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Reparatur statt Austausch von Herzklappen

Bei Defekten an den Herzklappen gilt als state of the art, sie durch Metall- oder Bioklappen zu ersetzen. Mittlerweile aber versuchen immer mehr Kardiologen, die Herzklappe nach Möglichkeit zu reparieren, – so wie es im Übrigen auch lange Zeit üblich war. Nur ist dies mittlerweile auch minimal-invasiv, also ohne Öffnung des Brustkorbes möglich. Dies berichtet der Herzchirurg Prof. Christian Detter vom Herzzentrum Hamburg in der Fachzeitschrift „DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift“ berichtet.

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Die vier Herzklappen sind die Ventile der menschlichen Blutpumpe. Undichtigkeiten (Fachwort: Insuffizienz) oder Verengungen (Fachwort Stenose) strapazieren den Herzmuskel und können auf Dauer zur tödlichen Herzschwäche führen. Deshalb ist früher oder später eine Operation notwendig. Bei Undichtigkeiten der Mitralklappe, der größten Herzklappe, hat der Anteil der Reparatur-Operationen von 23 Prozent auf mehr als 50 Prozent zugenommen. Der Grund: Die Kunstklappen sind zwar technisch perfekt, aber an ihrer Oberfläche „klebt“ das Blut. Um das zu verhindern, müssen die Patienten lebenslang gerinnungshemmende Medikamente einnehmen – mit der Gefahr tödlicher Hirnblutungen. Die Alternative sind „Bioklappen“ von Schweinen, die aber nur begrenzt haltbar sind.

Demgegenüber hat sich ein gegen Ende der 1960er Jahre entwickeltes Reparaturverfahren der Herzklappen als erstaunlich langlebig erwiesen. Bis zu 97 Prozent der Patienten kamen 20 Jahre oder länger ohne erneute Operation aus. Diese Operation wird heute noch durchgeführt, berichtet Prof. Detter, auch wenn die Zeit nicht stehen geblieben ist. Zu den Verbesserungen zählt beispielsweise der Ersatz der Sehnenfäden, die bei der gesunden Mitralklappe die Segel straff halten, durch Goretex®-Fäden, oder die Verstärkung der Klappe durch einen Metallring. Dieser wird so in die natürliche Klappe eingebaut, dass er bald von einer Zellschicht überzogen ist und die Patienten die riskanten Medikamente wieder absetzen können.

Viele Klappenreparaturen lassen sich heute durchführen, ohne den Brustkorb vollständig zu öffnen. Die Herzchirurgen operieren minimal-invasiv: Ihre „Mini“-Thoraktomie ist zwar nicht gerade eine Schlüsselloch-Operation. Die Länge der Narbe lässt sich jedoch auf vier bis acht cm begrenzen. Über diesen Zugang kann das gesamte Spektrum der Mitral-Chirurgie durchgeführt werden, schreibt Professor Detter. Auf diese Weise erholen sich die Patienten auch schneller von der Operation und könnten früher wieder nach Hause. Autor: Autorin: Dr. Beatrice Wagner (u.a.); Stand: 8.2.2007; Quelle: Ch. Detter: „Rekonstruktive Techniken bei Herzklappenerkrankungen“, Deutsche Medizinische Wochenschrift 2007; 132 (3): S. 97-102

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