenden Jahren ein gravierender Mangel an Haus- und Fachärzten droht (vor allem auf dem Land). Laut der Umfrage der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) beabsichtigt fast jeder Vierte seine Praxis bis 2020 zu schließen (s. Grafik). Dabei gaben 58% der befragten Ärzte an, dass sie noch keinen Nachfolger für ihre Praxis gefunden hätten. 74% der Interviewenden halten die Suche für schwierig bzw. sehr schwierig.


Quelle: http://www.kvsh.de/KVSH/db2b/upload/news/infas_Praesentat_1.pdf

Weiterhin steht der Mehrzahl der befragten Haus- und Fachärzten nach eigener Beurteilung keine zufriedenstellende Zeit für die persönliche Patientenbehandlung zur Verfügung.

Angesichts der Verschärfung des Arztmangels könnten telemedizinische Versorgungsangebote die Verbesserung der medizinischen Vorsorge sowie eine schnellere Verfügbarkeit fachärztlicher Diagnose speziell im ländlichen Raum ermöglichen, da räumliche Entfernungen zwischen Arzt und Patient mittels digitaler Technik überwunden werden.

Steigende Signifikanz von Telemedizin in der Bundesrepublik

Das deutsche Gesundheitssystem wird stets mit den großen Veränderungen und der Implementierung innovativer Versorgungsmethoden konfrontiert. Die Telemedizin gewinnt in den letzten Jahren an Bedeutung. In einer Umfrage vom April 2010 durch das Institut für Demoskopie Allensbach mit niedergelassenen Ärzten und Ärzten, welche im Krankenhaus praktizieren, schätzen fast 50% der Befragten ein, dass die telemedizinische Patientenvorsorge in Deutschland immer wichtiger werden und der Einsatz dieser Verfahren und Anwendungen im eigenen Arbeitsbereich eine wichtigere Rolle spielen wird.

2014 - Premiere in Deutschland: Telemedizinprojekt in Sachsen gestartet

Im Mai 2014 haben das Land Sachsen, T-Systems International GmbH, eine Tochtergesellschaft der Deutschen Telekom AG, und das Carus Consilium Sachsen, ein fachärztlicher Sponsor, grünes Licht für den Startschluss einer Plattform für telemedizinische Anwendungen gegeben, um einen breiten Zugang zur medizinischen Patientenvorsorge in ländlichen Gebieten im Osten Sachsens zu verbessern. Mithilfe dieser Plattform können Patienten hoch qualitative (fach)medizinische Dienstleistungen auf Distanz in Anspruch nehmen und sich dadurch eine lange Fahrt zur Arztpraxis ersparen.

“[...] Das Projekt ist ein wegweisendes Modell, mit dem der demografische Wandel Ostsachsens gestaltet werden kann. Das Carus Consilium hat in mit verschiedenen Projekten deutlich bewiesen, dass die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung auch mit neuen Ansätzen auf einem hohen Niveau fortgeführt werden kann. Und mit T-Systems wurde ein starker Partner gefunden”, so die sächsische Gesundheitsministerin Christine Clauß.

 Die Hemmungen gegenüber der Telemedizin in Deutschland

Trotz positiver Entwicklungen im Bereich der Telemedizin in den letzten Jahren erschweren die zwei  größten Hindernisse das vollzogene Aufheben des Ferndiagnoseverbots. Die ungenügenden Vergütungsregelungen telemedizinischer Leistungen und der hohe Aufwand der evidenzbasierten Belegung von der Nützlichkeit von telemedizinischen Anwendungen und Angeboten. Martin Grieger vom AOK Bundesvorstand betonte bei der zweiten Auflage der „Frühjahrstagung Telemedizin“, die im Mai 2013 in Düsseldorf stattgefunden hat, dass es dringend notwendig ist, Qualitätsverbesserungen sowie Kosteneinsparungen bei der Auswahl telemedizinischer Leistungen zu messen und klar zu definieren.

Zukunftsprognose der digitalen Medizin in Deutschland

Das Internet macht es möglich. Patienten aus Deutschland können sich von den Ärzten behandeln lassen, die ihren Sitz im europäischen Ausland (Niederlanden oder Großbritannien) haben, und die im EU-Ausland ausgestellten Rezept werden auch bei deutschen Apotheken akzeptiert. So haben die deutschen Patienten schon seit längerer Zeit Wahlfreiheit gewonnen.

Wann genau Ärzte und Krankenkassen in Deutschland von der Nützlichkeit, der Qualität sowie der  Sicherheit der telemedizinischen Behandlungsmethoden vollständig überzeugt werden, ist noch unklar. Der demographische Wandel, medizinische Fortschritte und sozialpolitische Rahmen signalisieren eine einmalige Zukunft für telemedizinische Innovationen.

Autor: Wissen Gesundheit - Redaktion

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