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Konkurrenz für das "Stripping"

Die Universitäts-Hautklinik Heidelberg bietet seit kurzem eine neue Behandlung für Krampfadern an: Die erweiterten Venen werden mit Hilfe eines in das Blutgefäß eingeführten Lasers verschlossen.

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Blutungen sind wesentlich seltener; Rückfälle kommen weniger häufig als bei der gängigen operativen Entfernung („Stripping“) der Krampfadern vor, wie die aktuellen Behandlungsergebnisse belegen.
„Wir führen die so genannte endoluminale Lasertherapie sowie andere alternative Verfahren durch", erklärt Privatdozent Dr. Thomas Pröbstle, Oberarzt an der Hautklinik (Ärztlicher Direktor: Professor Dr. Alexander Enk). Denn das fast 100 Jahre alte „Stripping" hat in den letzten Jahren ernsthafte Konkurrenz bekommen.

Gemeinsam ist den neuen Verfahren, dass sie nicht die Krampfadern entfernen, sondern die erweiterten Blutgefässe von innen verschließen (veröden) – durch Bestrahlung mit Radiowellen, mit dem Laser oder durch Schaumeinspritzung.

Die Laser-Methode wurde vor einigen Jahren von Dr. Pröbstle, der bis April 2004 an der Universitäts-Hautklinik Mainz tätig war, in Deutschland eingeführt. Ursprünglich in den USA zur Reife entwickelt, hat er die „endoluminale Lasertherapie“ wissenschaftlich untersucht und weiterverbessert.

Mittlerweile sind mehrere tausend Patienten an verschiedenen deutschen Kliniken damit behandelt worden. Jeder vierte leidet an Krampfadern / Gefahrenherd für Lungenembolie.

Krampfadern, im medizinischen Jargon auch Varizen genannt, sind ein weit verbreitetes Problem: Etwa jeder zweite leidet daran, und jeder fünfte davon muss sich im Lauf seines Lebens deswegen einem Eingriff unterziehen.

Dabei geht es nicht nur um kosmetische Korrekturen, sondern auch um die Beseitigung eines ernsthaften medizinischen Risikos. Denn in den erschlafften Venen kann sich das Blut stauen, ein akuter Gefäßverschluss durch einen Verklumpung (Thrombus) oder gar eine Lungenembolie drohen.

Deshalb gilt es, diesen Gefahrenherd zu beseitigen – und dies möglichst nachhaltig, aber schonend. 

 Von besonderem Vorteil ist die exakte Steuerung und damit die Sicherheit der Laserbehandlung, da der Befund während des Eingriffs – im Gegensatz zum „Stripping" – kontinuierlich mit Ultraschall überwacht werden kann.

In die erkrankte Vene wird eine sehr dünne, flexible Glasfaser eingeführt, die das Laserlicht an die Gefäßwand leitet. Durch die entstehende Wärme zieht sich das Gewebe zusammen, und das Gefäß ist nicht mehr durchgängig.

Studien zur langfristigen Wirksamkeit der Lasertherapie geplant

Nur sehr selten kommt es zu Komplikationen; leichte, vorübergehende Schmerzen können mit moderaten Medikamenten wirkungsvoll beherrscht werden. Bei Einführung der Lasertherapie traten im ersten Jahr bei ca. 5 Prozent der Patienten erneut benachbarte Krampfadern auf oder dasselbe Gefäß sackte wieder aus.

„Dies beobachten wir mittlerweile mit weiterentwickelter Technologie der Laseranwendung nur noch bei etwa 2 Prozent der Patienten, dieser Wert liegt besser als bei Patienten, deren Krampfadern mit einem Stripping entfernt wurden“, berichtet Dr. Pröbstle.

Allerdings gibt es bislang noch keine Langzeitergebnisse; diese sollen nun in einer Studie an mehreren Kliniken Deutschlands ermittelt werden. Auch die regelhafte Erstattung durch die gesetzlichen Krankenkassen steht noch aus, obwohl das Verfahren selbst keineswegs teurer ist als andere Behandlungsformen für Krampfadern.

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft e.V.
Stand: 13.01.2005 Autor: Quelle: Informationsdienst Wissenschaft e.V.; Stand: 13.01.2005

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