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Antidrogenkampagne geht konform mit Hirnforschung

Wie schwer es ist, mit ein oder zwei Glas Wein oder Alkopops gerade auf einer Linie zu gehen, oder Hindernisse zu überwinden, das zeigt gerade das Bundesamt für gesundheitliche Aufklärung (BZGA) den Jugendlichen.
Dabei verabreicht das BZGA dem Jugendlichen allerdings keinen echten Alkohol, sondern setzt ihnen nur eine Brille auf, einen Drunk-Buster. Mit dieser Brille sieht man schlagartig so vernebelt, als ob man wirklich schon einige Drinks intus hätte.

Der Hindernislauf mit dem Drunk-Buster ist Teil eines neuen Konzepts der BZGA, um Jugendliche vom Alkohol und auch von Nikotin fernzuhalten. Das Konzept „KlarSicht“ unterscheidet sich gewaltig von den früheren Anti-Drogen-Broschüren, in denen nur mit erschreckenden Fakten vor dem Alkohol und dem Rauchen gewarnt wird.

Denn das reine Herunterbeten von Fakten – wie gefährlich Rauchen und Trinken ist, wie viel Krebsarten und Herzkrankheiten man dadurch davonträgt – hat so gut wie keine Relevanz für eine Verhaltensänderung. Dies zeigten erst unlängst Hirnforscher wie Prof. Ernst Pöppel an der Münchener LMU.

Das Gedächtnis für Fakten ist nämlich nur ein Teil unseres Gehirns, und bei weitem nicht der größte. Der unserem Selbst viel nähere Teil ist das bildhafte Gedächtnis. Die Einspeicherung von „geistigen Bildern“ wird aber fast nur von Emotionen gesteuert. Aber dafür sind die Bilder teilweise sogar lebenslang handlungssteuernd.

Einen Teil dieser Erkenntnisse aus der Hirnforschung scheint in das Konzept des neuen Mitmach-Parcours „KlarSicht“ für Jugendliche eingeflossen zu sein. Der Mitmach-Parcours besteht aus 7 Stationen und dauert 90 Minuten.

Zuerst macht man gemeinsam etwas, dann wird diskutiert. An einer Station, dem Drunk-Buster, gibt es wie schon beschrieben einen Hindernislauf mit der Vernebelungsbrille. An einer anderen Station gibt es beispielsweise die sehr beliebte Talk-Show, bei der unter der Leitung von echten Moderatorinnen typische Rauch-Situationen durchgespielt werden. Hier besteht also die Chance, dass durch aktives Handeln Emotionen und damit auch geistige Bilder entstehen.

Den Parcours gibt es seit Februar 2005. Jetzt gibt es die ersten Ergebnisse. So ist die Resonanz bei den Schülern super. Über 80 Prozent der Jugendlichen gaben an, dass sie nach dem Parcours die Folgen von Alkohol- und Tabakkonsum besser einschätzen können. Genauso viele meinten, dass sie insbesondere durch die Station Talkshow Sicherheit gewonnen hätten, wie sie mit Problemen beim Alkohol- und Tabakkonsum im eigenen Umfeld umgehen könnten.

Nichtraucher und Nichtraucherinnen erklärten, dass sie in ihrer Haltung bestärkt wurden und knapp die Hälfte der Rauchenden wollten ihren Konsum überdenken oder reduzieren. Der Parcours kann von Schulen beim BZGA angefordert werden. Autor: Beatrice Wagner; Quelle: bzga-ausstellungen.de; Stand: 22.07.2005

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