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Können wir durch Ernährung Krebs beeinflussen?

Ein neues Buch macht von sich reden. Es ist das „Antikrebs-Buch“ von dem französischen Psychiater David Servan-Schreiber. Darin beschreibt er u. a., wie man durch eine Lebensumstellung – vor allem der Ernährung – Krebs vorbeugen und eine Krebstherapie unterstützen kann.

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Krebs und Ernährung, dieser Zusammenhang ist sehr umstritten und wird immer wieder kontrovers diskutiert. So empfiehlt die Deutsche Krebsgesellschaft allenfalls, auf gesunde ausgewogene Kost zu achten. Hingegen sind aus der Alternativmedizin „interessante“ Krebsdiätversprechen bekannt. So sagt etwa die Breuss-Diät, dass Krebs nur von festen Stoffen lebe und durch eine 42-tägige Saftkur ausgehungert werden könne. In der Gerson-Diät geht es darum, dass Krebs durch eine innere Entgiftung zu heilen sei, man aber dazu frisch gepresste Kalbslebersäfte trinken müsse. In der Burger-Diät wiederum darf man gar nichts braten oder kochen. Für diese Empfehlungen gibt es aber keine wissenschaftlichen Beweise. Experten warnen sogar davor, dass solche Diäten Krebspatienten weiter in eine Auszehrung (Tumor-Kachexie) hineinführen könnten, zu der sie durch die Erkrankung sowieso schon neigen.

Allerdings fängt die Schulmedizin mittlerweile doch damit an, einen Zusammenhang zwischen Krebstherapie und Ernährung aufzugreifen. Schon im Jahr 1924 hatte der Biochemiker Otto Warburg beschrieben, dass Tumoren zum Großteil einen anderen Stoffwechsel haben als normales Körpergewebe. Während gesunde Zellen ihre Energie mit Hilfe von Sauerstoff im Zitronensäurezyklus gewinnen, können Tumorzellen die Energie auch ohne Sauerstoff mit Hilfe von Glukose über den Weg der Milchsäuregärung herstellen. Die Energiegewinnung durch Gärung ist nicht Ursache der Krebsentstehung, sondern eine Folge des Sauerstoffmangels, den Krebszellen beim Wachstum „erleiden“. Als Energiespender kommt dann am Ende Laktat aus der Zelle raus.

Jetzt haben sich zwei Forscherinnen von der Frauenklinik der Uni Würzburg dieses Themas wieder angenommen. Die Humanbiologin Dr. Ulrike Kämmerer und die Ärztin Dr. Melanie Schmidt untersuchen die Theorie, einen Tumor, der auf Zuckerbasis „funktioniert“, einfach auszuhungern, indem man eine ketogene Diät durchführt. Das Prinzip dabei: Man darf nur sehr wenige Kohlenhydrate zu sich nehmen – denn die werden im Körper zu Traubenzucker (Glukose) abgebaut und liefern den Krebszellen Futter. Das heißt: Keine Süßigkeiten, keine Kartoffeln, kein Reis, keine Nudeln, wenig Obst und nur spezielle Brotsorten. Dafür aber hochwertige Pflanzenöle, kombiniert mit Joghurt, Fisch, Fleisch, Wurst, Käse, viel Gemüse und Nüsse. Wichtig ist es bei einer solchen Öl-Eiweiß-Diät auch, auf das Vorhandensein von Omega-3-Fettsäuren zu achten, denn diese haben in zahlreichen Studien bewiesen, dass sie auch die Vermehrung von Krebszellen verhindern können (sie sind tumorinhibitorisch). Besonders geeignet sind daher Leinöl und Hanföl. Das Rezept „Quark mit Leinöl“, wie es die Forscherin Dr. Johanna Budwig bereits empfahl, beruht auf dem gleichen Prinzip.

Geeignet ist eine solche Diät für Kranke mit unterschiedlichen Krebsarten, etwa mit Brust-, Speicheldrüsen- oder Hautkrebs. Dennoch kommt sie nicht für jeden Patienten in Frage. Sie macht ausschließlich bei solchen Tumoren Sinn, die Glukose über den Weg der Milchsäuregärung abbauen, aber das ist immerhin bei 30 bis 50 Prozent der weit fortgeschrittenen Tumoren der Fall. Welcher Tumor das ist, lässt sich mit Hilfe einer PET-Aufnahme (Positronen-Emissions-Tomografie) sehen. Zuvor nimmt der Patient viel Zuckerhaltiges zu sich. Wenn der Tumor den Zucker verbraucht, lässt sich dies dann in der PET-Aufnahme anhand einer gesteigerten Stoffwechselaktivität erkennen. Denn wenn der Tumor unter Sauerstoffausschluss Energie gewinnen will, braucht er bedeutend mehr Zucker als eine gesunde Zelle. Wenn man als betroffener Patient einen sehr großen „Zuckerhunger“ hat, ist das ebenfalls ein positives Indiz dafür.

Leider ist diese Art der Therapie noch nicht verbreitet. Doch derzeit läuft an der Frauenklinik der Uni Würzburg eine Studie, bei der die Wirkung einer ketogenen Diät auf einen bereits vorhandenen Tumor untersucht wird. Nach ersten Ergebnissen sprechen einige Patienten tatsächlich sehr gut auf diese Art der Krebsdiät an, vor allem dann, wenn das verwendete Öl reich an hochwertigen Omega-3-Fettsäuren ist. Allerdings sei es noch zu früh, um Therapieempfehlungen auszugeben, so Dr. Melanie Schmidt.

Für den Bestseller-Autor David Servan-Schreiber bedeutet dies, dass er mit der Beschreibung seiner eigenen Erfahrungen gar nicht so falsch liegt. Auch bei ihm geht es u. a. um eine Einschränkung von zuckerhaltigen Lebensmitteln. Krebsdiät ist eben nicht gleich Krebsdiät. Autor: Dr. Beatrice Wagner; Quelle: Informationen der Frauenklinik Uni Würzburg, sowie David Servan-Schreiber: „Das Antikrebs-Buch“; Stand: 26.03.2008

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