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Darmkrebs-Screening kann Leben retten

Ab dem 50. Lebensjahr sollte jeder zur Darmkrebs-Früherkennung im Rahmen einer Darmspiegelung, auch Koloskopie genannt. "Doch leider nehmen nur rund zwölf Prozent der Bevölkerung diese Untersuchung in Anspruch", so der Mediziner Werner Weiss von der Österreichischen Gesellschaft für Gastroenterologie und Hepatologie (ÖGGH). "Bei einer hundertprozentigen Teilnahme könnten jedoch 90 Prozent aller Darmkrebserkrankungen verhindert werden." Das sei Grund genug für die Österreichische Krebshilfe gemeinsam mit der ÖGGH ein landesweites Screening zu fordern. Denn ein Projekt im Burgenland zeigt, dass mit einem institutionalisierten Screening die Sterberate deutlich gesenkt werden kann.

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"Wir suchen bei der Koloskopie nicht nach dem Krebs, sondern nach Vorstufen", meint Weiss. Bei diesen Vorstufen handelt es sich um Polypen, die gleich abgetragen werden können. Diese Darmkrebs-Früherkennungsuntersuchung sei daher gleichzeitig auch die wichtigste Therapiemaßnahme. "Darmkrebs ist einer der wenigen Krebsarten, die sich sozusagen ankündigt, denn diese zunächst gutartigen Polypen im Darm können innerhalb von zehn Jahren entarten und zu Krebs werden", erklärt der Experte. "Der Nachteil dieser Polypen ist, dass sie kaum Symptome verursachen und daher auch nicht bemerkt werden." Die einzige Möglichkeit diese Polypen zu entdecken, sei die Vorsorgeuntersuchung. "Wir möchten den Menschen auch mitteilen, dass eine solche Untersuchung keinerlei Schmerzen verursacht", betont der Mediziner.

"Darmkrebs ist eine der häufigsten Krebserkrankungen. Jeder 17. Österreicher erkrankt daran", so Weiss. Darüber hinaus spreche auch die Kosten-Nutzen-Rechnung eines Screenings für sich. "Internationale Studien belegen, dass jeder Euro, der in die Darmkrebsprävention investiert wird, eine Einsparung von rund sechs Euro ergibt. Die Behandlung eines Darmkrebs-Patienten kostet rund 42.000 Euro, um sein Leben um 16 bis 22 Monate zu verlängern", so Weiss. "Würden alle Menschen ab 50 zur Vorsorge-Koloskopie aufgerufen und der Einladung folgen, dann könnte sich das Gesundheitswesen diese enormen Behandlungskosten sparen," erklärt auch der Präsident der Österreichischen Krebshilfe, Paul Sevelda.

Die Krebshilfe verweist auf das Modellprojekt im Burgenland, wo bereits seit 1987 Personen über 40 zur Vorsorgeuntersuchung eingeladen werden. Rund die Hälfte der Aufgerufenen nahm bis dato das Angebot an. Die Sterberate durch Darmkrebs konnte dadurch auf 15,3 Prozent unter den österreichweiten Durchschnitt gesenkt werden. Die EU verabschiedete bereits 2007 eine Deklaration, in der ein flächendeckendes Einladungsverfahren (Screening) zur Koloskopie gefordert wurde. In Österreich ist dies - bis auf einige wenige Modellprojekte - bis jetzt noch nicht umgesetzt worden. "Die Zahl der Arztpraxen, die diese Untersuchung anbieten, ist allerdings groß genug", meint Weiss. Jetzt liege es nur an der Bevölkerung sich der Untersuchung zu stellen, meint der Wissenschaftler abschließend. 

Autor: Wolfgang Weitlaner; pressetext.at; Stand: 27.02.2009

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