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Suizidprävention: Sprich mit Außenstehenden!

"Suche ein Gespräch mit einem Therapeuten, einem Priester oder dem Seelsorgetelefon!" Diesen Rat gibt Georg Fiedler den Menschen, die an Selbstmord denken. Fiedler ist Leiter des Therapiezentrums für Suizidgefährdete am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf.

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Rund 10.000 Menschen nehmen sich jährlich in Deutschland das Leben, weltweit mehr als eine Million. In Deutschland sterben mehr Menschen durch Suizid als durch Verkehrsunfälle, Mord und Totschlag, illegale Drogen sowie Aids zusammen. Der 10. September wurde von der WHO zum Welttag der Suizidprävention ernannt. "Der Tag soll ein Signal der Hoffnung geben", so Fiedler gegenüber pressetext. "Dazu gehört, dass jeder Mensch, der qualifizierte Hilfe sucht, auch die Behandlung erhält die er braucht. Zudem gilt es, Vorurteile und unrichtige Vereinfachungen aus dem Weg zu räumen", so der Experte.

Ein Problem engt den Blickwinkel komplett ein

Dass eine Depression einen Suizid erkläre, sei eine dieser vereinfachten und daher nicht korrekten Darstellungen. "Es ist richtig, dass das Suizidrisiko bei allen psychischen Erkrankungen erhöht ist", meint Fiedler. Bei Depressiven bestehe ein um bis zu 30 mal höheres Suizidrisiko als in der Normalbevölkerung. "Es muss jedoch auch deutlich gesagt werden, dass nicht alle suizidgefährdeten Menschen depressiv sind." Die frühzeitige Erkennung und Behandlung depressiver Erkrankungen sei daher ein wesentlicher Bestandteil der Suizidprävention.

"Bei einem Suizidgefährdeten nimmt ein Problem in den Gedanken einen immer größeren Raum ein, sodass andere Gedanken oder Ideen völlig zur Seite geschoben werden", erklärt der Forscher. Das habe zur Folge, dass ein lösungsorientiertes Denken nicht mehr möglich sei. "Es gibt kein rechts und links mehr, sondern nur noch eine Fokussierung auf das eine Problem."

Alle Hebel zur Vermeidung in Bewegung setzen

Fiedler fordert, dass zur Suizidprävention alle Hebel in Bewegung gesetzt werden sollten. "Der Welttag soll auch aufzeigen, dass Suizidprävention und Hilfe in akuten Krisen möglich ist." Das Problem sei, dass Vorurteile und falsche Haltungen die Umsetzung von wissenschaftlichen Erkenntnissen präventiver Maßnahmen erschweren oder stören. Zu den wirksamsten Mitteln gehört beispielsweise eine Beschränkung des Zugangs zu Suizidmitteln.

"Suizidalität ist ein komplexes Phänomen und es umfasst gesellschaftlich-kulturelle, individuell-psychologische und biologische Aspekte", meint Fiedler. Das Thema lasse sich auch nicht durch eine einzelne Studie erklären. Welche Brisanz Suizidalität hat, werde anhand von Zahlen deutlich. In den vergangenen zehn Jahren gab es in Deutschland weit über eine Mio. Suizidversuche. Zwischen 500.000 und einer Mio. Menschen sind vom Suizid einer ihnen nahe stehenden Person betroffen. 

Autor: Quelle: Pressetext.de, Wolfgang Weitlaner, Stand 08.09.2010

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