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Mit oder ohne Hormone?

Für die Hormontherapie von Frauen in und nach den Wechseljahren gab es im Jahr 2003 einige Änderungen. Die neuen Therapie-Empfehlungen lauten: „So wenig Hormone wie möglich und so kurz wie nötig“.
Dies ist ein völlig neues Credo! Seit Mitte der 60er Jahre hatte sich nämlich der Gedanke durchgesetzt, dass die künstliche Gabe von Sexualhormonen, viele Beschwerden lindern oder Krankheiten verhindern würden, die ab den Wechseljahren verstärkt auftreten.
Das Aufhalten des Alterungsprozesses, das Lindern der Wechseljahrsbeschwerden und das Vermeiden von Osteoporose, Herz-Kreislauf-Krankheiten und Alzheimer waren die Benefits, die man sich mit der Einnahme von weiblichen Sexualhormonen im Klimakterium und Postmenopause (die Zeit danach) versprach.

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Dies ist aber ein Irrtum, wie z. B. die Wartezimmerzeitschrift „Medizin heute“ im März 2004 zusammenfasst. So wurden seit Ende der 90er Jahre Studien veröffentlicht, die zuerst Hinweise darauf lieferten und dann Belege dafür, dass die langfristige Gabe von Hormonen in und nach den Wechseljahren für die Frauen zahlreiche Risiken birgt.

Die wichtigste dieser Studien war die WHI-Studie (Women’s Health Initiative = Frauengesundheitsinitiative). In einem Teil dieser mehrgliedrigen Studien sollten mehr als 16 000 Frauen im Alter von 50 bis 79 über einen Zeitraum von 8 Jahren beobachtet werden. Etwa die Hälfte der Frauen (8506) nahm ein kombiniertes Östrogen-Gestagen-Präparat, die andere Hälfte der Frauen (8102) ein Placebo. Im Sommer 2002, nach gut 5 Jahren Laufzeit, wurde dieser Studienteil vorzeitig abgebrochen. Die Risiken für die Hormonverwenderinnen waren so hoch, dass eine Fortführung der Studie nicht vertretbar war. Einige Zahlen aus der Studie:

Aufgetretene Komplikationen mit Hormonen

ohne Hormone

Herzinfarkt

164

122

Schlaganfall

127

85

Beinvenenthrombosen

115

52
Lungenembolie 70 31
Brustkrebs 166 124
Darmkrebs 45 67
Hüftfraktur 44 32
Wirbelkörperbruch 41 60

An dieser Tabelle sieht man, dass sich mit einer Hormonsubstitution keineswegs nur das Risiko für einen Brustkrebs vergrößert – welches ja allgemein als bekannt galt.
Nein, sogar Krankheiten, vor denen die zugeführten Hormone schützen sollten, traten vermehrt auf, also vor allem Herz-Kreislauf-Krankheiten wie Herzinfarkt, Schlaganfall und Gefäßverschlüsse (Thrombosen). Unumstritten ist lediglich die positive Wirkung der Hormone auf die Osteoporose.

Obwohl es an dieser Studie einige Kritik gab, veröffentlichte die AKDÄ (Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft) im September 2003 die eingangs zitierten Therapie-Empfehlungen: „So wenig Hormone wie möglich und so kurz wie nötig“. Kritisch, weil noch wenig bewiesen, äußert sich die AKDÄ allerdings auch zu der Verwendung pflanzlicher Produkte, der so genannten Phyto-Östrogene.

In Deutschland sind Präparate aus Extrakten der Traubensilberkerze (Cimifuga) zur Behandlung von Wechseljahresbeschwerden zugelassen. Rotklee und Soja-Östrogene haben in Deutschland hierfür noch keine Zulassung.

Quelle: Medizin heute im März 2004

Autor: Beatrice Wagner

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