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Europa: Mehr Selbstmorde durch Finanzkrise

pixelio.de (Rainer Sturm) © pixelio.de (Rainer Sturm)

Die Finanzkrise hat "fast sicher" zu einem Ansteigen der Selbstmorde in Europa geführt. Eine Analyse von Wissenschaftlern der University of Cambridge und der University of California wies zwischen 2007 und 2009 einen Anstieg der Selbsttötungen bei Menschen in erwerbsfähigem Alter bei neun von zehn untersuchten Nationen nach. Die Anzahl der Selbstmorde erhöhte sich zwischen fünf und 17 Prozent bei Menschen unter 65 Jahren. Die Wissenschaftler schreiben in The Lancet, dass Investitionen ins Gesundheitssystem entscheidend für ein Erreichen geringerer Selbstmordraten sind.

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Das Team um David Stuckler argumentiert vor allem, dass der Wiedereinstieg in den Beruf oder bereits das Verhindern eines Verlustes des Arbeitsplatzes wichtiger sei als Beihilfen. Die Wissenschaftler griffen für Ihre Berechnungen auf Daten der Weltgesundheitsorganisation zurück. Während des untersuchten Zeitraumes stieg die Arbeitslosigkeit um ein Drittel. Die Anzahl der Selbstmorde ging nur in Österreich zurück. Die Forscher führen diesen Umstand darauf zurück, dass das Land weniger unter der Finanzkrise zu leiden hatte als andere.

Tragik in Griechenland

Finnland schnitt allgemein am besten ab, Griechenland am schlechtesten. Allein in Großbritannien stieg die Anzahl der Selbstmorde auf zehn Prozent. Das bedeutet 6,75 Selbstmorde auf 100.000 Menschen. Stuckler betonte, dass es zu einer völligen Kehrtwendung gekommen sei. "Vor der Rezession sank die Anzahl der Selbstmorde, um dann in fast allen der untersuchten europäischen Länder anzusteigen. Dieser Anstieg ist fast sicher auf die Finanzkrise zurückzuführen." Der Wissenschaftler hält es laut BBC für denkbar, dass es durch die wirtschaftlichen Probleme auch zu anderen Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen kommen kann.

Veränderungen zum Beispiel bei Herzerkrankungen oder der Anzahl der Krebserkrankungen würden jedoch noch lange nicht wirklich sichtbar werden. Die Wissenschaftler fanden auch heraus, dass im gleichen Zeitraum die Anzahl der Unfallopfer sank. Ein Trend der auf einen Rückgang der Mobilität in ökonomisch schwierigen Zeiten zurückzuführen sein dürfte. 

Autor: pressetext.de, Michaela Monschein (Stand: 08.07.2011)

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