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Kieferfehlstellung als Ursache für Tinnitus

Bonn - Geräusche im Ohr, der sogenannte Tinnitus, können viele Gründe haben. Wissenschaftler der Universität Bonn haben festgestellt, dass eine mögliche Ursache auch die Fehlstellung des Kiefergelenks sein kann. Mit dem Einbau einer Kunststoffschiene im Oberkiefer ist es den Medizinern gelungen, die Symptome deutlich zu verbessern, berichtet die Universität.

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Hilfe finden Betroffene jetzt zum Beispiel an der Klinik für Zahnärztliche Prothetik des Universitätsklinikums Bonn. Das Rauschen und Klingeln im Ohr wird in den meisten Fällen nur vom Betroffenen selbst wahrgenommen. "Die Ursachen für einen sogenannten subjektiven Tinnitus sind vielfältig und reichen von Mittelohrerkrankungen über Hörsturz und Lärmtraumata bis hin zu Stress", so Walter Lückerath von der Klinik für Zahnärztliche Prothetik der Universität Bonn im pressetext-Gespräch. Dass hinter dem Problem auch eine Fehlstellung des Kiefergelenks vorliegt, sei bisher nur wenigen bekannt, meint der Mediziner.

"Wenn nur der geringste Punkt darauf hindeutet, dass eine Mitbeteiligung des Kiefergelenks vorliegt, ist schleunigst zu handeln", so Lückerath. Nur so ließen sich jene Patienten herausfiltern, bei denen der Tinnitus tatsächlich auf eine Fehlstellung des Kiefers zurückzuführen ist. Mittelohr und Kiefergelenk liegen ganz eng beieinander und sind nur durch eine dünne Knochenlamelle getrennt. "Bei der so genannten craniomandibulären Dysfunktion (CMD) kommt es unter anderem durch eine angeborene Zahnfehlstellung, Zähneknirschen, einseitiges Kauen oder Zahnprothesen zum Verlust der richtigen Bisshöhe", erklärt der Mediziner.

Dadurch wird der Unterkiefer nicht mehr genügend stabilisiert und der Kiefergelenkkopf verlagert sich. Daraus resultieren die für CMD typischen Kiefergelenkgeräusche. Wird beim Mundschließen der Kiefergelenkkopf weit nach hinten in Richtung Mittelohr geschoben, ist der Druck auf zwei dazwischenliegende Nerven enorm. Ein Tinnitus oder auch Schläfenkopfschmerzen können die Folgen sein.

Abhilfe schafft eine hauchdünne Schiene aus glasklarem Kunststoff, mit der die Gelenkköpfe wieder in ihre ursprüngliche Position zurückgebracht werden. "Wie erfolgreich diese Behandlung ist, konnten wir anhand der aktuellen Untersuchungen deutlich machen", so Lückeroth. "Bereits nach zwei bis vier Wochen spürten 75 Prozent der 22 bisher so behandelten Tinnitus-Patienten eine Verbesserung der Symptome. Jeder Dritte hörte sogar gar keine Ohrgeräusche mehr." Der Mediziner weist aber auch daraufhin, dass nicht nur Tinnitus, sondern auch andere Leiden auf die Kieferfehlstellung zurückzuführen sein können. "Die Symptome reichen von Kopf- bis hin zu Augenschmerzen."

Der Patient muss mindestens vier Wochen Tag und Nacht die sogenannte Pivotschiene im Oberkiefer, die zum Ausgleich des Fehlbisses hinten leicht erhöht ist, tragen. Beim Schließen des Mundes dreht sich nun der Unterkiefer um diesen künstlichen Aufbiss und zieht das Kiefergelenk nach unten.
"Diesen Effekt kann der Patient verstärken, indem er täglich möglichst zwei Stunden das Kinn mit der Faust abstützt", erklärt Bernd Koeck, Direktor der Klinik für Zahnärztliche Prothetik. Die individuell angepasste Schiene muss regelmäßig neu justiert und abgeschliffen werden, bis der ideale Biss stabilisiert ist. "Bei einem rechtzeitigen Eingreifen eines erfahrenen Zahnarztes besteht eine große Chance auf Heilung." Autor: Wolfgang Weitlander; Quelle: pressetext.austria; Stand: 24.08.2007

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