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Schwerhörigkeit bei Babies oft ignoriert

New York - Schwerhörigkeit bei Neugeborenen müsse möglichst früh entdeckt und behandelt werden, um den Kindern eine normale Entwicklung zu ermöglichen, warnen amerikanische Spezialisten. "Wir müssen die Probleme bei Kindern früh erkennen und bereits durch Hörgeräte und Training behandeln, wenn sie erst sechs Monate alt sind", so John Greinwald vom Cincinnati Children's Hospital Medical Center. Ein routinemäßiger Gehörtest wird mittlerweile nach den meisten Geburten durchgeführt. Experten befürchten jedoch, dass viele der Kinder anschließend nicht entsprechend behandelt werden.

"Neugeborene werden in der Klinik innerhalb der ersten Tage routinemäßig untersucht, wobei die Funktion des Innenohrs getestet wird. Die Untersuchung gibt erste Hinweise auf eine Erkrankung, die Funktion kann allerdings auch vorübergehend durch den Geburtsvorgang beeinträchtigt sein", erklärt Corinna Pelz von der Deutschen Gesellschaft für Audiologie im Gespräch mit pressetext. Weil nur etwa ein Viertel der Hörschäden bei Neugeborenen, die beim ersten Test festgestellt werden, auch tatsächlich in einer genaueren Untersuchung bestätigt werden, neigen Eltern und Kinderärzte dazu, zu lange abzuwarten. "Die Erfassung muss besonders gut organisiert sein, damit die betreffenden Kinder beobachtet und nach einiger Zeit ein zweites Mal untersucht werden können", so Pelz.

Studien bestätigen, dass die Chancen auf die normale Entwicklung von Hörverständnis und Sprechfähigkeiten eines Kindes beträchtlich steigen, wenn ein vermindertes Hörvermögen möglichst früh behandelt wird. "Wenn du von Geburt an hörst, lernst du auch zuzuhören", so Anne Oyler, Audiologin der American Speech, Language and Hearing Association. "Mehr als 90 Prozent von dem was Babies lernen, stammt aus beiläufig gehörten Gesprächen. Wenn wir Kinder in den ersten Monaten behandeln, geraten sie nicht in Rückstand und entwickeln sich gut." Auch in den besonders schweren Fällen könnten durch die richtige Behandlung große Erfolge erzielt werden, so Pelz. "Bei besonders schweren Hörschäden können Cochlea-Implantante bereits sehr früh zur Anwendung kommen. Wenn Kinder von Beginn an mit dieser Hörhilfe aufwachsen, gibt es später kaum Unterschiede zu ihren Altersgenossen."

Eines von 1.000 Kindern wird taub geboren und eines von 100 ist zu einem gewissen Grad hörgeschädigt. Wird das Problem nicht durch routinemäßige Untersuchungen erkannt, bleibt es oft bis ins Alter von zwei bis vier Jahren unbemerkt. "Gerade in den ersten Monaten haben Eltern eigentlich keine Chance das Problem selbst zu bemerken", sagt Pelz. "Ohne frühe Behandlung werden diese Kinder keine guten Kommunikationsfähigkeiten entwickeln", warnt Greinwald abschließend. "Das kann in einer Vielzahl an Lern- und Konzentrationsproblemen resultieren." Autor: Georg Eckelsberger; Quelle: pressetext.at; Stand: 06.09.2007

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