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Negative Emotionen führen zu Übergewicht

Wer in seiner Kindheit schlechte Erfahrungen gemacht hat und diese immer noch mit sich herumschleppt, hat im Erwachsenenalter mit einer drastischen Zunahme des Gewichts zu rechnen. Als Folge der Fettleibigkeit wiederum sind ein verringertes Selbstwertgefühl, Angstzustände bis hin zu Depressionen zu beobachten.

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So treten Depressionen drei bis vier Mal häufiger bei adipösen als bei normalgewichtigen Menschen auf. Dies alles zeigten Studien der letzten Jahre. Deshalb sei es wichtig, bei der Behandlung von Dickleibigkeit auch die Gefühlslage zu beachten und auf „die Wechselwirkung zwischen Adipositas und emotionalem Zustand“ einzugehen, betont Erich Roth, Professor für Chirurgie, in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „Aktuelle Ernährungsmedizin“ (Georg Thieme Verlag).
 
Dass psychosoziale Faktoren wesentlich zur Gewichtszunahme beitragen, zeigen die Ergebnisse einer Untersuchung an schwer adipösen Personen, die sich für einen gewichtsreduzierenden chirurgischen Eingriff entschieden haben. „69 Prozent dieser Patienten berichten über Misshandlungen in ihrer Kindheit, wobei sich 46 Prozent emotional, 29 Prozent physisch und 32 Prozent sexuell misshandelt fühlten“, so Roth.

Vor diesem Hintergrund sieht er zwei erfolgversprechende Ansätze bei der Behandlung von Übergewicht. Der erste Therapieansatz müsse eine „sorgfältige psychologische Betreuung und eine Behandlung der Depression“ vorsehen. Vor allem die „Psychologie der positiven Gefühle“ böte hier neue Behandlungswege. „Der Aspekt der positiven Psychologie erscheint vor allem deswegen so interessant, als die WHO bereits heute in der Altersgruppe von 15 bis 44 Jahren die Depression als die zweithäufigste Krankheit bezeichnet“, erläutert Roth.

Um das Niveau der positiven Emotionen zu heben, müssten die Patienten die Erlebnisse in ihrer Vergangenheit bewältigen, indem sie zum Beispiel gute Dinge hervorhöben, negative wiederum abschwächten. Für die Gegenwart sollten die Betroffenen lernen, zwischen „hedonistischem Genuss“ und „erfüllendem Lebensinhalt“" zu unterscheiden, denn letzterer sei eine wichtige Voraussetzung für eine lang andauernde Glücksempfindung.

Den zweiten Behandlungsansatz sieht Roth in der Bewegungstherapie. Dass zum Abnehmen auch der Sport gehört, wird von allen Ernährungswissenschaftlern immer wieder erzählt. Denn Sport erhöht den Kalorienverbrauch durch die Anstrengung, und er erhöht langfristig auch  den Grundumsatz, also die Kalorienmenge, die wir beim Nichtstun verbrennen.

Möglicherweise ist für den positiven Einfluss von Sport auf das Abnehmen aber auch „eine Erhöhung des Wohlbefindens verantwortlich“, so Erich Roth. Ein regelmäßiges Trainingsprogramm hebe außerdem das Selbstvertrauen von Übergewichtigen, da sie immer wieder ihre „Inaktivität“ durchbrächen und dadurch ihre „Spannkraft“ anhöben. „Untersuchungen bei Jugendlichen haben ergeben, dass jene, die eine hohe Spannkraft haben, auch glücklicher sind“, fasst Roth zusammen. Autor: Dr. Beatrice Wagner; Stand: 5.10.2006; Quelle: Erich Roth: Wechselwirkung zwischen Adipositas und dem emotionalen Zustand, in: Aktuelle Ernährungsmedizin 2006; 31 (4): S. 183-188

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