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Verödung senkt Bluthochdruck ohne Medikamente

pixelio.de (Rainer Sturm) © pixelio.de (Rainer Sturm)

Ein einfacher, nicht-operativer Eingriff senkt den Blutdruck von Hypertonikern ähnlich gut wie herkömmliche Medikamente. Über diesen Erfolg der "interventionellen renalen Sympathikus-Denervation", die derzeit in der Kardiologie Einzug hält, berichtet der Innsbrucker Herzspezialist Otmar Pachinger am Jahreskongress der Österreichischen Kardiologen. "Die Verödung erlaubt die Behandlung am Ort und kann in Zukunft vielen Hypertoniker ein Segen sein, da sie die Anzahl der einzunehmenden Medikamente auf ein bis zwei senkt", erklärt der Experte im pressetext-Interview.

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Alternative zu Blutdruckmitteln

Über einen Katheter wird dabei eine Sonde ins Nierengefäß eingeführt. Nervenfasern der Nierenarterie geben von hier aus Impulse ans Gehirn, die wiederum die Blutdruck-Regulierung mitentscheiden. "Indem man überaktive Nervenenden durch Hochfrequenzstrom verödet, senkt man den Blutdruck um durchschnittlich 30 bis 40 mmHg - und zwar sowohl in Ruhezustand als auch unter körperlicher Belastung", erklärt Pachinger. Auch der Zuckerstoffwechsel bessert sich, was die medikamentöse Einstellung wesentlich erleichtert.

Angewendet wird das Verfahren bisher vorwiegend bei Patienten, die selbst mit der Dreifach-Kombinationstherapie keine Besserungen erreichen. Speziell jüngere Patienten könnten sich dadurch eine jahrelange Medikamententherapie ersparen, so der Herzspezialist. Dennoch glaubt er nicht, dass die Methode eines Tages zur Standard-Behandlung wird. "16 Prozent der damit Behandelten sprechen nicht darauf an. Zudem braucht es noch weitere Langzeitstudien, um etwa das Risiko von Nierengefäß-Veränderungen einschätzen zu können."

Im Kampf gescheitert

Die Hochdruckliga gab erst kürzlich bekannt, dass es allein in Deutschland 20 Mio. Hypertoniker gibt. Jeder Vierte leidet daran, in der Gruppe ab 60 Jahren sogar jeder Zweite. Doch auch bei den jüngeren Altersgruppen ist das Problem auf dem Vormarsch. In den USA ist schon jeder Fünfte zwischen 24 und 32 Jahren betroffen, zeigt eine aktuelle Studie in der Fachzeitschrift "Epidemiology".

Während die Kardiologie im Kampf gegen Cholesterin erfolgreich war, habe sie bei Bluthochdruck bisher versagt, gesteht Pachinger. "Obwohl wir durch Bypässe, Operationen und Transplantationen die Lebenserwartung steigern konnten, macht das zunehmende Übergewicht diesen Vorsprung wieder zunichte. Die Prävention ist gescheitert, da unser Lebensstil mit Stress, Bewegungsmangel, falscher Ernährung und Rauchen immer ungesünder wird." Viele wissen gar nicht um ihre Erkrankung, da sie keine Schmerzen auslöse.

Autor: pressetext.de, Johannes Pernsteiner (Stand: 26.05.2011)

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