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Entscheidungshilfen zur Wahl des richtigen Seniorenheims

pixabay.com/ sabinevanerp © pixabay.com/ sabinevanerp

Wer sich mit dem Gedanken trägt, in ein Seniorenheim umzuziehen, der wagt damit einen großen Schritt: Einen Schritt heraus aus den eigenen vier Wänden. Hinein in ein Leben, das mit einem deutlichen höheren Betreuungsgrad versehen ist. Von Nachteil ist das keineswegs, denn die Vielfalt an Betreuungseinrichtungen (hier am Beispiel des Landkreises Würzburg) ermöglicht es jedem, das passende Seniorenheim zu finden. Wichtig sind dabei die folgenden Entscheidungskriterien.

1.) Der erste Eindruck zählt

Bei der Wahl des Seniorenheims gilt: Der erste Eindruck zählt. Und das bedeutet für all diejenigen, die nach einem Seniorenheim suchen: Statten Sie den Seniorenheimen, die Sie aufgrund der räumlichen Nähe in die engere Auswahl genommen haben, ruhig einen Besuch ab. Unangemeldet. So erkennen Sie schnell, wie es im normalen Alltag im Seniorenheim zugeht. Darüber können auch andere Heimbewohner und deren Angehörige Auskunft geben. Sprechen Sie mit ihnen. Natürlich führen Sie auch ausführliche Gespräche mit Einrichtungsleitung und Pflegedienstleistung. Spannender ist allerdings das Gespräch mit den Pflegekräften selbst. Denn sie sind Ihnen (oder Ihrem Angehörigen) künftig am nächsten.

Beim Rundgang durchs Haus achten Sie auf diese Dinge:

  • Wie wirken die Bewohner? Offenen und (altersgerecht) agilen Senioren geht es gut. Ein verängstigter Blick sollte Sie hellhörig werden lassen.
  • Wie riecht es im Seniorenheim? Dabei geht es um zweierlei: Zum einen ist es wichtig, dass die hygienischen Bedingungen stimmen. Allerdings sollte es auch natürlich riechen. Dafür sorgen Grünpflanzen und gutes Essen.
  • Wie reagiert das Pflegepersonal in spontanen Situationen? Werden Sie von der Heimleitung einer Pflegedienstleitung vorgestellt, wird diese natürlich zuvorkommend, höflich und sehr positiv reagieren. Doch wie reagiert das Pflegepersonal, das Sie nicht kennt, auf eine Nachfrage nach etwas zu trinken oder einer Vase? Hieran erkennen Sie den Grundton im Heim.

2.) Die Kosten im Seniorenheim

Die Kostenstruktur in Seniorenheimen schwankt merklich. Das hat zum einen etwas mit den verschiedenen Betreuungskonzepten zu tun – von Betreutem Wohnen bis hin zur vollstationären Pflege. Andererseits geht es dabei aber auch um den Leistungskatalog, der zunehmend umfangreicher wird. Besonders benutzerfreundlich ist eine transparente Kostenaufstellung, die die Wohnkosten, die Pflegekosten sowie die Kosten für Essen und Trinken separat ausweist. Das sind die grundlegenden Kosten, die anfallen. Serviceleistungen wie die Reinigung der Wohnung (z.B. beim Betreuten Wohnen) oder das Waschen der Wäsche sollten finanziell überschaubar sein. Auch die Kosten für Strom, Heizung und Telefon sollten marktüblich sein.

Auf den Leistungskatalog der Pflegekasse im Heim verweist die Verbraucherzentrale in einem ausführlichen Fachartikel. Daraus gehen diese Kernfakten hervor:

  • Die Pflegekasse bezuschusst die Unterbringung in einem Heim. Die Höhe des Zuschusses ist abhängig vom Pflegegrad des Seniors.
  • Der Restbetrag der Pflegekosten (Pflege und Betreuung), den die Pflegekasse nicht übernimmt, muss aus eigenen, privaten Mitteln bezahlt werden.
  • Seit 2017 gibt es hinsichtlich des finanziellen Zuschusses eine Änderung: Alle Bewohner müssen dieselben finanziellen Mittel aufbringen – unabhängig vom festgestellten Pflegegrad.

3.) Lage, Umgebung, Ausstattung und Service machen den Unterschied

Schließt sich ein Park in der Nähe des Seniorenheims an, so verbringen gerade ältere Leute gerne ihre Zeit an der frischen Luft.

Zwar geht es bei der Wahl des Seniorenheims nicht darum, ein Hotel für den nächsten Urlaub auszuwählen. Allerdings sind die Entscheidungskriterien zu Lage, Umgebung, Ausstattung und Service durchaus ähnlich. Derjenige, der mit dem Gedanken spielt, ins Seniorenheim umzuziehen, muss diese Faktoren bedenken:

  • Erreichbarkeit. Es ist eine Grundsatzentscheidung, ob ein zentral gelegenes Seniorenheim nahe der Stadt oder ein auf dem Land gelegenes Seniorenheim die bessere Wahl ist. Grundsätzlich bieten stadtnahe Heime Vorteile, denn Geschäfte, Ärzte, Cafés, Apotheken sowie kulturelle Einrichtungen sind schnell zu erreichen. Meist sind auch städtisch gelegene Seniorenheime mit einem Park ausgestattet, so dass eine gewisse Naturnähe gegeben ist.
  • Ausstattung und Service. Die Größe des Seniorenheims ist die eine Entscheidungskomponente, denn manche Menschen scheuen große Heime und bevorzugen kleinere Einrichtungen. Darüber hinaus gibt es bei der Ausstattung von Heimen große Unterschiede. Während vor allem größere Einrichtungen über Hobbyräume verfügen – zum Fernsehen, Kartenspielen, Kickern oder Sporttreiben – setzen andere eher auf Wellnessangebote in Form von Hallenbad, Sauna, Massage und Friseur. Auch hier kann die Entscheidung lediglich rein mit Blick auf die persönlichen Vorlieben fallen.
  • Extras. Zu den beliebten Extras gehören separate Räume, die eine Familienfeier ermöglichen. Auch die Erlaubnis, Haustiere zu halten, ein Beschwerde- und Zertifizierungsmanagement sowie möglichst offen gehaltene Besuchszeiten kommen Bewohnern und Angehörigen zugute.

4.) Ein Zimmer zum Wohlfühlen!?

Meist ist der Anblick des Zimmers, das das spätere Zuhause für einen selbst oder einen pflegebedürftigen Angehörigen werden könnte, der entscheidende Knackpunkt. Ähnelt das Zimmer einem Krankenhaus mit steriler Einrichtung und wenig Persönlichkeit, wird hier kaum jemand gerne einziehen. In ein Zimmer, das mit schönen (oder ggf. sogar eigenen) Möbeln ausgestattet ist, in warmen Farben erstrahlt und durch Bilder und andere Gegenstände Persönlichkeit erhalten darf, zieht man hingegen gerne ein.

Übrigens: Ähnlich ist es mit dem Angebot an Essen und Trinken. Wird dieses entweder gemeinsam im Essenssaal eingenommen oder frisch in den Teller gegeben und ins Zimmer gebracht, entscheiden Optik und Geruch darüber, ob man sich hier wohlfühlen könnte oder nicht.

Autor: Wissen Gesundheit - Redaktion

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