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Messgerät verbessert Pollenvorhersage

Genauere Warnhinweise für Allergiker verspricht ein neues Messgerät, das Pollen aus der Luft automatisch auffängt, sie identifiziert und das Ergebnis an eine Wetterstation weiterleitet. Die Entwicklung der Fraunhofer-Institute für Angewandte Informationstechnik FIT und für Toxikologie und Experimentelle Medizin ITEM soll dem deutschen Wetterdienst zugute kommen. Dass es bisher nur wenig verlässliche Daten zum Pollenflug gibt, hängt mit dem hohen Aufwand der herkömmlichen Erhebung zusammen. Denn bisher sammelten Forscher auf einem Klebeband Pollen der Umgebungsluft, untersuchten sie im Labor unter dem Lichtmikroskop und zählten sie. Die Pollenflugdichte konnte dadurch bisher nur an wenigen Orten festgestellt werden und lieferte dementsprechend geringe Aussagekraft.

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Diesem Problem will das neue Messgerät Abhilfe leisten. "Die Messstation saugt Umgebungsluft an, die unter anderem Pollenstaub enthält", erklärt FIT-Institutsdirektor Thomas Berlage im pressetext-Interview. Die Pollen sinken in ein Gel auf einem Objektträger aus Glas und werden von einem Lichtmikroskop automatisch fotografiert. Durch automatische Fokusverstellung werden 70 Bilder von verschiedenen Schichten des Pollenkorns aufgenommen und zu einem Bild mit dreidimensionaler Information zusammengefügt. Einbuchtungen, mit der die Pollen erst unterschieden werden können, sind somit erkennbar und werden vom Gerät identifiziert. "Ein Bildverarbeitungsprogramm vergleicht die Abbildungen mit einer Datenbank mit über 100 verschiedenen Pollensorten", so Berlage. Anschließend wird das Ergebnis automatisch an eine Zentralstation weitergesendet. Stündlich würde das Gerät eine Messung schaffen, was laut Berlage ein großer Fortschritt gegenüber früheren Methoden bedeute. Der Wartungsaufwand beschränkt sich auf den wöchentlichen Austausch der Messkassetten.

Eingesetzt werden die Geräte vorerst vom deutschen Wetterdienst. Mit 15 anfänglichen Stationen soll an Vorhersagemodellen geforscht werden, als Grundlage für künftige lokale Pollenwarnungen für Allergiker. "Gekoppelt mit Wettermodellen kann somit auch die Wirkung des Regens auf den Pollenflug erhoben werden", erklärt Berlage. Erst in etwa drei Jahren wird diese Forschung dann auch den am Pollenflug Interessierten zugute kommen. "In Zukunft könnte die tagesaktuelle Pollenvorhersage eine Dienstleistung wie die Wetterprognose sein, die diverse Medien ankaufen können oder die auch im Internet veröffentlicht wird." Mögliche Interessenten für die Erfindung könnten auch Kurorte sein, die ihren Besuchern niedrige Pollenwerte ausweisen möchten. "Der Preis für eine Station wird sich je nach Ausstattung und Größe im hohen fünf- bis in den niedrigen sechsstelligen Eurobereich bewegen", schätzt Institutsdirektor Berlage abschließend. 

Autor: Johannes Pernsteiner; pressetext.de; Stand: 05.02.2009

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