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Medien sind Teil der EHEC-Misere

pixelio.de (sigrid rossmann) © pixelio.de (sigrid rossmann)

Während es im In- und Ausland Kritik am Krisenmanagement der Behörden und Forscher rund um die EHEC-Darmseuche hagelt, stellen Experten auch das Verhalten der Medien in Frage. "Die Medien haben dazu beigetragen, dass die Aufregung teilweise hoch emotional geworden ist", so der Risikoforscher Jörn Birkmann vom Institut für Umwelt und menschliche Sicherheit der Universität der Vereinten Nationen.

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Zu viele Intensivstationen-Bilder

Als besonders ungünstig beurteilt Birkmann die ständigen Katastrophenberichte aus Krankenhäusern und Intensivstationen. "Die Medien suchten stets einzelne Schuldige wie etwa Gurke, Sprosse oder bestimmte Restaurants, obwohl die Bedrohung viel diffuser und komplexer ist", so die Analyse des Experten. Durch die Festlegung auf Gemüsesorten wie etwa Gurken aus Spanien habe man gerade zu Beginn eine sehr starke Engführung herbeigeführt. "Damit nahm man Schuldzuweisungen vor, die im Nachhinein kritisch gesehen werden müssen."

Ausland bewahrt Ruhe

Viel besser wäre es gewesen, gleich zu Beginn der Krise wichtige Informationen zu liefern - etwa wirksame Handlungshinweise zur verbesserten Hygiene oder das Aufkochen von Gemüse. Eine differenzierte Darstellung habe dem europäischen Ausland dabei geholfen, die nötige Ruhe zu bewahren. "Etwa in Norwegen, das Gemüse aus derselben Lieferzone bezieht, herrscht ein ganz anderes Bild. In Oslo isst man auch weiterhin Salat", so Birkmann.

Komplexe Gefahr

Dass die Bedrohung komplex ist und nicht auf einzelne Gemüsearten reduziert werden darf, betont auch der Simulationsexperte Stephen Eubank von der University of Texas. "Ist ein bestimmtes Restaurant oder ein Erzeuger die Ursache, kann man den Fall schnell klären. Bei der aktuellen EHEC-Epidemie geht das nicht. Wir müssen die Verteilungssysteme für die Nahrung untersuchen und transparenter machen, woher unser Gemüse kommt", so Eubank.

Autor: pressetext.de, Johannes Pernsteiner (Stand: 08.06.2011)

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