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Blitze im Sommer

Viele Wärmegewitter gibt es in diesen Tagen, und auch viele Blitze.

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Und auch wenn Blitzunfälle seltener geworden sind, so gibt es derzeit trotzdem fast jeden Tag Zeitungsmeldungen, in denen Menschen vom Blitz getroffen werden.
Die Gefahr lauert dabei nicht nur in der freien Natur, wie man vermuten könnte. Nein, am Montag kam die Nachricht aus Ingolstadt, dass zwei Männer auf dem Parkplatz eines Baumarktes getroffen wurden. In der Schweiz wurden zwei Menschen durch einen Blitzschlag verletzt. Sie standen unmittelbar neben einem Auto, in das der Blitz einschlug.

Und Freitagabend wurde ebenfalls in der Schweiz ein Camper aus Hamburg vom Blitz getroffen, als er während eines Gewitters unter seinem Vorzelt saß.

Aus medizinischer Sicht ist es einmal interessant, was eigentlich bei einem Blitzunfall passiert. Die meisten Menschen stellen sich vor, dass dabei innere Verbrennungen stattfinden. Dies ist aber nicht der Fall. Aber es gibt Blitzmarken von außen und zum Teil üble Verbrennungen.

„Meistens kann die Haut innerhalb von 0,1 bis 1 Millisekunden nicht durchschlagen werden. Somit fließt der Strom an der Oberfläche der Haut ab und dringt nicht in das Körperinnere ein. Die Konsequenzen: Die Kleidung wird zerfetzt und auf der Haut kommt es zu sogenannten Blitzfiguren und auch zu äußerlichen Verbrennungen“, erklärt Dr. Günter Gerhardt.

Ein Blitz kann im Körper auch weiteren Schaden anrichten. So besteht die Gefahr von Lähmungserscheinungen wie bei einem Schlaganfall (welcher auch passenderweise oft mit einem „Blitz wie aus heiterem Himmel“ verglichen wird). Es besteht weiterhin Gefahr des Herzstillstands durch den Strom. „Fließen die Ströme des Blitzes direkt durch den Körper kann dies zu Herzstillstand führen, was aber zum Glück selten ist“, so der Facharzt für Allgemeinmedizin.

Brechen dann Atmung und Kreislauf zusammen, führt dies nach drei bis vier Minuten infolge des auftretenden Sauerstoffmangels zu einer dauerhaften Schädigung des Gehirns. Hier sind sofortige Wiederbelebungsmaßnahmen (Mund-zu-Mund-Beatmung) lebensrettend. Auf jeden Fall muss der vom Blitz Getroffene sofort in ärztliche Behandlung.

Tipps zur Vorbeugung:
  • In der freien Natur am besten in Bodenmulde in die Hocke gehen, die Arme um die Beine schlingen und vor allem die Füße dicht nebeneinander setzt, so dass die Schrittspannung so gering wie möglich bleibt. Sie sollten sich keinesfalls flach auf den Boden legen, weil durch die größere Berührungsfläche ein wesentlich höherer Teil des Blitzstromes durch den Körper fließen kann.
  • Wer mit dem Fahrrad oder Motorrad unterwegs ist, sollte absteigen, sich vom Fahrrad oder Motorrad einige Meter zu entfernen und in Hockstellung in einer Bodenmulde niederzukauern.
  • Ein Zelt nie an exponierten Stellen aufstellen.
  • In einem Wohnwagen die aufklappbaren Dächer schließen, die externe Stromversorgung durch Herausziehen des Netzsteckers unterbrechen und die Kabelzuführung mindestens einen Meter vom Wohnwagen oder Wohnmobil entfernt ablegen. Alle übrigen Leitungs- und Kabelzuführungen, zum Beispiel für das Telefon und den Antennenanschluß, trennen. Einen ausziehbaren Antennenmast einfahren. Die Antenne muss geerdet sein, das heißt mit dem Metallrahmen des Wohnwagens oder – besser – mit einem in den Boden geschlagenen Erderspieß aus Metall leitend verbunden sein.
  • Im Gebirge den örtlichen Wetterbericht studieren und zusätzlich das Barometer beobachten (fallender Luftdruck deutet auf Wetterverschlechterung hin). Außerdem muss man sich strikt an die Ratschläge von Bergführern halten. Diese Männer kennen die Gegend und das lokale Wetter aus langjähriger Erfahrung und haben oft den 7. Sinn für drohende Gefahren. Zu vermeiden ist auf jeden Fall der Kontakt mit Felswänden, da über deren feuchte Oberfläche ein Teil des Blitzstroms fließen kann. Nicht berührt werden dürfen auch Kabel, Metallzäune und metallene Kletterstiege.
Wer sich übrigens über die häufigen Martinshörner während eines Gewitters in der Stadt wundert: Diese sind meist keine echten Alarme, sondern Fehlalarme, ausgelöst durch elektromagnetische Effekte während des Gewitters. Autor: Beatrice Wagner; Quelle: Interview mit Dr. Gerhardt; diverse Zeitungen; Stand: 18.07.2005

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