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Erste Studie zu Prominentenstalking

Was ein Stalker ist, hat sich innerhalb von ein paar Jahren herumgesprochen. Warum ein Stalker (übersetzt: Pirschjäger) aber wie besessen eine Person des öffentlichen Lebens jagt, ihr so nah wie möglich sein möchte, sie mit Liebesschwüren verfolgt und belästigt, darüber gibt es jetzt die erste Studie.
Hierfür hat der Kriminalpsychologe Dr. Jens Hoffmann von der TU Darmstadt mehr als 150 Briefe von Personen ausgewertet, die obsessiv auf eine Person des öffentlichen Lebens fixiert sind. Ferner befragte Hoffmann anonym 53 bundesweit bekannte Prominente.

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Dabei gaben 79 Prozent der Prominenten an, bereits Opfer von Stalking gewesen zu sein, knapp zwei Drittel von ihnen sogar schon mehr als einmal. „Die Rate der Viktimisierung durch Stalking ist etwa achtmal so hoch wie im Bevölkerungsdurchschnitt“, stellt Jens Hoffmann fest. So fuhren manche Stalker ihren prominenten Opfern Hunderte von Kilometern hinterher, belagerten ihre Wohnung, übermittelten Selbstmorddrohungen, sadistische Fantasien oder gewalttätige Racheschwüre oder kündigten an, sie würden den Star mit Waffengewalt holen, um mit ihm zusammen zu leben. Die durchschnittliche Dauer des schlimmsten Stalkingvorfalls betrug dabei über zwei Jahre, häufige Verhaltensweisen waren etwa versuchter Telefonkontakt (78 Prozent) und persönliche Annäherungen (43 Prozent).

Zwei von drei betroffenen Prominenten fühlten sich durch das Stalking emotional angegriffen, dies reichte von leichter Beunruhigung bis hin zu Angst um die eigene Sicherheit und um die von nahe stehenden Menschen. Als Folge dieser Erfahrungen ergriffen die meisten der Prominenten Schutzmaßnahmen, engagierten in seltenen Fällen sogar Sicherheitsdienste, mieden bestimmte Orte oder wechselten in zwei Fällen sogar ihren Wohnort.

Interessanterweise hatte weder das Alter noch das Geschlecht der bekannten Persönlichkeiten Einfluss darauf, ob sie eher zum Ziel von Stalkern wurden. Entscheidend war vielmehr, wie häufig die Prominenten in Talkshows auftraten oder ob über sie viele Berichte in der Presse zu finden sind.

„Stars, die in der Öffentlichkeit oft ihr privates Gesicht zeigen, sind eindeutig stärker gefährdet, denn Stalker können dann mit ihrer Fantasie einer gemeinsamen Beziehung leichter psychologisch andocken“, lautet die Schlussfolgerung von Hoffmann, der auch Prominente im Umgang mit Stalking berät und zu diesem Zweck mit Sicherheitsexperten ein eigenes Anti-Stalking-Netzwerk gegründet hat.

Einige Prominente versuchten durch ein direktes Gespräch, den Stalker zu einer Beendigung seiner obsessiven Kontaktversuche zu bewegen. „Diese Strategie führt jedoch häufig zum Gegenteil und heizt das Stalking zusätzlich an“, urteilt Hoffmann. Als bessere Alternative erwies sich dabei das Ignorieren des Stalkers, welches von 58 Prozent der Prominenten als eindeutig erfolgreiche Maßnahme bewertet wurde.

Die Stalkingstudie in Buchform:
Jens Hoffmann: „Stalking“, Springer, Heidelberg
Infos: www.t-p-s.org; www.anti-stalking-netzwerk.de Autor: idw, Beatrice Wagner

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