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Sport darf anstrengen

„Ganz langsam laufen, das verbrennt am meisten Kalorien“, oder „Bloß nicht zu hoch belasten, damit Sie nicht zu sehr aus der Puste kommen“, solche Tipps kursieren seit Ende der achtziger Jahre in der Fitnessszene und werden immer wieder neu erzählt.
Richtig sind sie trotzdem nicht. Sie mögen zwar für Sporteinsteiger angenehm sein; beim körperlich gesunden Sportler ist für einen optimalen Trainingseffekt die ruhige Art jedoch nicht zwangsläufig die beste. Selbst ein so genanntes „Fettstoffwechseltraining“ sollte nicht unbedingt ausschließlich mit niedrigen Belastungen erfolgen. Dies haben Saarbrücker Sportmediziner jetzt anhand mehrerer Studien belegt.

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„Will man optimal die Ausdauer trainieren, den Fettstoffwechsel bestmöglich aktivieren und das Gewicht reduzieren, so darf Training durchaus anstrengend sein“, erklärt Privatdozent Dr. Tim Meyer. Der Wissenschaftler lehrt und forscht am Institut für Sport- und Präventivmedizin der Saar-Universität und betreut seit 2002 als Mannschaftsarzt die deutsche Fußball-Nationalelf – auch bei der diesjährigen Fußballweltmeisterschaft.

„Am effektivsten ist es, knapp unter der Dauerleistungsgrenze zu trainieren. Das betont ruhige Training ist für den an Herz und Kreislauf gesunden Sportler nicht das Training der Wahl“, betont Dr. Meyer.

In drei verschiedenen Studien, die insgesamt über einen Zeitraum von zwei Jahren liefen, wurden zwei Trainingsprogramme mit identischem Kalorienverbrauch verglichen: eines bei mittlerer, ein anderes bei betont niedriger Intensität.

Insgesamt ließ sich kein eindeutiger Vorteil der niedrigen Intensitäten erkennen. Im Gegenteil: „Die niedrigsten Trainingsintensitäten ergaben sogar etwas geringere Trainingseffekte“, so Dr. Meyer zum Ergebnis. Zum Einsatz kamen neben Messungen der Herzfrequenz und der Laktat-Konzentration (Salz der Milchsäure) im Blut auch Atemgasmessungen, bei denen Sauerstoffaufnahme und Kohlendioxidabgabe überprüft werden.

Selbst kontrollieren können Sportler ihre Beanspruchung im Training am einfachsten über den Puls. Dr. Meyer empfiehlt für Personen über 40 Jahre oder bei bekannten Vorerkrankungen zunächst einen Gesundheitscheck beim Arzt: „Bei ambitionierten Sportlern kann und bei Risikopatienten muss ein Fitnesstest in Form eines Belastungs-EKGs die angemessene Trainingsherzfrequenz ermitteln. Das effektivste Training liegt beim gesunden Sportler ohne Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Durchschnitt bei etwa 80 bis 85 Prozent der maximalen Herzfrequenz, die sich per Faustformel mit 220 (Laufen) bzw. 200 (Radfahren) minus Lebensalter abschätzen lässt.“ Autor: Claudia Ehrlich, Beatrice Wagner, Quelle: ots; Stand: 24.2.2006

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