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Als große Frau mit Mobbing zurechtkommen

flickr.com/photos/mattcameasarat © flickr.com/photos/mattcameasarat

Als große Frau mit Mobbing zurechtkommen

Große Frauen sind selbstbewusst, ihre langen Beine beneidenswert und scheinbar ist ihr einziges Problem, die richtige Kleidung zu finden. Das Gegenteil ist der Fall: Sie werden oft wegen ihrer Größe gemobbt. Wer das nicht glauben kann, muss nur einen Blick in entsprechende Internetforen und Facebook-Gruppen werfen. Denn in Deutschland, wo die Durchschnittsgröße von Frauen zwischen 18 und 49 Jahren bei knapp 165 Zentimetern lag (gemäß Robert-Koch-Institut, Stand 2011), wird schon ab Ein-Meter-Achtzig unverhohlen getuschelt und gegafft.

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Von Kindesbeinen an

Das Problem beginnt meist schon in der Kindheit. So wie es für Jungs ein „Unding“ ist, klein und schwach zu sein, will kein Mädchen als „Bohnenstange“ oder „Riesin“ bezeichnet werden. Befeuert wird das intolerante Verhalten der Mitschüler nicht selten durch ihre Eltern, deren unsensible Haltung auf den Nachwuchs abfärbt. Das ruft wahrlich absurde Situationen hervor, wenn etwa auf einem Elternabend darüber getratscht wird, dass die eigene Tochter wegen ihrer Größe niemals einen Partner finden werde. Da überrascht es nur noch wenig, dass schon die Diskriminierung unter Kindern eine gewisse Eigendynamik und Systematik entwickelt: Eine große Gruppe richtet sich gegen ein einzelnes Individuum.

Bleibende Schäden

Auf Dauer kann diese als allgemein empfundene Ablehnung zu nachhaltigen Verzerrungen des Selbstbildes führen. Die teils traumatischen Erlebnisse hinterlassen tiefe psychologische und emotionale Narben, die bis ins hohe Erwachsenenalter bestehen bleiben. Schwerwiegende Schäden wie Depressionen, Burnout, psychische Störungen oder sogar Suizid können die Folge sein. Viele besorgte Eltern ziehen deshalb eine hormonelle „Bremstherapie“ in Betracht, die aber mit ernstzunehmenden gesundheitlichen Risiken verbunden ist. So bleibt oft nur, den eigenen Körper akzeptieren zu lernen.

Strategien für den Alltag

Im täglichen Umgang mit Menschen kann es sinnvoll sein, sich bereits im Voraus angemessene Reaktionen auf beleidigende Kommentare und Anfeindungen zurechtzulegen (sowohl Gleichgültigkeit als auch Retourkutschen sind dabei legitim), um die Angst vor solchen Situationen zu reduzieren und aus der Opferrolle herauszutreten. Auch der eingangs erwähnte Faktor Kleidung kann ausschlaggebend für mehr Selbstsicherheit sein. Beim Kauf von Hosen etwa, der für viele große Frauen eine besondere Schwierigkeit darstellt, wird man etwa im Sortiment eines spezialisierten Anbieters fündig. Wenn es um die Partnersuche geht, kann man in der eigenen Größe auch einen Indikator für die Oberflächlichkeit des Gegenübers sehen. Und im Falle von Mobbing am Arbeitsplatz ist anwaltliche Unterstützung eine Option.

Das Denken verändern

Eine wirklich tiefgreifende Besserung der Problematik kann aber nur durch die psychische Auseinandersetzung mit dem Erlebten erfolgen, wofür manchmal auch eine Therapie bei einem Psychologen notwendig sein kann. Um die in jungen Jahren gefestigten Denkmuster zu durchbrechen, müssen Betroffene zuerst verstehen, dass das erlittene Mobbing weder begründet noch berechtigt war. Im selben Zuge macht es Sinn, seine kausalen Zusammenhänge zu durchschauen. So ist es in vielen Fällen die Unsicherheit der Täter selbst, die sie dazu animiert, große Menschen zu „erniedrigen“ und sich selbst über sie zu „erheben“. Im nächsten Schritt sollte man sich bewusst machen, dass das verzerrte Selbstbild nicht der eigenen Überzeugung entspringt, sondern aufgezwungen ist. Dabei kann es nicht schaden, in Foren und Artikeln zum Thema nach Denkanstößen und anderen Sichtweisen zu recherchieren. So ist vielleicht der Gedanke ermunternd, dass wir Menschen im Laufe der Zeit sowieso immer größer werden. 

Autor: Wissen Gesundheit - Redaktion

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