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Gebärmutterhalskrebs: Ärzte klären Irrtümer auf

Wien - Gebärmutterhalskrebs ist die zweithäufigste Todesursache junger Frauen zwischen 15 und 44 Jahren. Ein Impfstoff, mit dem 75 Prozent der Erkrankungen verhindert werden könnten ist bereits vorhanden, wird jedoch nicht flächendeckend eingesetzt. Bislang müssen sich Frauen die 600 Euro teure Imfpung selbst finanzieren. "Wir haben alle Fakten, die wir brauchen", sagt Paul Sevelda, Präsident der Österreichischen Krebshilfe und verweist damit auf die Ergebnisse einer an mehr als 20.000 Frauen durchgeführten Studie, die die Wirksamkeit der Impfung beweist. Aufgrund falscher Ängste und Vorurteile komme das Mittel jedoch noch nicht zum Einsatz.

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Weit verbreitet sei die Meinung, dass die Impfung nur gegen eine von mehreren Ursachen von Gebärmutterhalskrebs wirksam sei. "Das ist insofern richtig, dass der Impfstoff nicht die Krebserkrankung selbst, sondern bestimmte Stämme der humanen Papillomviren (HPV) bekämpft. HPV konnte allerdings bei 99,7 Prozent aller Gebärmutterhalskrebsfälle nachgewiesen werden", so Sevelda. "Durch die betreffenden Stämme werden drei Viertel der Krebserkrankungen ausgelöst." Es gäbe demnach keine anderen Ursachen, sondern nur zusätzliche Co-Faktoren. HP-Viren werden zum größten Teil durch Hautkontakt beim Geschlechtsverkehr übertragen. Kondome schützen nicht zu 100 Prozent vor der Infektion.

Kritiker verweisen ebenfalls auf die Tatsache, dass die Kontrollgruppe der Studie nicht bis zum Ausbruch des Gebärmutterhalskrebses beobachtet wurde - demnach könne nicht mit Sicherheit behauptet werden, dass die Impfung wirksam sei. "Nach der Besiedelung durch HPV dauert es über zehn Jahre bis Gebärmutterhalskrebs ausbricht, alleine deshalb sind Langzeitstudien schwierig.

Die Wirksamkeit auf die Vorstufen der Krankheit konnte allerdings zweifelsfrei nachgewiesen werden", so Sevelda, der es für verantwortungslos hält, den Impfstoff noch Jahre zurückzuhalten. In Bezug auf die Studie stelle sich ein moralische Frage, so Sevelda: "Lässt man Probanden wissentlich an einer lebensgefährlichen Krebsart erkranken?" Deshalb habe man rechtzeitig damit begonnen, auch die Placebogruppe zu behandeln.

Rund drei Viertel der Bevölkerung kommen im Laufe ihres Lebens mit HP-Viren in Kontakt - die Infektionen passieren unbemerkt und bleiben zum größten Teil ohne Folgen. Optimal wäre eine flächendeckende Durchimpfung, so Wolfgang Maurer von der Universitätsklinik Wien. "Die Maßnahme ist kosteneffizient - wir würden uns in Zukunft Geld ersparen." Männer können durch HP-Viren Genitalwarzen sowie in sehr seltenen Fällen Krebs bekommen und sollten ebenfalls geimpft werden. Um eine sogenannte Herdenimmunität zu erzeugen und den Virus damit zurückzudrängen, müssten auch sie als Überträger immun sein.

"Wir raten Frauen grundsätzlich davon ab, sich auf HPV testen zu lassen", so Sevelda. Es gäbe keine wirksame Therapie gegen eine Infektion, deshalb führe eine positive Diagnose lediglich zu Verunsicherung. Die Impfung führe hingegen in jedem Fall zu einer Verbesserung der Chancen der Patienten. "Die Behandlung ersetzt jedoch nicht die jährlichen Vorsorgeuntersuchungen beim Gynäkologen", betont Sevelda. Kritiker befürchten, dass sich Frauen durch den Impfstoff in falscher Sicherheit wiegen und deshalb die Vorsorge vernachlässigen würden. "Beide Instrumente führen zur optimalen Vorsorge gegen Gebärmutterhalskrebs", so Sevelda.

Lesen Sie mehr dazu in unserer kostenlosen Broschüre zum Downloaden:

Frauen-Krebsvorsorge  (0,98 MB) Autor: Georg Eckelsberger; Quelle: pressetext.austria; Stand: 23.08.2007

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