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Warum eine fettreiche Ernährung gesünder ist als bisher angenommen

CB  / pixelio.de © CB / pixelio.de

Fettes Essen ist ungesund – diese Theorie hat lange Zeit die Ernährungswissenschaft dominiert. Doch mittlerweile gerät diese Annahme mehr und mehr ins Wanken.

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Seit den 1950er Jahren hält sich beharrlich das Dogma, dass fettreiche Ernährung krank und dick machen würde. Zugegeben: Fett in Reinform sättigt nicht allzu lange, vielmehr fungiert es in Lebensmitteln als Geschmacksträger – wie beispiellos bei Fast-Food deutlich wird. Zudem schlägt Fett in Sachen Kalorien Proteine und Kohlenhydrate deutlich (Fett weist etwa doppelt so viele Kalorien auf wie die beiden anderen Nährstoffe).

„Erhöhte Blutfettwerte spielen darüber hinaus eine Rolle bei der Entstehung von Hirn- und Herzinfarkten. Ernährung zum Abnehmen muss deshalb idealerweise auch gleichzeitig gesund für den Körper sein!“, erklärt uns Andreas Winkler, Redakteur von FitNotFat.de

Sicherlich ist Fett in Unmengen also alles andere als gesund für den menschlichen Körper. Partout ungesund ist es in moderaten Maßen jedoch nicht, wie verschiedene Studien und Experten inzwischen herausgefunden haben. Mehr noch: Fett kann sogar hilfreich beim Abnehmen sein.

Ein kanadisches Fischerdorf speckt ab

Fast-Food in allen erdenklichen Variationen - dies war Hauptbestandteil der Ernährung der Bewohner des kanadischen Fischerdörfchens Alert Bay. Diese Ernährung hatte sich auch auf den Hüften der 560 Einwohner niedergeschlagen. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, das Metabolische Syndrom und Diabetes waren die Folge für viele Dorfbewohner. Im Rahmen einer Studie wurde im Jahr 2006 ein Sechstel der Dorfbewohner auf eine Form der Atkins-Diät gesetzt - eine Ernährung also, die wenig Kohlenhydrate enthält. 86 übergewichtige Dorfbewohner verzehrten ihre Burger fortan ohne Brötchen. Dazu gab es viel Eier, Käse, Speck, Lachs und Gemüse. Reis, Chips, Kartoffeln und Brot, wahre Kohlenhydrate-Bomben also, waren hingegen tabu. Nach einem Jahr brachte jeder der Studienteilnehmer durchschnittlich zwölf Kilogramm weniger auf die Waage. Was die Forscher aber am meisten überraschte: Die Blutzucker- und Blutfettwerte waren gesunken - trotz der fettreichen Kost.

Warum Fett beim Abnehmen helfen kann

Eine Variante der Low-Carb-Ernährung lautet „Low-Carb-High-Fat“. Bei dieser Diät ist es also ausdrücklich erlaubt, fettreiche Speisen zu sich zu nehmen, die jedoch nur über wenig Kohlenhydrate verfügen. Viele Personen haben damit bisher tatsächlich einen erfolgreichen Kampf gegen überschüssige Pfunde geführt. Forscher erklären sich das Phänomen von sinkendem Gewicht bei steigendem Fettverzehr so: Fettreiche Speisen machen länger satt, sodass die Lust aufs Naschen sinkt. Man kann also über den Tag verteilt weniger Kalorien zu sich nehmen und nimmt damit logischerweise ab.

Steinzeitmenschen haben es richtiggemacht

Eiweiß und Fett – Dies waren die beiden Hauptbestandteile der Ernährung der Steinzeitmenschen. So gab es regelmäßig Wildtierfleisch, dazu Gemüse, Früchte, Beeren und Nüsse - also alles, was die Natur so hergab. Mit Beginn der Viehzucht und des Ackerbaus vor etwa 10.000 Jahren standen auf einmal mehr Kohlenhydrate als Fette und Eiweiß auf dem Speiseplan. Die Gesundheit der Menschen habe sich seit dem konstant verschlechtert, wie der Evolutionsbiologe Ulrich Kutschera erklärt.

Eine dauerhafte Low-Carb-High-Fat-Ernährung sei seiner Ansicht nach durchaus möglich; dies habe die Ernährungsweise unserer Vorfahren nahegelegt. Mit dieser Ernährung könne man auch dem gefürchteten Jo-Jo-Effekt vorbeugen, der sich immer dann ankündigt, wenn die Ernährungsweise nach einer Diät erneut umgestellt wird. Der Stoffwechsel des Körpers läuft in der Hungerphase auf Sparflamme. Nach Ende der Diät bleibt der Energieumsatz auf diesem niedrigen Niveau, die Zufuhr an Kalorien wird jedoch wieder erhöht und das Gewicht steigt in der Folge rasch an.

Wie sieht es mit tierischen Fetten aus?

Lange Zeit galten tierische Fette als schlichtweg ungesund. Aktuelle Studien jedoch geben Entwarnung, denn bisher konnten keine Risiken bei einer dauerhaften Ernährungsumstellung auf weniger Kohlenhydrate und mehr Fette nachgewiesen werden. Herz, Hirn und Blutgefäßen scheinen tierische Fette und Fleisch sprichwörtlich „Wurst“ zu sein, wie aus einer US-Langzeitbeobachtung mit mehr als 300.000 Probanden hervorgeht. Weder für Schlaganfälle noch für Herz-Kreislauf-Krankheiten konnte ein erhöhtes Risiko belegt werden. Dennoch sind viele Menschen hierzulande skeptisch, wenn es um Fette aus Butter, Wurst, Eier und Fleisch geht. Vor allem liegt dies sicherlich daran, dass die erwähnten Lebensmittel nach wie vor als mitverantwortlich für Herzerkrankungen und Gefäßverstopfungen gelten.

Forscher sind sich uneinig

Fachgesellschaften wie die Deutsche Diabetes- oder die Deutsche Adipositas-Gesellschaft raten unabhängig davon weiterhin zur Beschränkung tierischer Fette und zum Fett sparen. Ernährungsexperten sind der Ansicht, dass der tägliche Speiseplan höchstens 30 bis 35 Prozent Fett enthalten sollte; mehr als die Hälfte sollte hingegen auf Kohlenhydrate entfallen. Demgegenüber konnten Studien indes mittlerweile einen Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Kohlenhydraten, Übergewicht, erhöhten Blutzuckerwerten und verschiedenen anderen Zivilisationskrankheiten deutlich machen.

Fazit: Fett in der Ernährung

Fett ist nicht so ungesund, wie die Forschung bisher angenommen hat. Bedeutet dies nun, dass Rührei mit Speck zum Frühstück gesünder ist als Müsli oder Cornflakes? Dies mag zunächst absurd klingen, doch geht es nicht darum, eine vor Fett triefende Ernährungsweise zu befürworten, sondern den Mythos um die hochgelobten Kohlenhydrate zu entzaubern. Und natürlich geht es darum, hochwertige Lebensmittel wie Käse, Eier, Butter oder Fleisch wieder zu genießen, natürlich in Maßen, aber ohne ein schlechtes Gewissen zu haben.

Autor: Wissen Gesundheit

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