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Gewartete Auto-Klimaanlage schützt vor Bakterien

Eine regelmäßig gewartete Auto-Klimaanlage filtert für Allergiker gefährliche Substanzen effektiv aus der Luft. Das haben Umweltmediziner am Kongress für klinische Mikrobiologie in Helsinki berichtet, der Dienstag zu Ende ging. Die Mediziner beziehen sich dabei auf ihre Untersuchung von fünf bis zehn Jahre alten Autos mit Klimaanlagen. Sie überprüften in einem Experiment die Luft im Fahrgastraum in verschiedenen Minutenintervallen nach Einschalten der Klimaanlage. Zum Einsatz kamen dabei ein Lasergerät zur Aufzeichnung lebender und nicht lebender Luftpartikel sowie ein spitalsübliches Gerät zur Sammlung der Luftkeime.

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"Wir konnten feststellen, dass frisch gewartete Klimaanlagen die Zahl der Erreger und Partikel im Vergleich zur Außenluft um vier Fünftel reduzieren", berichtet die Studienautorin Iris Chaberny, Leiterin des Arbeitsbereichs Krankenhaushygiene der medizinischen Hochschule Hannover. Um die Wirkung der Klimaanlage auch auf Schimmelpilze zu testen, wurde ein Auto mehrere Tage lang in einen Container mit hoher Luftfeuchtigkeit eingeschlossen. Doch auch hier bestätigte sich bei gewarteter Anlage eine positive Wirkung. "Diese Ergebnisse stellen genau das Gegenteil unserer Vermutungen zu Beginn der Untersuchung dar", so Chaberny. Die seit der letzten Wartung der Klimaanlage verstrichene Zeit dürfte jedoch den wesentlichen Ausschlag geben für ihre Effizienz. Bei dem getesteten Auto, dessen Klimaanlagen-Wartung schon zwei Jahre zurücklag, beobachteten die Forscher einen bloß geringen Filtereffekt.

Dass der Zeitpunkt der letzten Wartung über die Filterwirkung der Klimaanlage entscheidet, betont auch Lydia Ninz vom Autofahrerclub ARBÖ. "Besonders bei Kurzstrecken, bei denen die Klimaanlage häufig ein- und ausgeschaltet wird, bleibt Kondenswasser in der Anlage zurück, in dem Bakterien und Pilze rasch gedeihen. Eine jährliche Wartung mit Austausch des Filters ist daher wichtig", so die Verkehrsexpertin. Erfolgt die routinemäßige Wartung vor Beginn der heißen Saison, können besonders Allergiker von der Klimaanlage profitieren. "Die Luftpartikel, die gefährliches Niesen während der Autofahrt auslösen können, werden damit reduziert. Zur Sicherheit während der Fahrt trägt jedoch auch die größere Ruhe des Fahrers bei angenehmer Temperatur bei."

Ein Gefrierschrank solle das Auto jedoch nicht werden. "Es empfiehlt sich, die Innentemperatur höchstens zehn Grad unter der Außenluft einzustellen, zudem sollte 20 Grad im Fahrgastraum nicht unterschritten werden", so Ninz. Bei den derzeit gemäßigten Frühlingstemperaturen solle die Klimaanlage besser noch abgeschaltet bleiben. Der Verzicht kommt der Geldbörse wie auch der Umwelt zugute, denn Klimaanlagen erhöhen den Benzinverbrauch deutlich. Zudem verwenden auch Neuwagen noch immer Kühlflüssigkeiten wie das Füllgas 134a, die als extrem starke Treibhaus-Gase bekannt sind. "Es wird an umweltfreundlichen Alternativen gearbeitet, doch sind diese derzeit noch nicht ausgereift", so der Kommentar der ARBÖ-Sprecherin.

Autor: Johannes Pernsteiner; pressetext.at; Stand: 20.05.2009

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