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Ungesund Lebende geben den Genen die Schuld

Es ist immer einfacher, den Genen die Schuld zu geben als den eigenen Lebensstil zu ändern. Zu diesem Schluss kommen US-Forscher in ihrer neusten Studie. Folgt man ihrer Logik, so ist es für Menschen mit Vorbelastung fatal, wenn man ihnen per Gentest ein erhöhtes Risiko für Lebensstil-Erkrankungen vorhersagt. Experten halten dagegen, dass das Verhalten bei erblicher Vorbelastung mit Lebensstil-Krankheiten eine noch wichtigere Rolle bekommt.

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Die Wissenschaftler untersuchten dafür 2.000 gesunde Erwachsene. Sie erhoben bei ihnen das Verhalten wie die Bewegung, Ernährung, Rauchen, Alkoholkonsum, Sonnenexposition, Vitamineinnahme und Body-Mass-Index, berücksichtigen Angaben über deren Familiengeschichte und untersuchten sie körperlich. Dabei konzentrierte sich man auf die Faktoren, die kausal mit Diabetes, Osteoporose, Herzerkrankungen, hohem Cholesterinwert, Bluthochdruck, sowie Lungen-, Darm- und Hautkrebs zusammenhängen.

Gleichzeitig legte man den Untersuchten Informationen über diese Krankheiten vor, die teils über vorbeugendes Verhalten aufklärten, teils den Einfluss der Gene betonten. Die Schlussfolgerung der Forscher: „Wer eine Verhaltensänderung am dringendsten nötig hätte, geht am ehesten in die Defensive und wertet Vorbeugemaßnahmen ab." Als Erklärung vermuten sie, dass die Teilnehmer mit Vorbelastungen früher wahrscheinlich schon derartige Verhaltensratschläge bekommen und auch ausprobiert haben, ohne dass diese jedoch zum Erfolg geführt hätten. Deshalb würden sie nun weniger daran interessiert sein.

Etwas anders interpretieren Wissenschaftler der Universität Fribourg das Verhalten. Sie gehen davon aus, dass die Betroffenen nur vernünftig handeln, wenn sie etwa aus dem Übergewicht beider Elternteile schließen, dass sie selbst familiär belastet sind und bei gleicher Nahrungsaufnahme schneller zunehmen werden als andere.

Die Gefahr sehen die Forscher vielmehr darin, dass der Einfluss der Gene als deterministisch verstanden wird. Bei bestimmten monogenetischen Krankheiten wie Chorea Huntington kann das Verhalten die Expression eines Gens kaum beeinflussen. Das ist aber bei den komplexeren, polygenetischen Lebensstilkrankheiten nicht der Fall. Je größer bei diesen die Vorbelastung sei, desto wichtiger sei ein gesundheitsförderliches Verhalten wie etwa Bewegung und gesunde Ernährung, damit sich die Krankheit nicht entwickelt. 

Ebenso falsch wie die Gene für alles verantwortlich zu machen sei auch das genaue Gegenteil. Die Medien könnten hier eine wichtige Rolle spielen, um über die kommplexe Interaktion verschiedenster Faktoren aufzuklären.

Autor: pressetxt.de, Johannes Pernsteiner ( Stand 16.06.2010)

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