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Forscher entschlüsseln entartete Hirntumore

Matthias Simon © Matthias Simon

Forscher der Yale School of Medicine http://medicine.yale.edu/ in New Haven (USA) und des Universitätsklinikums in Bonn http://ukb.uni-bonn.de/ haben die molekularbiologischen Veränderungen entschlüsselt, die zur gefährlichen Verwandlung der Tumorzellen im Gehirn führen. Sogenannte Gliome zählen zu den verbreitetsten Hirntumoren. Viele werden nach einer Phase des langsamen Wachstums sehr bösartig. Die Ergebnisse werden im Fachjournal "Nature Genetics" vorgestellt.

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Proben von 41 Patienten

Unter dem Begriff Gliom werden verschiedene Hirntumore zusammengefasst, die fast ein Drittel aller Tumore des Zentralnervensystems ausmachen. Ihnen gemeinsam ist, dass sie aus Gliazellen entstehen, nicht aus den eigentlichen, benachbarten Nervenzellen im Gehirn. "Viele Gliome wachsen zunächst nur langsam", berichtet Matthias Simon, stellvertretender Klinikdirektor der Neurochirurgischen Universitätsklinik Bonn. "Häufig erst, wenn die Tumoren wiederkehren, werden sie bösartig und schnell fortschreitend", fügt der Experte hinzu.

Das Forscherteam wollte die zentrale Frage klären, welche molekularen Ursachen für die erstaunliche Verwandlung der Tumorzellen verantwortlich sind. Die Wissenschaftler untersuchten Tumorproben von insgesamt 41 Patienten, bei denen ein Gliom mit einer charakteristischen Erbgutveränderung (IDH1-Gen-Mutation) operiert worden war.

Von denselben Patienten waren auch Proben verfügbar, die mehrere Jahre später bei weiteren Operationen entnommen wurden und damit das bösartige Stadium der wiederkehrenden Gliome repräsentierten. Darüber hinaus konnten von 20 Patienten auch Blutproben genutzt werden. "Diese Proben boten eine einzigartige Gelegenheit, diese Entwicklung der Gliome mit genetischen, zellbiologischen und molekularen Verfahren zu untersuchen", berichtet Simon.

Zunehmende Gefährlichkeit

Durch den Vergleich der genetischen Landkarten der Gliome im anfänglichen und späteren Stadium konnten molekulare Mechanismen entschlüsselt werden, die für das Fortschreiten und die zunehmende Gefährlichkeit dieser speziellen Hirntumore verantwortlich sind. "Diese können dazu dienen, potenzielle Ansatzpunkte für neue Therapien zu erkennen und darauf aufbauend neue Behandlungsverfahren zu entwickeln", sagt Simon. Im Labor ist das bereits gelungen. Es werde aber noch eine Zeit lang dauern, bis davon auch Patienten profitieren.

Autor: pressetext.com, 01.12.2015, Florian Fügemann

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