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Klimawandel fördert Zecken

Zecken und die durch sie übertragenen Krankheiten haben sich in den letzten Jahren sowohl räumlich als auch zeitlich ausgebreitet. So schlug in den letzten Jahren das Robert-Koch-Institut Alarm, weil sich die Zeckengebiete nach Norden vordrängen und sich z. B. die Hochrisikogebiete für FSME (Frühsommer-Meningo-Enzephalitis) schon längst nicht mehr nur in südlichen Bundesländern Deutschlands befinden. In diesem Jahr mahnt es das Friedrich-Löffler-Institut (FLI): Es werden mittlerweile sogar schon im Winter (November 2006 bis Januar 2007) wirtssuchende, aktive Zecken in Deutschland nachgewiesen. Das ist normalerweise aber die klassische Ruhephase der Zecken. „Durch das milde Wetter mit Temperaturen über 6 bis 7 °C finden sowohl Zecken als auch ihre Hauptwirte, die Mäuse, ideale Überlebens- und Nahrungsverhältnisse vor“, sagt Dr. Jochen Süss, Leiter des Nationalen Referenzlabors für durch Zecken übertragene Krankheiten am FLI.

Die FSME zeigt in Europa weiter eine klar zunehmende Tendenz. In Deutschland werden wieder neue Risikogebiete erwartet, im letzten Jahr gab es erstmals Erkrankungen in Niedersachsen sowie Einzelfälle in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.

Zecken können aber auch weitere Erkrankungen übertragen, wie z.B. die Anaplasmose: Nach einer Inkubationszeit von zwei bis sieben Tagen beginnt die Erkrankung akut bedrohend, Fieber, Schüttelfrost, Abgeschlagenheit, Kopf-, Muskel-, und Gelenkschmerzen. Dazu können Übekeit, Erbrechen, Durchfall sowie Husten kommen. Auch ein Hautausschlag wird manchmal beobachtet. Behandelt wird die Anaplasmose mit Antibiotika, meistens Doxycyclin. Auch das Mittelmeerfleckfieber (Rickettiose) kann von Zecken übertragen werden, es zeigt sich ein ähnlicher Verlauf wie bei der Anaplasmose, behandelt wird auch mit Doxycyclin.

Dann gibt es noch die Babesiose, die Erreger sind mit den Plasmodien, den Verursachern der Malaria, verwandt. Sie sind vor allem für Hunde gefährlich. Deshalb sollten Hunde mit Repellents geschützt werden, da die "Hundemalaria" bei Hunden oft tödlich endet. Bei Menschen kommt es in der Regel zu keiner Erkrankung. Gefährdet sind lediglich Menschen, denen die Milz entfernt werden musste und auch Patienten, deren Immunsystem wegen einer anderen Erkrankung mit Medikamenten überbrückt werden muss. Auch diese Personen entwickeln nach einer Inkubationszeit von ein bis drei Wochen sehr hohes Fieber, Schüttelfrost, Kopf-, Glieder-, Rücken- und Bauchschmerzen. Behandelt wird diese Babeliose mit Clindamycin plus Chinin oder Atovaquon. Andere Malariamittel sind wirkungslos.

Eine wichtige Ursache für die Verbreitung der Zecken und die Krankheitserreger, mit denen sie oft behaftet sind, ist in der Klimaveränderung zu sehen. Im klassischen Risikogebiet Baden-Württemberg zum Beispiel erhöhte sich die Temperatur im Zeitraum von 1951 bis 2000 um durchschnittlich 0,6 bis 1,5 °C, bei steigender Zahl warmer Sommertage (>25 °C) und abnehmender Zahl kalter Wintertage (<0 °C). In diesem Bundesland hat sich die Zahl der FSME-Erkrankungen allein von 2005 auf 2006 von 165 auf über 275 Fälle erhöht (gemeldete Fälle im gesamten Bundesgebiet für 2006: 541). Autor: Dr. Beatrice Wagner, Quelle: Pressemitteilung des FLI, Stand: 16.3.2007

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