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Nabelschnurblut einlagern - Vorsorge für einen möglichen Krankheitsfall

pixabay.com, debowscyfoto (CC0 1.0) © pixabay.com, debowscyfoto (CC0 1.0)

Bereits während der Schwangerschaft werden zukünftige Eltern mit dem Thema Stammzelleinlagerung konfrontiert. Doch inmitten der Vorbereitungen auf die Geburt fällt es nicht leicht, sich für oder gegen das Einlagern von Nabelschnurblut zu entscheiden.

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Was sind Stammzellen?

Stammzellen sind noch nicht spezialisierte Basiszellen, aus denen durch Teilung nahezu alle Körperzellen entstehen können. Sie bewirken, dass aus einer Eizelle ein Embryo und später ein gesundes Baby wird. Nur mit ihnen kann ein Mensch wachsen, kann sich zerstörtes Gewebe regenerieren und können Wunden heilen. Zu finden sind sie sowohl in der Eizelle als auch im Nabelschnurblut und im Knochenmark.

Für die Stammzelltherapie in Deutschland sind nur die Stammzellen aus Knochenmark und Nabelschnurblut relevant, die sogenannten adulten Stammzellen. Die embryonalen Stammzellen sind in Europa aus ethischen Gründen verboten, da zur Gewinnung ein Embryo getötet werden müsste.

Einsatzmöglichkeiten von Stammzellen

Stammzellen aus Nabelschnurblut konnten bereits bei über 80 Krankheiten eingesetzt werden, doch bisher haben sie sich nur für wenige als Standardtherapie durchgesetzt. Dabei haben Stammzellen ein enormes Potential, wie diese PDF erläutert.

Bei Kindern, die an Leukämie erkrankt sind, werden bevorzugt Stammzellen aus Nabelschnurblut verwendet. Gerade bei einer Blutkrebserkrankung werden aber keine eigenen, sondern fremde Stammzellen eingesetzt. Die Gefahr, dass das eigene Blut bereits Krebszellen enthält, ist zu groß.

Für Erwachsene ist nach wie vor eine Knochenmarkspende die erste Wahl. Grund hierfür ist unter anderem die benötigte Menge. Eine Nabelschnurblutzellspende reicht für ein Kind. Ein Erwachsener benötigt aber mehr Zellmaterial und somit meist eine zweite kompatible Spende. Wird aber kein geeigneter Knochenmarktspender gefunden, wird auf Nabelschnurblut ausgewichen.

Kritik der Stammzelleinlagerung

Zurzeit sprechen sich noch viele Kritiker gegen die Einlagerung von Stammzellen aus, weil diese noch wenig genutzt werden. Die Stammzellforschung steckt noch in den Kinderschuhen. Der Fortschritt dieses Forschungszweigs ist jedoch rasant. Es kann davon ausgegangen werden, dass der Einsatz von Stammzellen aus Nabelschnurblut in den nächsten Jahren stark zunehmen wird.

Voraussetzungen für eine Nabelblutspende

  • Die Schwangere ist volljährig.
  • Die Schwangerschaft verläuft ohne größere Komplikationen.
  • Das Kind kommt nach der 35. Schwangerschaftswoche zur Welt.

Vorbereitung einer Nabelschnurblutspende

Die Vorbereitungen für eine Nabelschnurblutabnahme beginnen bereits während der Schwangerschaft. Es ist sinnvoll, sich möglichst früh, spätestens im zweiten Schwangerschaftsdrittel, mit den Einzelheiten auseinander zu setzen. Die zukünftigen Eltern sollten sich zunächst darüber beraten, welche Form der Einlagerung für sie persönlich am geeignetsten ist.

Steht bereits die Entscheidung für eine Entbindungsklinik, wird sich mit dieser Klinik kurzgeschlossen, ob eine Zusammenarbeit mit bestimmten Blut- und Stammzellbanken praktiziert wird. Das Krankenhaus ist Ansprechpartner und trifft gemeinsam mit den Eltern alle notwendigen Vorkehrungen. Es müssen Fragebögen ausgefüllt werden und die Schwangere wird zusätzlichen Vorsorgeuntersuchungen unterzogen. Für detaillierte Informationen zur Einlagerung kann die Spendenbank kontaktiert werden.

Genauere Informationen zum Thema Stammzellen aus Nabelschnurblut stellen auch diverse Websites zur Verfügung.

Ablauf einer Nabelschnurblutentnahme

Die Entnahme von Nabelschnurblut ist unabhängig von der Art der Geburt. Auch bei einem Kaiserschnitt oder einer Wassergeburt ist dies ohne Probleme möglich. Der Ablauf der Geburt ändert sich dadurch nicht.

  • Nach der Geburt wird das Baby auf den Bauch der Mutter gelegt und abgenabelt. Das Durchtrennen der Nabelschnur kann auch von dem Vater übernommen werden.
  • Die Nabelschnur wird anschließend gereinigt und die Vene punktiert. Das Blut, welches sich noch in der Nabelschnur befindet, wird mit einer Kanüle aufgezogen. 160 bis 180 ml Nabelschnurblut werden benötigt.
  • In einem speziellen Beutel wird das Blut der Blutbank zugeführt, dort aufbereitet und konserviert.

Stammzellen einlagern - privat oder öffentlich?

Stammzellen werden zur Einlagerung in flüssigem Stickstoff bei unter -170°C tiefgefroren. Dieser Vorgang wird Kryokonservierung genannt.  So bleiben die Zellen über Jahrzehnte haltbar.

Es gibt drei verschiedene Möglichkeiten, Stammzellen aus Nabelschnurblut einzulagern.

  1. Spende an öffentliche Stammzellbank
    Eltern spenden das Nabelschnurblut ihres Kindes an eine öffentliche Bank und verzichten so auf den eigenen Nutzen. Diese Spende ist kostenlos, doch die Stammzellen werden nicht für das eigene Kind reserviert.

    Die öffentliche Einlagerung bietet zurzeit den meisten Nutzen, da in der Medizin überwiegend Fremdzellen verwendet werden.

  2. Private Stammzelleinlagerung
    Zahlreiche private Anbieter machen eine individuelle Einlagerung möglich. Diese ist jedoch kostenpflichtig. Neben einer einmaligen Gebühr von etwa 1500 bis 3000 Euro ist jedes Jahr eine Jahresgebühr von etwa 40 bis 100 Euro fällig. Als Gegenleistung bleiben die Stammzellen Eigentum der Eltern. Erkrankt das eigene Kind oder ein anderes Familienmitglied, kann jederzeit auf diese Stammzellen zugegriffen werden.

    Da eigene Stammzellen nur bei bestimmten Krankheiten zur Therapie verwendet werden, bleiben viele Konserven ungenutzt, während viele kranke Menschen auf eine Spende warten.

  3. Mischung aus öffentlicher und privater Einlagerung
    Eine weitere Möglichkeit ist die individuelle Einlagerung mit öffentlicher Registrierung. Die Optionen sind mit denen der privaten Einlagerung identisch.

    Sollten die eigenen Stammzellen für einen kranken Menschen in Frage kommen, wird der registrierte Eigentümer informiert. Er kann dann für sich entscheiden, ob er die Stammzellen freigibt oder die Spende ablehnt. Im Fall einer Freigabe werden alle schon bezahlten Gebühren zurück erstattet.

    Diese Einlagerung stellt einen guten Mittelweg zwischen alleiniger privaten und ausschließlich öffentlicher Stammzelleinlagerung dar. Lediglich der psychische Druck, den ein angemeldeter Fremdbedarf mit sich ziehen kann, sollte nicht unterschätzt werden. Mit der nötigen Entscheidung für oder gegen die Spende wird unter Umständen über das Leben eines Menschen entschieden.

Autor: Wissen Gesundheit - Redaktion

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