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Parkinson-Risiko steigt mit Eierstockentfernung

Rochester/Wien - Ein Wissenschaftsteam der Mayo-Klinik in Rochester hat festgestellt, dass Frauen, die vor der Menopause ihre Eierstöcke entfernt hatten, wesentlich häufiger an Parkinson oder Demenz erkrankten. Die Wissenschaftler um Walter Rocca schließen daraus, dass das Hormon Östrogen das Gehirn schützt, berichten sie im Fachmagazin Neurology.

Das Forscherteam hatte rund 3.000 Frauen, denen zwischen 1950 und 1987 die Eierstöcke operativ entfernt wurden, auf ihre Gedächtnisleistungen hin untersucht. Dabei wurden Interviews und neurologische Untersuchungen durchgeführt, um eventuelle Hinweise auf Parkinson oder Demenz zu entdecken. Anschließend wurden die Daten dann mit jenen einer gleichaltrigen Testgruppe verglichen, denen die Eierstöcke nicht entfernt worden waren. Dabei zeigte sich sowohl ein erhöhtes Risiko für eine Demenz als auch für Parkinson bei den operierten Frauen. Offensichtlich war auch, dass die Erkrankungswahrscheinlichkeit anstieg, je jünger die Frauen bei der Entfernung der Eierstöcke waren.

Selbst bei der Entfernung nur eines Eierstocks stieg das Erkrankungsrisiko an. Die Forscher glauben, dass dies damit zu tun habe, dass zwar der verbliebene Eierstock immer noch Östrogene erzeugen kann, aber durch die Entfernung der Gebärmutter nicht mehr richtig durchblutet wird und dadurch nicht mehr ausreichend Hormone herstellen kann. Das Erkrankungsrisiko sank bei jenen Frauen, die nach einer Operation bis zum 50. Lebensjahr Östrogene einnahmen. In vorhergehenden Studien konnten Forscher allerdings feststellen, dass eine Östrogengabe nach den Wechseljahren einen schädlichen Einfluss auf das Gehirn haben kann. Daher gibt es die Vermutung, dass Östrogene nicht immer, sondern nur bis zu dem Zeitpunkt, an dem natürlicherweise die Wechseljahre einsetzen, das Gehirn schützen.

"Die Wirkung des Östrogens auf das Wohlbefinden ist uns bekannt", erklärt der Mediziner und Klinische Psychologe Alexander H. Gaischin gegenüber pressetext. "Das plötzliche Absinken des Östrogenspiegels während der Menopause hat Auswirkungen auf das psychogenetische System", so der Mediziner. Patientinnen würden daraufhin an depressionsähnlichen Symptomen leiden. "Leider geschieht es sehr oft, dass diese Patientinnen zu Psychiatern gehen, anstatt einen Gynäkologen aufzusuchen, der eine Messung des Hormonspiegels vornimmt", so Gaischin. Es gebe sehr gute Medikamente, die einen normalen Hormonspiegel wiederherstellen und damit die psychische Belastung wegnehmen können. Der Mediziner könne sich sehr gut vorstellen, dass Östrogene vor der Menopause Demenz und Parkinson vorbeugen. "Es ist sehr interessant, dass eine zusätzliche Aufgabe des Östrogens der Schutz des Gehirn ist", so der Mediziner abschließend gegenüber pressetext. Autor: Wolfgang Weitlander; Quelle: pressetext.austria; Stand: 31.08.2007

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