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Magnetresonanztomographie als optimale Brustkrebs-Früherkennung

Bonn - Bonner Mediziner haben in einer groß angelegten Untersuchung festgestellt, dass die Magnetresonanztomographie (MRT) bei der Diagnostik von Brustkrebs-Vorstufen deutlich treffsicherer ist als die Mammographie. Damit widerlegen die Wissenschaftler ein bisheriges medizinisches Paradigma. In der internationalen Forschergemeinschaft wurde das Studienergebnis mit großem Interesse aufgenommen und schaffte es auf die Titelseite des Fachmagazins Lancet.

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"In den vergangenen fünf Jahren haben wir mehr als 7.000 Frauen mit beiden Methoden untersucht", so Studienleiterin Christiane Kuhl von der Radiologischen Klinik der Universität Bonn im pressetext-Interview. Bei insgesamt 167 Frauen konnten die Bonner Mediziner Brustkrebs-Frühformen feststellen: 152 davon mittels MRT und 93 mittels Mammographie. Es gehe um die Früherkennung des so genannten intra-duktalen Karzinoms (DCIS) im Milchgang. "In diesem Stadium nennt man es zwar schon Karzinom - tatsächlich handelt es sich aber noch um eine gutartige Erkrankung, die durch eine Operation immer heilbar ist", erklärt Kuhl. Erst wenn der Tumor aus den Milchgängen in das Drüsengewebe der Brust einwächst, kann er sich über Blut- oder Lymphgefäße im Körper verteilen. "Wenn wir DCIS finden und operativ entfernen, können wir die Entstehung von 'richtigem' Brustkrebs verhindern", so Kuhl. "Wir vermeiden damit die Entstehung einer oftmals lebensgefährlichen Erkrankung."

Bei den intra-duktalen Karzinomen gibt es zwei verschiedene Formen, eine weniger aggressive (low-grade) und das hoch aggressive (high-grade) DCIS. Während low-grade-DCIS sich oft noch relativ gutartig verhalten, manchmal sogar den Milchgang nie verlassen und damit den Frauen möglicherweise nie gefährlich werden, tun das die high grade DCIS praktisch immer und werden dann zu gefährlichen invasiven Brustkrebsen. Umso wichtiger ist es also, solche high-grade-DCIS zu entdecken.

"Dass die MRT der Mammographie hinsichtlich der Diagnostik von Brustkrebs überlegen ist, ist schon lange bekannt", meint Kuhl, da sie bei weitem empfindlicher als die Mammographie ist. "Die Suche nach DCIS galt aber bislang als Domäne der Mammographie, die kleine Verkalkungen sichtbar macht, die sich in den erkrankten Milchgängen ablagern." Im MRT-Bild sind derartige Einlagerungen unsichtbar. "Allerdings machen sich gerade schnell wachsende Tumore häufig nicht durch Verkalkungen bemerkbar, sondern dadurch, dass sie von vielen kleinen Blutgefäßen durchzogen sind, in denen sich das bei der MRT gespritzte Kontrastmittel besonders gut anreichert", erklärt die Radiologin.

"Unsere Studie räumt mit einer ganzen Reihe von Lehrbuchmeinungen auf", meint Kuhl. Dazu gehöre etwa auch, dass die MRT nicht dazu geeignet wäre, Brustkrebsvorstufen zu erkennen. "Die MRT kann die Diagnose von Brustkrebs-Frühstadien erheblich verbessern. Und das nicht nur bei Risikogruppen, sondern bei allen Frauen." Die American Cancer Society empfiehlt seit März 2007 jeder Frau mit erhöhtem Brustkrebsrisiko eine MRT-Untersuchung durchzuführen.

Kuhl will die Bonner Ergebnisse nicht als Argument gegen das laufende Mammographie-Screening verstanden wissen, denn die Mammographie sei als Basis-Untersuchung zur Früherkennung unverzichtbar. Zudem sei die MRT für den Einsatz zur flächendeckenden Früherkennung noch nicht reif. "Noch wird diese Methode bei Brustuntersuchungen viel zu selten eingesetzt - entsprechend fehlt es an Radiologen, die mit dieser speziellen Anwendung ausreichend Erfahrung sammeln konnten", meint Kuhl abschließend im pressetext-Interview. Autor: Wolfgang Weitlander; Quelle: pressetext.de; Stand: 10.08.2007

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