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Forscher entwickeln Malaria-Schutz-Test

Zürich - Einem Forscherteam der ETH-Zürich ist es gelungen, einen Bluttest zu entwickeln, der nachweisen kann, ob jemand gegen Malaria immun ist oder nicht. Das Team um den Chemiker Peter Seeberger konnte zeigen, dass das Immunsystem des Menschen gegen Zuckermoleküle auf dem Malariaerreger Antikörper bildet, die vor der schweren Krankheit schützen können. Die Arbeit wurde in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins "Nature Chemical Biology" veröffentlicht.

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"Wir arbeiten seit Jahren an der Entwicklung einer Malariaimpfung auf Zuckerbasis", so der Forscher gegenüber pressetext. Die Entwicklung des Tests sieht der Chemiker als wichtigen Schritt in diese Richtung. "Der Malariaerreger Plasmodium falciparum trägt auf seiner Oberfläche verschiedene giftige Zuckermoleküle, so genannte GPI, die sich einzeln identifizieren lassen. Mit unserer neuen Methode können wir nun zeigen, dass die toxischen Zuckermoleküle des Malariaerregers eine spezifische Immunantwort in Erwachsenen auslösen." Verschiedene Blutproben von Menschen aus den betroffenen Regionen haben gezeigt, dass spezifische Antikörper gegen einzelne GPI enthalten waren. Das bedeute zwar nicht, dass die Erkrankung generell ausbleibe. "Allerdings sind die Konsequenzen weit weniger schwerwiegend, da das Immunsystem die giftigen Zuckermoleküle als Fremdkörper erkennt und deren toxische Wirkung blockt", erklärt Seeberger. Für Menschen, die allerdings nicht in den Risikogebieten leben, fehlen die Antikörper.

Faustin Kamena von Seebergers Forscherteam hat einen besonderen Chip, mit dem sich relativ kostengünstig und mit kleinsten Mengen von Blutserum und Zuckermolekülen feststellen lässt, ob eine Person spezifische Antikörper gegen verschiedene GPI gebildet hat oder nicht. Dabei werden auf einen Glasobjektträger über 60 Felder aufgedruckt. Auf jedem dieser Felder befinden sich unterschiedliche GPI in verschiedenen Konzentrationen. Wird nun Blutserum auf ein solches Feld appliziert, binden allfällige Antikörper spezifisch an gewisse Zuckermoleküle. Anfärbungsmethoden machen sichtbar, an welchen GPI die Antikörper andockten. "Dank den Chip-Informationen können wir gezielt jene Zuckermoleküle herstellen, die das Immunsystem erkennen muss", so der Forscher. "Die damit gewonnen Erkenntnisse zur natürlichen Resistenz sind sehr wichtig, um einen Malaria-Impfstoff auf Zuckerbasis zu entwickeln."

Die Herstellung eines Impfstoffs drängt, wie Seeberger betont, denn ein solcher Impfstoff würde vor allem Kindern zu Gute kommen. "Nur Erwachsene bilden Antikörper gegen die Zucker des Malariaerregers. Das Immunsystem von Kleinkindern ist jedoch noch nicht in der Lage, die giftigen Zuckermoleküle zu erkennen und zu bekämpfen." Die Millionen Opfer, die die Erkrankung jährlich fordert, sind zumeist Kinder. "Deshalb ist es nun endlich an der Zeit einen geeigneten und wirksamen Impfstoff zur Verfügung zu haben, denn nur mit einer Impfung kann die Erkrankung tatsächlich eingedämmt werden", so Seeberger. Im Mäuseversuch habe sich der Impfstoff bisher bewährt. Erste Tests sollen bereits 2009 stattfinden, bestätigt der Wissenschaftler. Autor: Wolfgang Weitlander; Quelle: pressetext.at; Stand: 04.03.2008

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