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Tipp des Tages

Kopfschmerzen und Migräne

Kopfschmerzen sind eine alltägliche Erfahrung: Am Abend zuvor ein Glas zuviel getrunken, oder in der Nacht unruhig geschlafen – und schon sind sie da. Neben diesem „Brummschädel“ gibt es allerdings noch mehr als 220 weitere Arten von Kopfschmerzen.
Einige sind leichter zu ertragen, andere fast unerträglich. Manche Kopfschmerzen deuten auf eine andere Krankheit hin. So kann ein hoher Blutdruck zu einem Pochen im Kopf führen. Lungenprobleme, die die Sauerstoffversorgung im Gehirn verringern, können sich durch Kopfschmerzen bemerkbar machen, ebenso eine Entzündung der großen Arterien von Kopf und Hals, oder grippale Infekte.

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Andere Kopfschmerzen zählen zu den neurologischen Krankheiten, d. h. sie bilden selbst die Krankheit. Dazu gehören Migräne, Spannungskopfschmerz oder Clusterkopfschmerz. Dabei sind die Nerven im Gehirn selbst schmerzunempfindlich. Nur an den Oberflächen der Gefäße, an den Hirnhäuten und an der Haut der Schädelknochen gibt es Schmerzempfänger (Nozizeptoren). Dies sind freie Nervenendigungen, die auf Reize ansprechen. Ein Zug oder Druck auf die Blutgefäße, eine Entzündung von Hirn- oder Knochenhäuten führt zu einer solchen Reizung der Schmerzempfänger.

Sie kann allerdings aus sehr unterschiedlichen Gründen zustande kommen, weshalb sich auch die Kopfschmerztherapien stark unterscheiden oder sogar widersprechen können. Um Kopfschmerzen zu behandeln, muss der Arzt deshalb zuvor genau die Ursache erforschen.

Migräne:
Die häufigste Kopfschmerzart ist die Migräne. Dies ist ein pulsierender, starker Schmerz, der anfallsartig auftritt und meist auf eine Kopfhälfte begrenzt ist. Der Schmerz kann während eines Anfalls, oder von Attacke zu Attacke die Seite wechseln. Häufig beginnt eine Migräneattacke mit einer Vorphase. Hier gähnt man häufiger, hat Heißhunger auf bestimmte Nahrungsmittel oder ist licht- und geräuschempfindlich. Dem folgt bei einigen Patienten die Aura-Phase mit Lichtblitzen, Flimmern oder Zick-Zack-Linien vor den Augen. Es folgt der schlimmste Teil, die Kopfschmerzphase. Den Patienten wird dabei oft auch übel, manche müssen erbrechen und sind reizempfindlich. Bei körperlicher Anstrengung verstärkt sich der Schmerz, bei Ruhe wird es besser. Der letzte Teil ist die Schlafphase, hiernach fühlen sich viele Migräniker wie neugeboren.

Die Ursache? Das Gehirn eines Migränekranken kann – wahrscheinlich erblich bedingt – äußere Reize, wie Stress, Wetter oder einen unruhigen Tagesrhythmus schlecht abfiltern. Dabei werden explosionsartig übermäßig viele Botenstoffe freigesetzt. Dies führt über die Aktivierung des Trigeminusnervs, der für die Schmerzleitung im Gehirn verantwortlich ist, zu einer entzündlichen Erweiterung der Blutgefäße im Kopf. Hierdurch werden die umgebenden Schmerzfasern gereizt. Der Anfall ist dann vorbei, wenn sich die gedehnten und entzündeten Blutgefäße normalisieren. Deswegen ist es wichtig, dass Migräniker einen geregelten Tagesablauf haben. D. h., auch am Wochenende nicht ausschlafen, sondern zur gleichen Zeit wie sonst den Wecker stellen.

Heilbar ist die Migräne nicht, aber ganz gut behandelbar. Durch die regelmäßige Einnahme eines Pestwurz-Extraktes konnte die Zahl der Schmerzattacken um weit mehr als die Hälfte gesenkt werden, bei Kindern sogar noch mehr, zeigte eine Studie. Deshalb wird u. a. Pestwurz jetzt offiziell von der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft zur Vorbeugung empfohlen. Sie wirkt schmerzstillend, krampflösend und entzündungshemmend. Für den mittelschweren bis schweren Akutfall wird der Arzt Ihnen ein „Triptan“ verschreiben, das ist eine Art Quantensprung in der Migränetherapie (siehe: So wirken Triptane).

Spannungskopfschmerz:
Typisch ist ein dumpfer, drückender Schmerz, der den ganzen Kopf betrifft, so als ob Sie einen zu engen Hut tragen müssen. Genau weiß man aber nicht, woher der Schmerz kommt. Eine verspannte Nackenmuskulatur wie bei Menschen, die viel am Bildschirm arbeiten, begünstigt ihn jedenfalls. Im Gegensatz zur Migräne kann körperliche Bewegung Erleichterung bringen, ebenso Entspannung. Hilfreich und ohne Nebenwirkungen ist das Pfefferminzöl. Reiben Sie es beidseitig in die Schläfen ein.

Cluster-Kopfschmerz:
Dies ist der mit Abstand stärkste Kopfschmerz und bedeutet eine der schlimmsten Schmerzen überhaupt. Typisch ist das tägliche Auftreten: Als wäre die Uhr danach gestellt, kommen die Kopfschmerzen immer wieder zur gleichen Tageszeit, oft wenige Stunden nach dem Einschlafen. Der Schmerz tritt streng einseitig auf. Eine Attacke dauert zwischen 15 und 180 Minuten. Das englische Wort „cluster“ bedeutet Anhäufung. Denn die Attacken treten gehäuft im Frühjahr oder Herbst auf. Dann hören sie plötzlich auf. Bis zum nächsten Mal. Die Ursache ist unklar. Man vermutet, dass eine Entzündung an der Schmerzentstehung beteiligt ist. So bekommen die Patienten etwa vier Wochen lang entzündungshemmendes Cortison. Zusätzlich bekommen sie für den Anfall ein Sauerstoffgerät nachhause. Sie lernen auch, sich für besonders schwere Anfälle ein Triptan unter die Haut zu spritzen.

So wirken Triptane
Ist sich der Arzt sicher, dass es sich um eine Migräne handelt, wird er Ihnen ein so genanntes Triptan verordnen. Denn Triptane wirken da, wo der Schmerz entsteht: an den Blutgefäßen im Gehirn und an den Nervenenden der Trigeminusnerven. Das Triptan besetzt diese Stellen, damit werden keine Botenstoffe mehr ausgeschüttet, die zu der schmerzhaften Gefäßschwellung führen können. Sie führen auch dazu, dass sich die erweiterten Gefäße wieder zusammen ziehen. Es gibt sieben verschiedene Triptane, die sich hinsichtlich der Wirksamkeit und der Schnelligkeit des Wirkeintritts unterscheiden. In zahlreichen wissenschaftlichen Studien wurde nachgewiesen, dass die Wirksubstanz Rizatriptan am wirksamsten ist. Allerdings reagiert nicht jeder Migräniker gleich. Deshalb ganz wichtig: Wenn Ihre Schmerzen zwei Stunden nach der Tabletteneinnahme nicht weg sind, sodass Sie wieder wie gewohnt arbeiten können, sollten Sie noch einmal zu Ihrem Arzt gehen. In der Regel wird dieser dann, auf Sie abgestimmt, ein „besseres Triptan“ verordnen.

Hier bekommen Sie Hilfe
MigräneLiga Deutschland e. V.,
Westerwaldstr. 1, 65462 Ginsheim,
Tel: 06144 / 2211,
E-mail: info@migraeneliga-deutschland.de,
Internet: www.migraeneliga-deutschland.de.

Deutsche Migräne- und Kopfschmerz-Gesellschaft (DMKG),
Universität Rostock, Gehlsheimer Str. 20,
18147 Rostock, Tel: 0381 / 494 9530 / 31,
E-mail: dmkg@med.uni-rostock.de.

In dem Chat www.migraenesprechstunde.de werden kostenlos Fragen zu Migräne und Kopfschmerzen von renommierten medizinischen Experten, z. B. aus Migräne-Kliniken und Schmerzambulanzen oder dem Bereich Kinderneurologie, individuell beantwortet.

Unter www.aktivgegenmigraene.de gibt es u. a. einen Clubbereich. Hier können sich die Migräniker austauschen und zudem auch einen Spezialisten in ihrer Nähe suchen (Postleitzahl eingeben und schon werden die Spezialisten angegeben).

Unter der kostenlosen Telefonnummer 0800/76543-23 meldet sich die Initiative „Aktiv gegen Migräne!“, hier kann man ein kostenloses Infopaket bestellen. 

Schnelltest für Migräniker
Als Patient können Sie heute mit 4 Fragen schnell beurteilen, ob Sie die für Sie passende Migränetherapie erhalten:
  1. Können Sie spätestens zwei Stunden nach Tabletteneinnahme wieder wie gewohnt arbeiten?
  2. Sind Ihre Kopfschmerzen innerhalb von zwei Stunden nach der Einnahme wieder verschwunden?
  3. Wirkt Ihr Mittel bei den meisten Migräneanfällen gleich gut?
  4. Versetzt Sie Ihre aktuelle Behandlung in die Lage, Ihre Alltagsaktivitäten normal und unbeschwert zu planen?
Beantworten Sie auch nur eine der vier Fragen mit „nein“, sollten Sie Ihren Arzt zu Rate ziehen. Autor: Dr. med. Günter Gerhardt; Stand: 17.07.2006

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