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"No Sex"-Kampagnen funktionieren nicht

London - Initiativen, die unter Jugendlichen sexuelle Abstinenz propagieren, haben keine Auswirkungen auf die Zielgruppe. Britische Forscher untersuchten 13 verschieden Studien, die das Verhalten von 15.000 amerikanischen Jugendlichen im Alter von zehn bis 21 Jahren dokumentieren, und kommen zu dem Ergebnis, dass Enthaltsamkeitskampagnen weder positive noch negative Effekte haben. Die Studie könnte in den USA erhebliche politische Folgen nach sich ziehen, denn bislang fließt ein Drittel des staatlichen HIV-Präventionsbudgets in Abstinenzprogramme.

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Das Alter beim "ersten Mal", der Prozentsatz des ungeschützten Verkehrs, die Anzahl der Partner, die Ansteckungsrate mit Geschlechtskrankheiten und die Anzahl der Schwangerschaften - in sämtlichen Kriterien entsprechen Jugendliche, die an Enthaltsamkeitsinitiativen teilnehmen, ihren Altersgenossen, die überhaupt keine Informationen erhalten. Ulrike Fraunberger, Leiterin der österreichischen Aufklärungskampagne "Lovetour", zeigt sich im pressetext-Interview von dem Ergebnis nicht überrascht: "Wir haben einen ganz anderen Zugang zu dem Thema. Wir wollen, dass die Jugendlichen Bescheid wissen und gehen ehrlich und aufrichtig mit ihnen um. Kampagnen, die Sexualität schon im Vorfeld verneinen, helfen ihnen nicht."

Im Vergleich verringerten Programme, die den Gebrauch von Kondomen empfehlen, das Risiko von HIV-Ansteckungen deutlich, berichten die Forscher. "Junge Menschen müssen wissen, dass sie nein sagen können - aber auch gleichzeitig, wie sie sich vor ungewollten Schwangerschaften und Geschlechtskrankheiten schützen können, wenn sie sich entscheiden Sex zu haben", meint Genevieve Clark von der Aids-Hilfe-Organisation Terrence Higgins Trust.

"Wir versuchen, die Persönlichkeit und die kommunikative Kompetenz des jungen Menschen zu stärken", erklärt Elisabeth Pott von der deutschen Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) im Gespäch mit pressetext. "Jugendliche, denen vorgeschrieben wird, enthaltsam zu sein, versuchen vielleicht dem zu entsprechen, haben aber gar nicht gelernt, in entscheidenden Situationen über das Thema zu sprechen." US-Initiativen, wie "It's great to wait" oder "True Love Waits", die meist in Verbindung mit der Kirche stehen, erhalten bislang staatliche und bundesstaatliche Förderung. Wenn ein Drittel des Budgets zur HIV-Bekämpfung in eine Maßnahme fließe, die nachweislich keinen Effekt habe, müsse das auf jeden Fall diskutiert werden, kritisiert Pott. Autor: Georg Eckelsberger; Quelle: pressetext.austria; Stand: 03.08.2007

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