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Inaktivitätsforschung: Zu viel Sitzen kann tödlich sein

flickr.com / los mundos dem ou4 © flickr.com / los mundos dem ou4

Sitzen ist das neue Rauchen. Dass exzessives Stillsitzen die Gesundheit gefährdet, ist schon lange bekannt. Ob im Büro, beim Autofahren oder im Kinosessel: In den Industrienationen ist das Verweilen in sitzender Haltung zwischen neun und zwölf Stunden pro Tag inzwischen der Normalfall. Dabei ist Langzeitsitzen wesentlich gesundheitsschädlicher, als viele vermuten.

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Bewegungsmangel mindestens so gefährlich wie Nikotinkonsum

Laut den neuesten Erkenntnissen aus der so genannten Inaktivitätsforschung – einem Forschungsbereich an der Schnittstelle von Medizin, Sportwissenschaft und Hirnforschung – haben Menschen, die am Tag länger als 6 Stunden am Stück sitzen, ein um 40 Prozent höheres Risiko, in den darauffolgenden 15 Jahren an den gesundheitlichen Folgen der ausgeprägten Inaktivität zu sterben, als Menschen, die täglich nur 3 Stunden ununterbrochen in sitzender Position verweilen. Sitzen sei sogar noch schlimmer als Rauchen, so der Sportwissenschaftler Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule Köln. Zum Vergleich: An Bewegungsmangel sterben europaweit jährlich 1,2 Millionen Menschen, an den Folgen des Tabakkonsums 750.000.

Schaden für den gesamten Organismus

Bis zu 75 Prozent unserer Zeit verbringen wir sitzend. Eine derart ausgeprägte Inaktivität ist für den menschlichen Körper unnatürlich – er beginnt sich zu verändern. Oft spüren die Betroffenen das erst, wenn der Rücken weh tut. Spätestens auf die Rückensignale sollte man reagieren: Wer langes Sitzen am Stück nicht vermeiden kann, sollte zumindest seinen Arbeitsplatz ergonomisch einrichten, seine Körperhaltung verbessern und Muskeln aufbauen. Bereits kurze Pausen helfen, ebenso Zappeln mit den Beinen, während man sitzt. Doch nicht nur der Bewegungsapparat, auch der Stoffwechsel leidet unter Bewegungsmangel. Inaktive Muskeln entwickeln eine Insulinresistenz, was langfristig zu Typ-2-Diabetes führen kann. Froböse erklärt es so: "Kurzfristig nimmt die Stoffwechselaktivität ab, und mit ihr werden sämtliche Organfunktionen reduziert. Leber und Niere arbeiten nicht mehr richtig, die Herzfunktion lässt nach, die Aktivität des Immunsystems sinkt, das Gehirn wird nicht mehr ausreichend versorgt, Müdigkeit und Trägheit machen sich breit." Auf Dauer kann Inaktivität auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. Auch die seelischen Folgen langen Sitzens sollte man nicht unterschätzen. "Viele Stressoren können nicht mehr abgebaut werden, man hat keinen mentalen Ausgleich mehr", so der Sportwissenschaftler. Die metabolischen Veränderungen seien kaum revidierbar. Es sei daher unbedingt notwendig, das Sitzen soweit wie möglich zu reduzieren, beispielsweise mit kleinen Bewegungseinheiten zwischendurch.

Autor: Wissen-Gesundheit-Redaktion

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