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Mehlanreicherung mit Folsäure empfohlen

Die Folsäure ist ein Vitamin der B-Gruppe, sie ist lebensnotwendig für alle wichtigen Stoffwechselvorgänge, aber leider auch sehr wärmeempfindlich.

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In Fast-Food etc. ist sie daher kaum mehr enthalten.
© Evi-Fotoarchiv

Wer sich also nicht gesund und ausgewogen ernährt, läuft Gefahr, in einen Folsäuremangel hineinzurutschen. Davon sind vor allem Schwangere betroffen, da sie einen sowieso erhöhten Folsäurebedarf haben.

Bzw. genauer gesagt sind es nicht die werdenden Mütter selbst, die unter einem Folsäuremangel direkt leiden, sondern ihre noch ungeborenen Kinder.

Erhält nämlich ein Embryo nicht genügend Folsäure aus dem Blut der Mutter, besteht die Gefahr eines „Offenen Rückens“ (Neuralrohrdefekt). Jedes Jahr kommen in Deutschland 500 bis 800 Säuglinge mit einem Neuralrohrdefekt zur Welt.

Jährlich wird bei weiteren 500 Schwangerschaften diese schwere Fehlbildung bei Vorsorgeuntersuchungen festgestellt und die Schwangerschaft abgebrochen.

Seit zehn Jahren wird deshalb Frauen mit Kinderwunsch empfohlen, folsäurehaltige Supplemente in Form von Tabletten einzunehmen. Dies hatte bislang aber weder in Deutschland noch in einem anderen Staat einen ausreichenden Erfolg.

Eine Studie in München ergab, dass auch zwei Jahre nach Bekanntmachung der Empfehlung weniger als 5 Prozent von 253 befragten Wöchnerinnen folsäurehaltige Nahrungsergänzungsmittel eingenommen haben. Dies gilt umso mehr für sozial benachteiligte Frauen.

Deshalb hat sich das Robert-Koch-Institut einen anderen Weg einfallen lassen: eine Mehlanreicherung mit Folsäure. Dies würde die „Folsäureversorgung in Deutschland flächendeckend verbessern“, schreibt das Robert-Koch-Institut.

Es hatte eine Simulationsrechnung erstellt, um die Auswirkungen einer Anreicherung von Mehl mit Folsäure auf die Folsäureversorgung zu bestimmen und gestern auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung in Kiel vorgestellt.

Die Analyse wurde auf der Basis der letzten für die gesamte Bundesrepublik repräsentativen Ernährungserhebung durchgeführt.

Die Simulation zeigt, dass nur ein sehr geringer Prozentsatz der Bevölkerung die empfohlene „sichere Gesamtzufuhrmenge“ überschreiten würde. Das wäre gänzlich zu vermeiden, wenn nur das Mehl mit Folsäure angereichert wird, und nicht gleichzeitig auch noch unkontrolliert Multivitaminsäfte oder Frühstückceralien, wie es teilweise der Fall ist.

„Die bislang unkontrollierte Anreicherung anderer Lebensmittel sollte begrenzt werden“, so das Robert-Koch-Institut.

Für ein optimales Versorgungsniveau zur Verhütung von Neuralrohrdefekten empfiehlt es trotzdem allen Frauen mit Kinderwunsch die zusätzliche Einnahme von Supplementen, auch wenn das Risiko eines Neuralrohrdefektes durch eine Mehlanreicherung bereits deutlich reduziert würde.

Mehr zu Folsäure finden Sie auch auf diesem Portal unter: Prävention und Therapie/gesunde Ernährung.

Autorin: Beatrice Wagner
Stand: 18.3.2005
Autor: Beatrice Wagner; Stand: 18.03.2005

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