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Faktencheck – Welche Hausmittel helfen wirklich gegen Durchfall?

pixabay.com/ congerdesign © pixabay.com/ congerdesign

Es gibt kaum etwas Unangenehmeres als Durchfall, denn die sogenannte „Diarrhoe“ schränkt den Alltag erheblich ein. Kein Wunder also, dass wir das lästige Grummeln, das mit einer vermehrten Stuhlentleerung, Bauchkrämpfen und sogar berennenden Schmerzen verbunden ist, so schnell wie möglich wieder loswerden möchten.

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Da es mit Durchfall aber kein allzu großes Vergnügen ist, den Weg zu Apotheke anzutreten, müssen in der Regel Omas Hausmittel für die erste Linderung herhalten. Aber helfen Klassiker wie Cola und Salzstangen wirklich oder machen sie den Durchfall nicht vielleicht sogar noch schlimmer?

Ein Symptom viele mögliche Ursachen

Bevor wir uns der Wirksamkeit von Hausmitteln widmen, sehen wir uns die möglichen Ursachen für Durchfall an. Diese sind nämlich sehr vielfältig und haben einen Einfluss darauf, wie der Diarrhoe begegnet werden muss. Statistisch gibt es hierzulande drei Hauptursachen, die die typischen Symptome auslösen.

Erstens eine klassische Nahrungsmittelunverträglichkeit gegenüber Stoffen wie Laktose, Gluten, Nüssen, Soja oder Eiern. Zweitens virale Erreger wie Noroviren oder Rotaviren, welche die sogenannte Darmgrippe auslösen können. Und last, but not least Kolibakterien.

Durchfall wird insbesondere im Sommer besonders häufig durch die genannten Kolibakterien verursacht, da diese Fäkalbakterien gerade in der warmen Jahreszeit leichtes Spiel haben. Dementsprechend nennt man diese Durchfallform auch „Sommer-Diarrhoe“. Neben diesen besonders häufigen Ursachen gibt es allerdings auch noch eine ganze Reihe anderer Auslöser. Mehr zu Ursachen und Linderung bei Durchfall können Sie hier nachlesen.

Sonstige häufige Ursachen:

• Nervosität, Angst und Stress

Lebensmittelvergiftung durch Salmonellen oder Toxine

• Reizdarmsyndrom

• Häufiger Alkoholmissbrauch

• Konsum großer Mengen von Diätzuckern wie Sorbit

• Medikamenteneinnahme (z.B. Antibiotika)

• Akute Darmentzündungen (z.B. bei Morbus Crohn)

• Erkrankung an Typhus, Cholera oder Ruhr

• etc.

 

Tee und Mineralwasser statt Cola

Wenn Sie schon einmal unter Durchfall gelitten haben, hatten Sie sicher auch gleich eine Flasche Cola parat. Das ist zunächst auch gar kein schlechter Gedanke, schließlich verlieren wir durch den flüssigen Stuhl massiv Flüssigkeit und Elektrolyte. Cola scheint in dieser Hinsicht ideal, denn während die Flüssigkeit den Wasserhaushalt wieder auf Vordermann bringt und der enthaltene Zucker dem Körper zumindest etwas Energie verleiht, kurbelt das enthaltene Koffein den schlaffen Kreislauf an.

Allerdings ist genau das Gegenteil der Fall, denn sowohl der Zucker als auch die Kohlensäure können den Durchfall sogar noch verstärken. Selbst das Koffein hat zumindest bei Menschen, die nur geringe Mengen gewohnt sind, eine negative Wirkung, da es die Ausscheidung von Flüssigkeit fördern kann. Bei Durchfall ist Cola zum Ausgleich des Flüssigkeitshaushalts also nur eine absolute Notlösung.

Deutlich besser ist mineralienreiches Wasser ohne Kohlensäure oder alternativ ein beruhigender Kamillentee. Insbesondere die Kamille zeichnet sich nämlich durch ihre entkrampfende und beruhigende Wirkung aus. Um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen, reichen die üblichen zwei Liter Flüssigkeit pro Tag nicht aus. Bei starkem Durchfall ist eine Trinkmenge von vier Litern pro Tag durchaus üblich.

Mit Bananen gegen Kaliummangel

Nachdem bereits die Cola als Hausmittel versagt hat, müssen doch wenigstens die Salzstangen halten, was sie versprechen. Die Antwort ist ein klares „Jein“. Der Versuch, die verlorenen Elektrolyte (umgangssprachlich Salze) mit Hilfe von Salzstangen wieder aufzufüllen geht zwar in die richtige Richtung, bringt aber alleine nicht viel, da Salzstangen vor allem Natrium enthalten.

Viele andere Mineralien wie etwa das ebenso wichtige Kalium fehlen beinahe komplett. Eine ausreichende Kaliumzufuhr ist aber enorm wichtig, da das Gleichgewicht von Kalium und Natrium für zahlreiche Stoffwechselprozesse essentiell ist. Zu viel Natrium ist also ebenfalls kontraproduktiv, da so der Kreislauf zusätzlich ins Schlingern geraten kann, was bei Durchfall keine angenehme Sache ist.

Deutlich besser ist eine Kombination aus ein paar Salzstangen für die Natriumzufuhr sowie Bananen, die reich an Kalium sind. Zusammen mit einem ausgewogenen Mineralwasser lässt sich der Elektrolythaushalt so wieder recht gut stabilisieren. Alternativ tut es auch eine fertige Elektrolytmischung aus der Apotheke oder dem Sportfachhandel.

Geriebener Apfel gegen Durchfall

Den Apfel verbinden wir eigentlich als letztes mit dem Prädikat „Hausmittel gegen Durchfall“. Schließlich hat uns unsere Großmutter bereits davor gewarnt, zu viel warmen Apfelsaft zu trinken – das kann ironischerweise nämlich zu Durchfall führen. Das Geheimnis liegt allerdings nicht im Fruchtfleisch, sondern in der Schale des Apfels.

Genau genommen geht es um den darin enthaltenen Ballaststoff Pektin, der zur Klasse der Schleimstoffe gehört. Das bedeutet nichts weiter, als dass dieser bei Kontakt mit Flüssigkeit eine zähe und aufnahmefähige Masse bildet. Im gereizten Darm führt dies zur Beruhigung, da Giftstoffe und Flüssigkeit gebunden werden.

Damit das Pektin wirksam werden kann, muss der Apfel samt Schale zu einem feinen Apfelmus gerieben werden. Wenn es sich um besonders schweren oder hartnäckigen Durchfall handelt, kann noch etwas Muskatnuss untergerührt werden. Die Inhaltsstoffe der Muskatnuss wirken ihrerseits entkrampfen und beruhigend auf den Darm.

Wann ist es Zeit, zum Arzt zu gehen?

Ein normaler Durchfall lässt sich mit den genannten Hausmitteln effektiv lindern. Sofern der Durchfall dennoch länger als drei Tage andauert, ist ein Arzt gefragt, um schwerwiegendere Ursachen abzuklären. Der Gang zum Arzt ist auch dann ratsam, wenn der Durchfall grün bzw. gelb verfärbt ist, Blut enthält, zum Durchfall auch Erbrechen hinzukommt oder der starke Durchfall möglicherweise auf eine kürzliche Fernreise zurückzuführen ist. Auch wer sich generell unsicher fühlt, sollte länger anhaltende Symptome mit seinem Hausarzt abklären. In den meisten Fällen verschaffen die richtigen Hausmittel jedoch zuverlässig Linderung.

Autor: Wissen Gesundheit - Redaktion

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