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Schüssler Salze - nachgewiesene Wirkungen oder Glaubenssache?

jarmoluk / pixabay.com © jarmoluk / pixabay.com

Schüssler Salze scheinen zumindest irgendeine unterstützende Wirkung zu haben. Wissenschaftliche Tests zur genaueren Untersuchung stehen noch aus!

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Homöopathie ist in. Laut einer Studie des Allensbach Instituts stieg die Zahl derjenigen Deutschen, die homöopathische Arzneimittel anwenden, von 53 Prozent im Jahr 2009 auf 60 Prozent im Jahr 2014. Besonders Frauen greifen häufig zu homöopathischen Mitteln. Hier sind es sogar 73 Prozent.

Zu den homöopathischen Präparaten, die seit vielen Jahrzehnten beliebt sind, gehören die sogenannten Schüssler Salze. Seither gelten Schüssler Salze bei einigen

Menschen als eine Art Allheilmittel. Ihre Wirksamkeit ist allerdings stark umstritten. Der folgende Artikel soll einen kleinen Einblick darin geben, aus was Schüssler Salze bestehen, wofür sie angewendet werden und wie es um ihre Wirksamkeit bestellt ist.

Welche Wirkungen werden Schüssler Salzen nachgesagt

Wilhelm Schüssler ging davon aus, dass alle Krankheiten auf Störungen im Mineralstoffwechsel zurückgehen. Glaubt man dem homöopathischen Arzt aus dem 19. Jahrhundert, so genügt es zur Therapie fast aller Beschwerden des menschlichen Körpers, eines der zwölf „Schüssler Salzen“ anzuwenden. Dabei stufte Schüssler diese nicht als homöopathische Präparate ein, da sie auf physiologisch-chemischen Prozessen im Körper beruhten.

Schüssler ging davon aus, dass Mineralsalze in stark verdünnter Form über den Verdauungskanal zu den einzelnen Zellen gelangen und dort über die Zellwände ins Innere. So sollen ein vorliegender Mineralstoffmangel und die damit verbundenen Symptome wirkungsvoll bekämpft werden.

Je nach vorliegenden Beschwerden wird ein anderes der zwölf Präparate empfohlen:

  1. Flussspat: schwaches Bindegewebe (zum Beispiel Krampfadern), Bandscheibenbeschwerden, Rachitis
  2. Phosphorsaurer Kalk: Erschöpfung, Appetitlosigkeit, schwache Wirbelsäule
  3. Phosphorsaures Eisen: Fieber, Unruhe, Nervosität
  4. Kaliumchlorid: bindet chemische Gifte und unterstützt im Körper befindliche Drüsen
  5. Phosphorsaures Kalium: beseitigt Krankheitskeime und sorgt für einen Energieschub
  6. Schwefelsaures Kalium: chronische Entzündungen
  7. Phosphorsaures Magnesium: starke krampf- oder kolikartige Schmerzen
  8. Kochsalz: Nervosität, Blutarmut, Empfindlichkeit
  9. Phosphorsaures Natrium: Übersäuerung, Stoffwechselstörungen, Sodbrennen
  10. Schwefelsaures Natron oder Glaubersalz: Erkrankungen bestimmter Organe, zum Beispiel Diabetes oder Zwölffingerdarmgeschwüre
  11. Kieselsäure: positive Wirkung auf Haut, Haare, Drüsen und Nägel
  12. Schwefelsaures Kalzium oder Gips: Eiterungen

Anhänger der Schüssler Salze propagieren heute oft die Einnahme zur Unterstützung einer schulmedizinischen Behandlung. Sie empfehlen jedoch, den behandelnden Arzt über die Einnahme der Salze in Kenntnis zu setzen.

In der Regel werden Schüssler Salze in Tablettenform verabreicht, die auf Milchzucker (Lactose) beruhen. Die Tabletten sind in verschiedenen Potenzen (D3, D6, D12) erhältlich. Menschen, die eine Unverträglichkeit Milchzucker gegenüber haben, können auf Globuli oder Tropfen zurückgreifen.

Sind Schüssler Salze natürlich?

Schüssler Salze werden nach dem Deutschen Arzneimittelgesetz als homöopathische Arzneimittel eingestuft. Sie bestehen aus verschiedenen Mineralsalzen, die schrittweise mit Milchzucker verdünnt werden. Durch diese Form unterscheiden sie sich von in Drogerien oder Apotheken erhältlichen Mineralstoffen wie Magnesium und Kalzium.

Für den Zusammenhalt der Tabletten wird in der Regel Stärke eingesetzt. Dabei handelt es sich meist um Weizenstärke. Da diese Gluten enthält, welches – allerdings in winzigen Mengen – dann auch in Schüssler Salzen vorkommen kann, sind manche Hersteller inzwischen auf Kartoffel- oder Maisstärke umgestiegen. Außerdem kommt als Schmiermittel bei der Herstellung Magnesiumstearat oder alternativ Calciumbehenat zur Anwendung.

In aller Regel sind Schüssler Salze gut verträglich. Allerdings gibt es auch hier einiges zu beachten:

  • Man kann Schüssler Salze zur Selbstmedikation einsetzen. Empfehlenswert ist jedoch die Hinzuziehung eines Arztes oder Heilpraktikers
  • Menschen, die unter einer Lactose-Intoleranz leiden, sollten statt Tabletten Tropfen oder Globuli wählen.
  • Da in Tropfen Alkohol enthalten ist, sind für Kinder und alkoholempfindliche Menschen nur Tabletten oder Globuli geeignet

Wer sich dafür entscheidet, Schüssler Salze auszuprobieren, kann davon ausgehen, dass es sich dabei um natürliche Präparate handelt. Nebenwirkungen sind selten und wer Milchzucker gut verträgt, muss sich um Unverträglichkeitsreaktionen wenig Sorgen machen. Ob die Einnahme die erwünschte Wirkung zeigt, ist allerdings eine andere Frage.

Sind die Wirkungen von Schüssler Salzen nachgewiesen?

Für eine Behandlung mit Schüssler Salzen müssen Patienten teilweise in die eigene Tasche greifen. Die AOK beispielsweise lehnt eine Kostenübernahme ab, da es keinen wissenschaftlichen Beleg für die Wirksamkeit der Präparate gebe.

Tatsächlich existieren bislang kaum Studien zur Wirkung von Schüssler Salzen. Von einer Ausnahme berichtete vor kurzem Medizin Aktuell. Demnach führte die Heilpraktikerin Elisabeth Metz-Melchior über drei Monate hinweg einen Versuch durch, bei dem 50 Patientinnen und Patienten die jeweils in Ihrem Fall verordneten Schüssler Salze einnahmen. Dabei wurden gezielt Personen ausgewählt, die zuvor noch nie Schüssler Salze eingenommen hatten.

Zu Beginn und Ende der Studie führte Metz-Melchior eine Haarmineralanalyse durch. Dabei stellte sich heraus, dass ein deutlicher Abbau von Schwermetallen wie Quecksilber oder Blei bei den Probanden stattgefunden hatte. Auch die Symptome, unter denen die Versuchspersonen litten, hatten sich in vielen Fällen gebessert:

  • Bei 21,4 Prozent spürbar
  • Bei 27,07 Prozent sehr deutlich
  • Bei 23,8 Prozent waren sie verschwunden

Da eine wissenschaftliche Begleitung der Studie von Metz-Melchior fehlt, werden deren Ergebnisse von der Schulmedizin nicht anerkannt. Verfechter der Effektivität von Schüssler-Salzen jedoch betrachten sie als eindeutigen Nachweis für deren Wirksamkeit. Auch sie betonen aber in der Regel, dass Schüssler Salze nicht als Allheilmittel für jede Sorte von Krankheiten betrachtet werden sollten. Wer unter körperlichen Beschwerden leidet, sollte in jedem Fall zunächst zum Arzt gehen. Andernfalls besteht die Gefahr, dass ernsthafte und bedrohliche Krankheiten nicht erkannt werden.


Schüssler Salze scheinen zumindest irgendeine unterstützende Wirkung zu haben. Wissenschaftliche Tests zur genaueren Untersuchung stehen noch aus!

Schüssler Salze sind Schweiterhin Glaubenssache

Die Studie von Metz-Melchior mag einen ersten Hinweis dafür geben, dass Schüssler Salze eine positive Wirkung entfalten. Bis ihre Ergebnisse in wissenschaftlichen Tests nachgewiesen werden, werden die 12 Präparate jedoch weiterhin umstritten bleiben. Allerdings sind sich Schulmediziner und Heilpraktiker weitgehend einig, dass es in der Regel unbedenklich ist, eine schulmedizinische Behandlung mit Schüssler Salzen zu unterstützen. Wer bereit ist, dafür Geld auszugeben, kann es also ruhig probieren. Vielleicht profitiert er zumindest von einem heilsamen Placebo-Effekt.

Quellen:

https://www.medizinaktuell.info/news/beitrag/141-schuessler-salze-hochaktuell-aber-wirksam.html

http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/amg_1976/gesamt.pdf

https://www.bah-bonn.de/presse-und-publikationen/pressemitteilungen/artikel/repraesentative-befragung-immer-mehr-menschen-nehmen-homoeopathika/

 

Autor: Wissen - Gesundheit - Redaktion

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